Vinschger Bahn wird elektrifiziert: Leiser, grüner, dichterer Fahrplan

Die Vinschger Bahn wird elektrifiziert, die konkrete Planung im kommenden Jahr angegangen. Das hat die Landesregierung der Autonomen Provinz Bozen am 16. Dezember 2014 beschlossen. An Vorteilen bietet die Elektrifizierung einige: die Erhöhung der Kapazität, leisere Züge, weniger CO2-Ausstoss, einen dichteren Fahrplan und direkte Fahrten zwischen Bozen und Mals.

Autonome Provinz Bozen – Südtirol
Vinschgerbahn GTW StadlerDie Vinschger Bahn wird elektrifiziert, die konkrete Planung im kommenden Jahr angegangen. Das hat die Landesregierung der Autonomen Provinz Bozen am 16. Dezember 2014 beschlossen. An Vorteilen bietet die Elektrifizierung einige: die Erhöhung der Kapazität, leisere Züge, weniger CO2-Ausstoss, einen dichteren Fahrplan und direkte Fahrten zwischen Bozen und Mals.

Pro Jahr befördert die Vinschger Bahn zwei Millionen Fahrgäste und riskiert damit, Opfer des eigenen Erfolgs zu werden. „Sie stösst an ihre Kapazitätsgrenzen“, so Mobilitätslandesrat Florian Mussner, der zudem darauf verweist, dass es für eine Verbesserung des Angebots technische Grenzen gebe. Diesem Problem rückt die Landesregierung nun zuleibe: „Schon im Regierungsprogramm ist die Elektrifizierung der Vinschger Bahn ein wichtiger Punkt, heute haben wir nun die technischen Eigenschaften dafür festgelegt und auch die Kostenschätzung gutgeheissen“, so Landeshauptmann Arno Kompatscher. Demnach werden die Elektrifizierung und die damit einher gehenden Anpassungen an Bahnhöfen, Strecke und Rollmaterial rund 56 Millionen Euro kosten.

„Das ist selbstverständlich viel Geld, aber auch eine gute Investition: für die Umwelt sowieso, aber auch finanziell“, so Landesrat Mussner, der zum Beweis die Berechnungen der Experten anführt: Diese kommen zum Schluss, dass die Elektrifizierung bereits nach sechs Jahren ab Start der Planung im kommenden Jahr wirtschaftlich vorteilhaft sei. Die Vorarbeiten zur Elektrifizierung laufen deshalb schon seit Monaten. So habe man Gespräche mit den Stromversorgern aufgenommen, sogar Form und Aussehen der Masten für die Oberleitung seien bereits mit dem Heimatpflegeverband besprochen worden.

„Die Elektrifizierung wird zudem dazu genutzt, Anpassungen an Strecke und Bahnhöfen vorzunehmen“, so Mussner. So müssten Bahnsteige verlängert und an einigen Bahnhöfen Unterführungen gebaut werden, um diese an die neuen Regelungen der Barrierefreiheit anzupassen und die Passagier-Ströme zu entflechten. Zwischen Schlanders und Laas müsse zudem ein zwei Kilometer langer Abschnitt der Strecke ausgebaut werden, damit die Geschwindigkeit der Züge erhöht werden kann. „Das ist die Voraussetzung dafür, den Fahrplan auf der Vinschger Strecke auf einen Halbstundentakt zu verdichten“, so der Landesrat.

Die Vorteile der Elektrifizierung seien demnach, so der Mobilitätslandesrat, eine ganze Menge: Der Fahrplan könne verdichtet werden, künftig gebe es einen Halbstundentakt mit allen Halten. Zudem werde die Kapazität der Züge erhöht, und zwar auf bis zu 276 Sitzplätze pro Zug. „Stündlich werden ausserdem direkte Züge von Mals bis Bozen fahren, ein Umsteigen in Meran ist nicht mehr nötig“, so Mussner, der zudem an die Vorteile für Umwelt und Anwohner erinnert hat: Die Elektrozüge seien leiser als die dieselgetriebenen und durch die Umstellung würden jährlich 7800 Tonnen an Kohlendioxid-Ausstoss eingespart.

Autor: Redaktion

Aus der Bahnonline.ch-Redaktion. Zugesandte Artikel und Medienmitteilungen, welche von der Redaktion geprüft und/oder redigiert wurden.

Schreibe einen Kommentar