Übergangslösung BLS-Werkstätten: BLS hält einen Teil ihrer Züge vorübergehend in Givisiez in Stand

Weil die Werkstätte Bern-Aebimatt der BLS voraussichtlich nur noch bis 2019 zur Verfügung steht und der geplante Neubau im Raum Bern nicht vor 2025 betriebsbereit sein wird, benötigt die BLS zusätzlich zu den Werkstätten Spiez, Oberburg und Bönigen eine Übergangslösung für die Instandhaltung ihrer Fahrzeuge. Diese konnte nun mit den Transports publics fribourgeois (TPF) gefunden werden. Am 12. Februar 2015 unterzeichneten BLS und TPF eine entsprechende Vereinbarung, wonach die BLS für die Übergangszeit 2019 bis 2025 Werkstattgleise der TPF in Givisiez zumieten kann.

erstellt am 13. Februar 2015 @ 10:50 Uhr
BLS / Transports publics fribourgeois (TPF) / SEV / transfair
Werkstaetten-BLS-2013Weil die Werkstätte Bern-Aebimatt der BLS voraussichtlich nur noch bis 2019 zur Verfügung steht und der geplante Neubau im Raum Bern nicht vor 2025 betriebsbereit sein wird, benötigt die BLS zusätzlich zu den Werkstätten Spiez, Oberburg und Bönigen eine Übergangslösung für die Instandhaltung ihrer Fahrzeuge. Diese konnte nun mit den Transports publics fribourgeois (TPF) gefunden werden. Am 12. Februar 2015 unterzeichneten BLS und TPF eine entsprechende Vereinbarung, wonach die BLS für die Übergangszeit 2019 bis 2025 Werkstattgleise der TPF in Givisiez zumieten kann.

«Givisiez ist für die BLS ein Glücksfall», sagt Bernard Guillelmon, CEO BLS,«denn die temporäre Mitbenützung der TPF-Werkstätte erlaubt es uns, die Zeitlücke bis zur Inbetriebnahme einer neuen BLS-Werkstätte im Raum Bern zu überbrücken und eine einwandfreie Instandhaltung unserer Fahrzeuge zu gewährleisten.» Die Lücke entsteht deshalb, weil die Werkstätte Bern-Aebimatt, welche die BLS heute von den SBB mietet, aufgrund der geplanten Ausbauten am Westkopf des Berner Bahnhofs voraussichtlich ab 2020 für die Instandhaltung nicht mehr zur Verfügung stehen wird. In der Werkstätte Aebimatt führt die BLS heute die betriebsnahe Instandhaltung (Fahrzeugreinigung, Wartungsarbeiten, Kontrollen und Reparaturen) ihrer Züge für die S-Bahn Bern durch.

TPF und BLS profitieren gleichermassen
Die BLS beabsichtigt, in Givisiez die Instandhaltung der gesamten MUTZ-Flotte (28 Doppelstockzüge, welche abwechselnd in Freiburg in der Nacht abgestellt werden) sowie eines Teils der NINA-Flotte durchzuführen. Dies wird weiterhin durch BLS-Personal geschehen. Die von TPF in Givisiez geplante Werkshalle war ursprünglich für die Instandhaltung ihrer 13 Flirt-Züge ausgelegt. Um zusätzlich den Bedarf der BLS abdecken zu können, plant TPF die neue Werkstätte nun grösser. Die Verantwortlichen von TPF und BLS haben am 12.2.2015 in Freiburg eine entsprechende Vereinbarung, gültig ab Anfang 2019 bis Ende 2025, unterzeichnet. Finanziell werden die von TPF getätigten Zusatzinvestitionen mit dem Mietpreis abgegolten, den die BLS entrichtet. Über den Mietpreis und weitere Modalitäten haben die Parteien Stillschweigen vereinbart. Dass die Vereinbarung für beide Seiten ein Gewinn ist, bestätigt auch Fréderic Lampin, Stellvertretender Direktor von TPF IMMO: «Wir haben unser Projekt bereits entsprechend angepasst und durch die gemeinsame Nutzung profitieren wir von einem Erfahrungs- und Wissensaustausch.»

Warum keine BLS-interne Übergangslösung?
Geprüft hat die BLS auch andere Übergangslösungen. Es zeigte sich einerseits, dass trotz Mehrschichtbetrieb in den bestehenden BLS-Werkstätten Bönigen, Spiez und Oberburg nicht ausreichend Kapazitäten zur Verfügung stehen, um in der Übergangszeit eine reibungslose Fahrzeuginstandhaltung zu gewährleisten. Andererseits kann die SBB der BLS aus heutiger Sicht eine Nutzungsverlängerung der Bern-Aebimatt ab 2019 nicht zusichern.

Gute Rahmenbedingungen für BLS-Mitarbeitende sichergestellt
Wie die betrieblichen und personellen Auswirkungen der Lösung Givisiez aussehen, ist noch nicht geklärt. Die BLS geht davon aus, dass rund 25 BLS-Mitarbeitende ab 2019 bis Ende 2025 in Givisiez arbeiten werden. Das Unternehmen wird rechtzeitig und proaktiv auf die betroffenen Mitarbeitenden zugehen. Es ist kein Stellenabbau vorgesehen.

Die mit TPF getroffene Vereinbarung ermöglicht es der BLS, die im 2013 beschlossene Neuausrichtung ihrer Fahrzeuginstandhaltung gezielt weiter zu verfolgen. Die BLS hält an der bereits kommunizierten und vom BLS-Verwaltungsrat verabschiedeten 2-Standortstrategie – eine neue Werkstätte im Raum Bern sowie dem Ausbau der bestehenden in Spiez – fest. Die Werkstätten Bönigen und Oberburg sollen demnach 2025 aufgegeben werden. Peter Fankhauser, Leiter Bahnproduktion BLS, betont: «Givisiez wird eine Überganslösung sein. Deshalb treiben wir die Standortsuche im Raum Bern für eine neue Anlage mit vollen Kräften voran.»


Medienmitteilung Transports publics fribourgeois (TPF) vom 13.02.2015:
Ein Eisenbahnunternehmen im Industriezentrum der TPF – Die BLS wird ihre Züge im zukünftigen Wartungszentrum in Givisiez unterhalten

Das Eisenbahnunternehmen BLS wird einen Teil seiner Unterhaltsarbeiten im zukünftigen Wartungszentrum der Freiburgischen Verkehrsbetriebe (TPF) in Givisiez ausführen. Am Abend des 12. Februar 2015 wurde eine Vereinbarung zwischen den beiden Unternehmen unterschrieben, die die entsprechenden Mietbedingungen regelt. Die TPF, Eigentümer des Zentrums, werden nach Inbetriebnahme in 2019 einen Teil der verfügbaren Fläche für eine Übergangszeit von sieben Jahren an die BLS vermieten.

Das zukünftige multimodale Zentrum der TPF in Givisiez, das im Dezember 2012 den Medien vorgestellt wurde, soll den Unterhalt, die Wartung und den Betrieb für alle Strassen- und Schienenfahrzeuge zusammenführen. Dies ermöglicht eine Rationalisierung der Produktionsgeräte, die sich heute im Grossraum Freiburg verteilen, sowie eine starke Verminderung der Lärmemissionen in dicht besiedelten Wohngebieten, die sich derzeit in unmittelbarer Nähe der Depots und Werkstätten befinden. Das Projekt soll grosse Skaleneffekte für die öffentliche Hand, Bestellerin der Dienstleistungen im öffentlichen Verkehr, erwirken.

Die Investitionen in den Bau dieses Industriekomplexes belaufen sich auf über 100 Millionen Franken. Er ist ein Eckpfeiler der TPF-Strategie, die eine Zentralisierung ihrer Tätigkeiten in der Peripherie vorsieht, um so Bauland in den stark besiedelten Gebieten für die Entwicklung von Immobilienprojekten und städtebaulichen Vorhaben, wie diejenigen der Bahnhöfe Bulle und Châtel-St-Denis, freizulegen.

Ein Eigentümer, zwei Betreiber
Nach der Unterzeichnung der Vereinbarung am 12. Februar 2015 wird nun die BLS Mieterin eines Teils des multimodalen Zentrums der TPF in Givisiez sein. Die BLS wird dort nach Inbetriebnahme Anfang 2019 während einer Übergangsphase von sieben Jahren ihre Züge mit ihrem eigenen Personal unterhalten. Die TPF freuen sich, der BLS diese effiziente Lösung anbieten zu können. Diese Vereinbarung ermöglicht einen Erfahrungsaustausch im Bereich der technischen Wartung zwischen den beiden in der Region Freiburg tätigen Transportunternehmen in der Region Freiburg.


Stellungnahme SEV:
SEV begrüsst BLS-Entscheid zu Werkstätten: Werkstätten-Personal gut begleiten

Die Gewerkschaft des Verkehrspersonals SEV begrüsst den Entscheid der BLS, ihre Fahrzeuge ab 2019 teilweise in Givisiez zu warten. Der SEV wird die Personalanliegen aktiv vertreten und zählt darauf, dass er von Anfang an in den Prozess einbezogen wird.

Es war seit längerer Zeit klar, dass die BLS-Werkstätte Aebimatt dereinst geschlossen werden muss. Der SEV hat immer zwei Anliegen in den Vordergrund gestellt: Die BLS soll ihre Fahrzeuge weiterhin mit eigenem Personal warten, und diese Arbeit soll an mehreren Standorten erfolgen.

«Mit ihrem Entscheid, vorübergehend nach Givisiez auszuweichen, erfüllt die BLS unsere zentralen Bedingungen», stellt der für die BLS zuständige Gewerkschaftssekretär Michael Buletti fest. Entsprechend unterstützt der SEV dieses Vorgehen. Es bleibt nun genügend Zeit, die Auswirkungen aufs Personal genau abzuklären. «Wir erwarten, dass die BLS uns von Anfang an in diesen Prozess einbezieht, damit es uns möglich ist, individuelle Lösungen zu suchen, falls es zu Härtefällen kommen sollte», ergänzt Buletti.

Der SEV ist bereit, konstruktiv an der Weiterentwicklung der Werkstättenplanung der BLS mitzuwirken. Es bleibt das zentrale Anliegen, dass der Fahrzeugunterhalt von eigenem Personal vorgenommen wird, um damit das entsprechende Fachwissen im Unternehmen zu halten; damit können attraktive handwerkliche und technische Arbeitsplätze erhalten und ausgebaut werden.


Stellungnahme transfair:
BLS Werkstätten: Zwischenlösung nach der Schliessung der Werkstatt Aebimatt gefunden

Die BLS fokussiert sich bekanntlich in den nächsten Jahren auf die Standortkonzentration ihrer Werkstätten. Zwischen 2019 und 2025 wird die Arbeit der wegfallenen Werkstatt Aebimatt nach Givisiez gezügelt. Durch diese Zwischenlösung werden ca. 25 Werkstattmitarbeitende von einer Arbeitsplatzverlagerung betroffen sein.

Die künftige Konzentration auf zwei Werkstattstandorte sowie diese Zwischenlösung kann transfair nachvollziehen. transfair fordert in diesem Zusammenhang von der BLS die begonnene strategische Personalplanung mit grosser Wichtigkeit weiter voranzutreiben. Es ist zwingend, alles daran zu setzen, für alle Werkstattmitarbeitenden einen persönlichen Entwicklungspfad zu erarbeiten und zu klären, wie ihre Zukunft aussieht.

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