Eröffnung Bahnstation – Dienstleistungszentrum Rigi Kaltbad

Die RIGI BAHNEN eröffneten am Sonntag, 1. März 2015 die neue Bahnstation – Dienstleistungszentrum auf Rigi Kaltbad. Mit dem neuen Gebäude wird eine verbesserte und zeitgerechtere Infrastruktur geboten und fördert die Belebung des Dorfkerns von Rigi Kaltbad.

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Neues Stationsgebäude für den Bahnhof Rigi Kaltbad

RIGI BAHNEN / Swiss Interactive, Aarau
Die RIGI BAHNEN AG haben am 28. März 2013 das Baugesuch für das neue Stationsgebäude Rigi Kaltbad bei der Gemeindeverwaltung in Weggis eingereicht. Dieser Prozessschritt ist Teil des Gesamtprojektes „Neue Bahnhofanlage Rigi Kaltbad“, deren erste Etappe mit dem Bau der Bahnanlagen im Verlaufe des letzten Jahres 2012 gebaut wurde. Seit Ende Oktober 2012 ist die neue Bahninfrastruktur erfolgreich in Betrieb.

Mit der Baueingabe für den Hochbau, startete die RIGI BAHNEN AG die zweite und letzte Etappe. Das Gebäude wird durch die Totalunternehmung Strüby Konzept AG, Seewen SZ geplant und erstellt. Da innert der gesetzlich vorgegebenen Frist keine Einsprachen beim Kantonsgericht eingegangen sind, steht dem Bau des modernen Stationsgebäudes auf Rigi Kaltbad nichts mehr im Wege. Die RIGI BAHNEN AG plant den Spatenstich per Frühling/Frühsommer 2014. Die Fertigstellung/Eröffnung sollte per Anfang 2015 erfolgen.

Die Stationsanlage Rigi Kaltbad der Vitznau-Rigi-Bahn, wurde erstmals 1999 neu geplant. Dabei wurde in der Umsetzung immer auf die Projekte in der Nachbarschaft Rücksicht genommen. Ziel war immer, dass die in die Jahre gekommen Bahnanlagen nach den Bauten in der Nachbarschaft umgesetzt werden. Die jahrelangen Verzögerungen auf den Grundstücken Bellevue, Dorfplatz, Mineralbad und im Bereich der ehemaligen Hostellerie (heute Hotel Rigi Kaltbad), führten dazu, dass der Neubau der Bahnhofanlagen der Vitznau-Rigi-Bahn mehrmals verschoben wurde. Mit dem definitiven Entscheid das Mineralbad & SPA Rigi Kaltbad zu bauen und dessen Eröffnung am 1. Juli 2012, konnten auch die Rigi Bahnen ihre Projektstudien wieder aktivieren und an die Planung gehen.

Wer ist der Architekt?
Es war das Bestreben aller Beteiligten auch das Stationsgebäude nach den Plänen von Mario Botta umzusetzen, damit das Bad, der Dorfplatz und das Bahnhofgebäude als Dienstleistungszentrum (Bahn, Tourismus und Souvenirshop) eine architektonische Einheit bilden. Die RIGI BAHNEN AG wollte aber auch Alternativen geprüft haben und damit sorgfältig abwägen, welche Kriterien zu erfüllen sind für ein Bahnhofgebäude auf über 1400 Meter.
Die Prüfung hat dazu geführt, dass sich die RIGI BAHNEN AG für das Projekt der Firma Strüby Konzept AG, Seewen SZ entschied, welches in mehreren Punkten unsere Anforderungen besser erfüllte. Architekt und „geistiger Vater“ der Architektur ist der Fribourger Architekt Didier Pichonnaz (44) der Firma Strüby Konzept AG.

Ein angemessenes Projekt für die RIGI BAHNEN AG
Das nun baueingabereife Projekt der Firma Strüby beinhaltet ein eingeschossiges Bahnhofgebäude, welches nicht nur die Dienstleistungsaufgaben erfüllt, sondern auch die Aspekte der heiklen geologischen Situation im Gebiet Rigi Kaltbad Rechnung trägt bzgl. Terraineingriffe und Gesamtgewicht der Hochbaute. Nicht zuletzt waren eine optimierte Kostensituation bei den Investitions- und den Betriebskosten ausschlaggebend für die Wahl des Projektes „Strüby“.

Was ist im Gebäude?
Das Bahnhofgebäude setzt den Fokus auf die Dienstleistung für unsere Gäste. Betritt man das Gebäude vom Dorfplatz und Mineralbad her, öffnet sich zur rechten Hand ein für die Station Kaltbad angemessenen integraler Dienstleistungsbereich für die Bereiche Bahn, Tourismus und Shop. Die Publikumsbereiche sind hell und zeigen mit grossen Fensterflächen das Panorama in Richtung süd – südwest und den Blick auf den Dorfplatz zum Mineralbad. Gleichzeitig ist dieser Bereich mit der Passage für den stufenlosen Zu- und Weggang der Bahngäste bestückt. Grossflächig wird die Hauptperronzone von den Bahngleisen durch das Gebäude auf den Dorfplatz übernommen.

Vom Dorfplatz her eintretend links hat der Gast direkt Zugang zu den Räumlichkeiten der sanitären Anlagen, die auch behindertengerecht ausgeführt sind.

Für den Materialumschlag von Kleingütern befindet sich im bergseitigen Gebäudeteil eine Übergabestelle. In diesen Räumen befindet sich auch ein Kühlbereich, der der Sicherstellung der Kühlkette Bahn – Gastro dient. Im Weitern befindet sich in diesem Gebäudeteil Raumvolumen für kleine Lager und technische Anlagen.

Was ist ausserhalb des Gebäudes?
Die architektonische Gestaltung des Bahnhofgebäudes war infolge der komplizierten Terrainsituation mit verschiedenen schiefen Ebenen der Bereiche Bahngleis, Bahnübergang, Dorfplatz und Bellevue-Grundstück eine hohe Herausforderung. Die Firma Strüby hat die komplexe Problemlösung unter der Berücksichtigung der Barrierenfreiheit (Behindertenzugänglichkeit) optimal gelöst. Im Publikumsbereich befinden sich nirgends Treppenstufen, so dass die Bahngäste auch mit Kinderwagen oder Rollstuhl selbständig zirkulieren können. Dabei müssen auch die taktilen Elemente für Sehbehinderte im ganzen Bereich integriert werden.

Die beiden Gebäudedächer übernehmen auf geschickte Weise die beiden Hauptebenen der schiefen Gleisanlage und des horizontalen Dorfplatzes und führen diese in eine architektonische Einheit zusammen. Auffällig ist der grosse gedeckte Perronbereich des Hauptperrons im Ausmass von 93.2 m2. Grosszügige Sitzgelegenheiten auf dem Perron und in Richtung Dorfplatz runden die Architektur ab.

Gebäudematerialisierung
Die heikle Geologie, die Integration ins Dorfbild und der Berg erfordern einen technisch und optisch leichten Baukörper, der dem Berg den Hauptauftritt überlässt. Diese Forderung ruft nach einer Holz-/Glaskonstruktion. Das ganze Gebäude, mehrheitlich aus Holz- und Glasmaterialien, steht auf einer filigranen Betonplatte. Die Eingeschossigkeit muss infolge des stark abfallenden Geländes durch überhöhte Fassaden und einer geschickte Anordnung der Dachbereiche optisch abgefangen werden. Die dadurch teilweise erhöhten Fassadensegmente werden mit viel Glas transparent und leicht gestaltet. Im Weiteren sind im Dach- und im nordwestlichen Fassadenbereich Leichtmetalle wie Kupfer und Aluminimum im Einsatz.

Was sind die Kosten?
Die Investitionskosten für das Bahnhofgebäude betragen ca. CHF 2.5 bis 3 Mio. Bei alternativen Projekten lagen die Investitionskosten im Bereich von CHF 4 bis 5 Mio.

Aus heutiger Sicht ist demzufolge absehbar, dass die ganze Bahnhofanlage Rigi Kaltbad auf knapp CHF 8 Mio. (CHF 5.1 Mio. Bahnanlage und CHF 2.5 bis 3 Mio. Bahnhofgebäude) zu stehen kommt. Gestützt wird das Gesamtprojekt mit einem zinslosen Darlehen des Kantons Luzern (NRP) von CHF 2 Mio.

Autor: Redaktion

Aus der Bahnonline.ch-Redaktion. Zugesandte Artikel und Medienmitteilungen, welche von der Redaktion geprüft und/oder redigiert wurden.

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