Einigung über die Linienführung der Limmattalbahn im Zentrum von Dietikon

Ende Januar 2015 haben die Stadt Dietikon und die Limmattalbahn AG das gemeinsame Masterplanverfahren zur Limmattalbahn abgeschlossen. Der umfangreiche Variantenvergleich hat ergeben, dass die direkte Anbindung der Limmattalbahn an den Bahnhof notwendig ist. Die engen Verhältnisse verlangen jedoch nach verschiedenen Massnahmen und Verbesserungen. Die Limmattalbahn AG reicht deshalb Ende März 2015 eine Projektänderung beim Bund ein.

erstellt am 23. Februar 2015 @ 12:59 Uhr
Stadt Dietikon / Limmattalbahn
SkizzeLinienfuehrungDietikonEnde Januar 2015 haben die Stadt Dietikon und die Limmattalbahn AG das gemeinsame Masterplanverfahren zur Limmattalbahn abgeschlossen. Der umfangreiche Variantenvergleich hat ergeben, dass die direkte Anbindung der Limmattalbahn an den Bahnhof notwendig ist. Die engen Verhältnisse verlangen jedoch nach verschiedenen Massnahmen und Verbesserungen. Die Limmattalbahn AG reicht deshalb Ende März 2015 eine Projektänderung beim Bund ein.

Die Stadt Dietikon hatte im Dezember 2013 im Rahmen des eisenbahnrechtlichen Plangenehmigungsverfahrens eine Einsprache zur Linienführung der Limmattalbahn im Zentrum eingereicht. Um eine gemeinsame Lösung zu finden, führten die Limmattalbahn AG und der Stadtrat zwischen Mai 2014 und Januar 2015 ein Masterplanverfahren unter externer Leitung durch. Daran waren Vertreter aller Parteien, Gewerbeverbände und die katholische Kirchgemeinde beteiligt. Die Teilnehmenden diskutierten die zukünftige Stadtentwicklung im Bahnhofsumfeld und prüften verschiedene Linienführungsvarianten im Zentrum.

Umfangreicher Variantenvergleich – überzeugende Lösung am Bahnhof bringt Einigung
ZielbildZentrumDietikon In einem umfangreichen Variantenvergleich wurden 16 verschiedene Linienführungen beurteilt. Der Vergleich hat gezeigt, dass die Linienführung gemäss Bauprojekt in praktisch allen Bereichen am besten abschneidet. Nur mit einer Haltestelle beim Bahnhof können die Anschlüsse auf die S-Bahn gewährleistet und dadurch kurze Reisezeiten realisiert werden. Eine Linienführung in der Zürcherstrasse hätte hingegen einen zu grossen Eingriff ins Privateigentum und/oder grosse Staulängen an der Löwenplatzkreuzung zur Folge.

Es hat sich jedoch herausgestellt, dass das vorliegende Bauprojekt verbessert werden muss. Insbesondere die Platzverhältnisse beim Bahnhof wurden als zu eng beurteilt. Die Masterrunde hat ein Zielbild zum Zentrum definiert [siehe Plan oben], das verschiedene Optimierungsperspektiven aufzeigt. Hauptsächlich soll durch den Rückbau einer Liegenschaft ein neuer Bahnhofplatz Ost entstehen, der die engen Verhältnisse deutlich entschärft. Der zusätzliche Platz ermöglicht, die Perrons und die Fussgängerwege zu verbreitern und die Sicherheit deutlich zu erhöhen. Das Bauprojekt der Limmattalbahn wird entsprechend überarbeitet und als Projektänderung Ende März 2015 beim Bundesamt für Verkehr zur Genehmigung eingereicht. Die Projektänderung ist Bestandteil eines Vergleichs zwischen der Stadt Dietikon und der Limmattalbahn AG, aufgrund dessen der Stadtrat seine Einsprache zur Linienführung im Zentrum zurückgezogen hat.

Der Stadtrat von Dietikon und die Limmattalbahn AG sind der Meinung, dass mit den Projektänderungen und weitergehenden Massnahmen eine überzeugende Lösung gefunden wurde und die Bevölkerung von Dietikon zukünftig von einem grosszügiger gestalteten und aufgewerteten Zentrum profitieren kann. Die grosse Mehrheit der Masterrunde begrüsst die vorliegende Lösung.

Potenzial für städtebauliche Erneuerung im Zentrum
Das von der Masterrunde verabschiedete Zielbild [siehe Plan oben] enthält konkrete Massnahmen, die zur Verbesserung des Limmattalbahn-Projektes und des gesamten Bahnhofumfelds in Dietikon beitragen sollen. Ziel ist ein städtebaulich attraktives und funktionales Stadtzentrum mit grosszügigen öffentlichen Räumen.

Folgende sieben Massnahmen und Aufgaben wurden definiert:

  • Erweiterung Bahnhofplatz Ost: Im Bereich Bahnhofplatz Ost soll ein grosszügiger Aufenthaltsbereich entstehen. Die Perronanlagen von Limmattalbahn und BDWM werden verbreitert und ein neuer Platz realisiert. Dazu ist der Abbruch einer Liegenschaft nötig. Die Planänderungen sind Bestandteile des überarbeiteten Bauprojekts der Limmattalbahn.
  • Erschliessung Liegenschaften am Bahnhof: Die privaten Liegenschaften im Bereich Bahnhof bleiben jederzeit erschlossen. Anwohnerinnen und Anwohner sowie die Benutzerinnen und Benutzer des Kirchenzentrums können ohne wesentliche Einschränkungen durch die Haltestelle fahren.
  • Verkehrskapazität Löwenplatz: Die erforderliche Kapazität für den Verkehr am Knoten Löwenplatz wird auch unter Betrieb der Limmattalbahn gewährleistet.
  • Begehbarkeit Kirchplatz: Die Querungsmöglichkeiten am Kirchplatz bleiben für Fussgänger trotz Bahntrassee und den Durchfahrten von Bussen erhalten. Bei Grossanlässen kann der Kirchplatz verkehrsfrei gestaltet werden.
  • Aufwertung Zürcherstrasse: Der Kanton Zürich bereitet die weitere Planungsstufe für die Sanierung der Zürcherstrasse vor. Die Neugestaltung des Strassenraums ist ein wichtiger Impuls für die Zentrumsentwicklung.
  • Neugestaltung Bahnhofplatz West: Der Bahnhofplatz West soll durch den Abbruch zweier Liegenschaften aufgewertet werden. Ziel ist ein grosszügiger Bahnhofplatz. Die Gespräche mit den Liegenschaftsbesitzern sind im Gange.
  • Potenzial Bahnhofstrasse: Der Aussenraum und bauliche Entwicklungen an der Bahnhofstrasse sollen diese Achse attraktiver machen und den Zugang zum Bahnhof für Fussgänger und Velo verbessern.

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Autor: Redaktion

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