Limmattalbahn: Keine Tunnelverlängerung im Spital-Quartier Schlieren

Der Stadtrat von Schlieren hat im Dezember 2013 in diversen Punkten Einsprache erhoben gegen die öffentlich aufgelegten Pläne der Limmattalbahn. Bei der Behandlung der verschiedenen Kritikpunkte konnten überzeugende Optimierungen erzielt werden. Statt einer Tunnelverlängerung im Spital-Quartier soll nun eine optimierte Tempo-30-Zone realisiert werden. Der Stadtrat hat mit der Limmattalbahn AG einen entsprechenden Vergleich unterschrieben und zieht damit seine Einsprache zurück.

erstellt am 17. Dezember 2014 @ 14:55 Uhr
Stadt Schlieren
Der Stadtrat von Schlieren hat im Dezember 2013 in diversen Punkten Einsprache erhoben gegen die öffentlich aufgelegten Pläne der Limmattalbahn. Bei der Behandlung der verschiedenen Kritikpunkte konnten überzeugende Optimierungen erzielt werden. Statt einer Tunnelverlängerung im Spital-Quartier soll nun eine optimierte Tempo-30-Zone realisiert werden. Der Stadtrat hat mit der Limmattalbahn AG einen entsprechenden Vergleich unterschrieben und zieht damit seine Einsprache zurück.

Situationsplan Spitalstrasse Variante Tempo 30 optimiert

Die Pläne der Limmattalbahn wurden vor allem im Gebiet Spitalstrasse kritisiert. Insbesondere Anwohnende forderten eine Verlängerung des geplanten Tunnels zwischen Badener- und Färberhüslistrasse bis ins Gebiet Luberzen. Damit hätte die Haltestelle „Spital“ unterirdisch erstellt werden müssen.

Runder Tisch empfiehlt Rückzug der Einsprache
Zur Klärung dieser Forderung hat der Stadtrat Mitte 2014 einen Runden Tisch gebildet, wobei eine Person pro im Parlament vertretene Partei Einsitz nehmen konnte. Das Gremium hat zu einzelnen Gesprächen auch Fachleute und betroffene Gruppierungen aus der Bevölkerung beigezogen. Nach mehreren Sitzungen und der Prüfung verschiedener Varianten gelangte das Gremium mehrheitlich zum Schluss, dem Stadtrat den Rückzug der Einsprache zu empfehlen. Stattdessen soll eine optimierte Tempo-30-Zone weiterverfolgt werden. Mit Tempo 30, zwei zusätzlichen Barrieren und einer optimalen Möblierung der Strassenfläche ist der Runde Tisch davon überzeugt, eine verkehrssichere und quartierverträgliche Lösung zu erhalten, die für Schleichverkehr unattraktiv ist. Der Runde Tisch empfiehlt, die erarbeitete Lösung noch weiter zu verbessern, um den Durchgangsverkehr zu reduzieren. Eine Senkung der erlaubten Höchstgeschwindigkeit auf 20 km/h sei explizit gewünscht.

Die Tempo-30-Zone und ihre Vorteile
Die vom Stadtrat und der Limmattalbahn AG gutgeheissene Lösung der optimierten Tempo-30-Zone führt dazu, dass weniger Raum für den Verkehr benötigt wird. Die Strassenbreite kann von den geplanten 19.2 m auf 14.75 m verringert werden. Dadurch wird der erforderliche Landerwerb für das Projekt deutlich reduziert von 700 m2 auf rund 140 m2. Die Strassenraumgestaltung wird durch den Erhalt von bestehenden Bäumen verbessert. Statt 17 Bäume müssen nur noch fünf Bäume gefällt werden. Zudem kann zu den angrenzenden Liegenschaften eine verbesserte Zufahrt gewährleistet werden.

Weitere Optimierungen in Schlieren
Die Verhandlungen mit der Limmattalbahn AG führten zu weiteren Optimierungen ohne Kostenfolgen für die Stadt Schlieren:

  • Im Bereich Mülligen wird ein Vollknoten realisiert, um mit dieser Kreuzung die Erschliessung des Hüblerwegs zu verbessern.
  • Zur Gewährleistung von Wendemanövern mit Sattelschleppern wird die geplante Schleppkurve auf der Wagistrasse beim Knoten Zürcherstrasse vergrössert.
  • Zwischen den Haltestellen Gasometerbrücke und Wagonsfabrik wird der geplante Hartbelag durch ein Grüntrassee ersetzt, was zu einer ansprechenderen Gestaltung des Strassenraums führt.
  • An der Zürcherstrasse 10 und 14 können vier der insgesamt sechs Parkplätze erhalten bleiben.
  • Das Tunnelportal wird an der Badenerstrasse 117 besser gestaltet und um 1 m Richtung Westen verschoben. Dadurch wird die Situation an dieser Liegenschaft wesentlich entschärft.

Der Stadtrat hat aufgrund der Verhandlungsergebnisse beschlossen, seine Einsprache in allen Punkten zurückzuziehen.

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