Fahrplanmässiger Betrieb ab 11. Dezember 2016: SBB auf Kurs für Inbetriebnahme des neuen Gotthardtunnels

In genau zwei Jahren fahren die ersten fahrplanmässigen Züge durch den neuen Gotthardtunnel, den mit 57 Kilometern längsten Eisenbahntunnel der Welt. Die Nord/Süd-Achse Gotthard ermöglicht dem Schienengüterverkehr neue, effiziente und ökologische Logistiklösungen. Die Kunden profitieren von mehr Kapazitäten, besseren Anbindungen und einer höheren Planbarkeit. Im Personenverkehr bringt das neue Eisenbahnzeitalter schrittweise schnellere, zuverlässigere und pünktlichere Verbindungen. Pro Stunde und Richtung werden bis zu fünf Güter- und zwei Personenzüge verkehren. Bei der SBB laufen die Arbeiten für die erfolgreiche Inbetriebnahme auf Hochtouren. Dazu gehören die Schulung von rund 3900 Personen und die Umrüstung von Anlagen und Bahnhöfen auf die Führerstandssignalisierung ETCS Level 2 [Präsentation].

erstellt am 11. Dezember 2014 @ 13:13 Uhr
SBB CFF FFS / Gotthard-Komitee / AlpTransit Gotthard
Gotthard GBT PraesentationIn genau zwei Jahren fahren die ersten fahrplanmässigen Züge durch den neuen Gotthardtunnel, den mit 57 Kilometern längsten Eisenbahntunnel der Welt. Die Nord/Süd-Achse Gotthard ermöglicht dem Schienen-Güterverkehr neue, effiziente und ökologische Logistiklösungen. Die Kunden profitieren von mehr Kapazitäten, besseren Anbindungen und einer höheren Planbarkeit. Im Personenverkehr bringt das neue Eisenbahnzeitalter schrittweise schnellere, zuverlässigere und pünktlichere Verbindungen. Pro Stunde und Richtung werden bis zu fünf Güter- und zwei Personenzüge verkehren. Bei der SBB laufen die Arbeiten für die erfolgreiche Inbetriebnahme auf Hochtouren. Dazu gehören die Schulung von rund 3900 Personen und die Umrüstung von Anlagen und Bahnhöfen auf die Führerstandssignalisierung ETCS Level 2 [Präsentation].

Die Inbetriebnahme des längsten Eisenbahntunnels der Welt am 11. Dezember 2016 ist der wichtigste Meilenstein zur erneuerten Nord/Süd-Achse Gotthard. Pro Stunde und Richtung werden ab Fahrplanwechsel 2016/2017 bis zu fünf Güter- und zwei Personenzüge verkehren. Für den Güterverkehr ermöglicht dies mehr und schnellere Verbindungen auf der Nord/Süd-Achse Gotthard. Die Züge fahren zudem zuverlässiger und für die Kunden planbarer, weil witterungsbedingte Streckenunterbrüche grösstenteils ausgeschlossen werden können.

Mit dem neuen Gotthardtunnel rücken das Tessin und die Deutschschweiz beziehungsweise das Tessin und die Romandie viel näher zusammen, was den Cargo-Kunden neue Marktchancen bringt. So werden unter anderem mehrere tägliche Zustellungen und Abholungen an den grossen Standorten im Tessin ermöglicht. Am Vortag geerntetes Obst und Gemüse aus dem Tessin und Norditalien kann bereits frühmorgens auch in Westschweizer Filialen angeliefert werden. Für den internationalen Transitverkehr ist der neue Gotthardtunnel ein erster grosser Schritt zur Flachbahn durch die Alpen. Diese wird ab 2020 auf dem wichtigen europäischen Korridor von Rotterdam nach Genua bis zu 20 Prozent Volumensteigerung ermöglichen. Voraussetzung ist aber, dass auch in den angrenzenden Ländern Deutschland und Italien die notwendigen Zulaufstrecken weiter ausgebaut werden.

Schnellere Verbindungen ins Tessin und nach Mailand
Im Personenverkehr dürfen sich die Reisenden auf mehr Verbindungen, moderne Züge und deutlich kürzere Reisezeiten freuen. Die Fahrt von Zürich nach Lugano beispielsweise wird ab 2020, wenn auch der Ceneri-Basistunnel in Betrieb ist, weniger als zwei Stunden dauern. Mailand erreicht man ab Zürich dann in weniger als drei Stunden. Die Verbesserungen auf der Nord/Süd-Achse Gotthard kommen schrittweise – bis zur Inbetriebnahme des Ceneri-Basistunnels gilt vorübergehend ein Baustellenfahrplan mit reduzierten Fahrzeitgewinnen [vgl. Tabelle weiter unten]. Bereits ab Dezember 2016 dauert die Reise ab Zürich und Zug ins Tessin rund 25 Minuten weniger lang als heute.

Neue Züge und über 50 Prozent mehr Kapazitäten
Heute fahren täglich rund 9000 Passagiere mit der SBB über den Gotthard. Bis 2020 dürfte sich die Nachfrage auf täglich mindestens 15‘000 Reisende deutlich erhöhen. Die SBB investiert deshalb in neues internationales Rollmaterial für den Nord-Süd-Verkehr. Acht neue Triebzüge des Typs ETR610 kommen seit November 2014 schrittweise zum Einsatz. Ab Ende 2019 werden 29 neue Triebzüge von Stadler Rail auf der Nord-Süd-Achse verkehren. Zudem wird die bestehende nationale Flotte für die erhöhten Sicherheitsnormen im neuen Gotthardtunnel bereit gemacht: Dies betrifft 18 ICN, 13 Lokomotiven und 127 Standard IC-Wagen, die bis Ende 2016 einsatzbereit sein werden.

Inbetriebnahme auf Kurs
Die weiteren Arbeiten für die Inbetriebnahme des neuen Gotthardtunnels laufen in enger Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Verkehr, der AlpTransit Gotthard AG sowie den Kantonen Uri und Tessin auf Hochtouren. Rund 3900 Mitarbeitende von SBB, Drittbahnen und kantonalen Rettungskräften werden in den nächsten zwei Jahren in über 20‘000 Ausbildungstagen für ihren Einsatz im und um den neuen Gotthardtunnel geschult. Parallel dazu entstehen in Erstfeld und Biasca zwei neue Erhaltungs- und Interventionszentren. Rund 300 Mitarbeitende (inkl. 120 neu geschaffene Stellen) werden von dort aus für Unterhalt und Störungsbehebung verantwortlich sein. Ihnen werden 31 neue Erhaltungsfahrzeuge und zwei neue Lösch- und Rettungszüge zur Verfügung stehen. Mitte 2015 wird zudem das neue elektronische Stellwerk Altdorf in Betrieb gehen. Ende Oktober 2015 folgt die Inbetriebnahme des elektronischen Stellwerks auf der Südseite in Pollegio. Zusammen mit der Umrüstung von Anlagen und Bahnhöfen zwischen Brunnen und Castione auf Führerstandsignalisierung ETCS Level 2 ermöglicht dies kürzere Zugfolgezeiten.

25 Bauprojekte bis 2020
Die volle Leistungsfähigkeit erreicht die erneuerte Nord/Süd-Achse Gotthard 2020, nach Inbetriebnahme des Ceneri-Basistunnel (2019) und des 4-Meter-Korridors (2020). Bis dahin werden auf der Zulaufstrecke rund 25 Bauprojekte realisiert – beispielsweise Zugersee Ost, Sanierung Axenseegleis oder Knoten Bellinzona sowie zahlreiche Tunnelbauten im Tessin. Die zeitliche und räumliche Ballung ist eine grosse Herausforderung für die Fahrplanstabilität. Mit zahlreichen Massnahmen in den Bereichen Rollmaterial, Bau und Betrieb wird die SBB die Auswirkungen für die Kundinnen und Kunden bis zum Abschluss der Bauprojekte so gering wie möglich halten.

Schrittweise kürzere Fahrzeiten
Gotthard GBT Schrittweise kuerzere Fahrzeiten


Stellungnahme Gotthard-Komitee:
Die Gotthard-Kantone zwei Jahre vor Eröffnung des Gotthard-Basistunnels: Vorfreude und Respekt vor anstehenden Aufgaben

Die Gotthard-Kantone nehmen erfreut zur Kenntnis, dass die Arbeiten für die Eröffnung des Gotthard-Basistunnels in genau zwei Jahren auf Kurs sind. Die geplanten Fahrzeitverkürzungen und der Halbstundentakt sowie der Fokus auf Fahrplanstabilität trotz Grossbaustellen entsprechen im Grundsatz den Vorstellungen des Gotthard-Komitees. Für die Zukunft der Bergstrecke erwartet das Komitee Konzepte, die auf die Bedürfnisse der Gotthard-Region Rücksicht nehmen. Auf längere Sicht sind für einen stabilen Personen- und Güterverkehr am Gotthard Investitionen in die Zufahrten im Norden und Süden unverzichtbar.

Wichtige Forderungen des Gotthard-Komitees wie der durchgehende Halbstundentakt zwischen Zürich und Lugano und ein Halt im Kanton Uri sind im Fahrplankonzept nach Eröffnung des Gotthard-Basistunnels berücksichtigt. Dass die grossen Fahrzeitgewinne aufgrund der Baustellen am Zugersee und Axen nur schrittweise umgesetzt werden können, ist in Kauf zu nehmen. Dasselbe gilt für die vorübergehende Spitzkehre in Rotkreuz. Kurzfristig erachtet es das Gotthard-Komitee in Übereinstimmung mit der SBB als prioritär, die Zuverlässigkeit und Fahrplanstabilität am Gotthard weiter zu steigern.

Bergstrecke als Lebensader für die Region
Besonderes Augenmerk legt das Gotthard-Komitee auf die Zukunft der Bergstrecke. Mit ihrer wirtschaftlichen und touristischen Bedeutung ist sie eine Lebensader für die Region. Der vorgesehene Stundentakt, die zusätzlichen touristischen Angebote und die geplanten Verbesserungen für das Tessin im grenzüberschreitenden S-Bahn-Verkehr zielen in die richtige Richtung. In der Detailarbeit wird es nun darum gehen, die berechtigten Bedürfnisse der Region optimal zu berücksichtigen.

4-Meter-Korridor rechtzeitig fertigstellen
Das Gotthard-Komitee begrüsst den Ausbau der Nord-Süd-Achse zu einem durchgehenden 4-Meter Korridor. Um die volle Leistungsfähigkeit der Achse zu gewährleisten, sollte der Korridor rechtzeitig zur Inbetriebnahme des Ceneri Basistunnels zur Verfügung stehen.

Engpässe bei den Zufahrten absehbar
Die Verkehrszunahme wird in absehbarer Zeit zu Engpässen bei den Zufahrten zu den Basistunnels führen. Das Gotthard-Komitee erwartet vom Bund, dass diesem Umstand im Rahmen der Planungen für künftige Bahnausbauten Rechnung getragen wird. Investitionen in die Kapazität der Zufahrten im Norden und Süden sind unverzichtbar, wenn die wichtige Verlagerung des Transitgüterverkehrs nicht zu einer Verdrängung des ebenso wichtigen Personenfern- und Regionalverkehrs führen soll.

Mitarbeit beim Testbetrieb im Gotthard-Basistunnel

Mit dem Gotthard-Basistunnel entsteht ein Jahrhundertbauwerk. Im Dezember 2016 geht der 57 Kilometer lange Tunnel in Betrieb. Künftig verkehren die Züge mit Geschwindigkeiten bis 250 km/h. Um die Leistungsfähigkeit dieses Bauwerks zu prüfen und nachzuweisen, muss der längste Eisenbahntunnel der Welt auf Herz und Nieren getestet werden. Dieser Testbetrieb wird von Oktober 2015 bis Mai 2016 rund um die Uhr durchgeführt. Unter realen Bedingungen finden hunderte von Testfahrten statt. Hierfür sucht die AlpTransit Gotthard AG Personal für die Durchführung. Nutzen Sie die einmalige Chance, an der Inbetriebsetzung des längsten Eisenbahntunnels der Welt mitzuwirken.

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Autor: Redaktion

Aus der Bahnonline.ch-Redaktion. Zugesandte Artikel und Medienmitteilungen, welche von der Redaktion geprüft und/oder redigiert wurden.

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