Bahn-Ikone restauriert: „Blauer Pfeil“ der BLS ist wieder unterwegs

Es ist das letzte erhaltene Exemplar der ersten Serie des legendären Leichttriebzuges „Blauer Pfeil“ von 1938, einem Vorläufer heutiger S-Bahn- und Regionalverkehrszüge. Nun ist der BLS-Pionierzug nach abgeschlossener, dreijähriger Restauration durch die BLS-Stiftung wieder unterwegs: Am Dienstag, den 12. August 2014, begibt sich der BLS-Doppeltriebwagen BCFe 4/6 Nr. 736 auf seine Jungfernfahrt. Als Charterfahrzeug kann er künftig auf dem ganzen Schweizer Normalspurnetz verkehren.

erstellt am 05. August 2014 @ 13:50 Uhr
BLS / BLS Stiftung, Kilian T. Elsasser / Bernhard Ledermann
BLS-BLS Stiftung Doppeltriebwagen Blauer Pfeil BCFe 46 736Es ist das letzte erhaltene Exemplar der ersten Serie des legendären Leichttriebzuges „Blauer Pfeil“ von 1938, einem Vorläufer heutiger S-Bahn- und Regionalverkehrs-Züge. Nun ist der BLS-Pionierzug nach abgeschlossener, dreijähriger Restauration durch die BLS-Stiftung wieder unterwegs: Am Dienstag, den 12. August 2014, begab sich der BLS-Doppeltriebwagen BCFe 4/6 Nr. 736 auf seine Jungfernfahrt. Als Charterfahrzeug kann er künftig auf dem ganzen Schweizer Normalspurnetz verkehren.

BLS-BLS Stiftung Doppeltriebwagen Blauer Pfeil BCFe 46 736Die aufwändige Restaurierung des Doppeltriebwagen BCFe 4/6 Nr. 736 (Baujahr 1938) der BLS-Stiftung konnte erfolgreich abgeschlossen werden. «Wir sind stolz, den «Blauen Pfeil» der Öffentlichkeit wieder zur Verfügung stellen zu können», so Andreas Willich, Präsident des BLS-Stiftungsrats und Leiter Personenverkehr der BLS AG. Am 12. August 2014 erlebte der Zug in einem authentisch historischen Zustand auf der ursprünglichen Einsatzstrecke Bern-Neuchâtel (BN) seine Jungfernfahrt. Die Gesamtkosten des Projekts beliefen sich auf rund CHF 2.1 Mio., die Arbeiten inklusive Fundraising dauerten rund drei Jahre.

BLS-Pionierzug mit innovativer Technik und tiefen Kosten
BLS-BLS Stiftung Doppeltriebwagen Blauer Pfeil BCFe 46 736Der «Blaue Pfeil» verkehrte zwischen 1938 und 1985 auf der BN, danach bis 1999 auf dem Netz der Sensetalbahn. Anschliessend kaufte ihn der Tramverein und rettete ihn vor dem Verschrotten. 2011 erwarb die BLS-Stiftung das letzte erhaltene Fahrzeug, ein Objekt der Industriekultur von nationaler Bedeutung.

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Der «Blaue Pfeil» wurde 1939 als eines von drei für die BLS und BN gebauten Fahrzeugen an der Landi der breiten Öffentlichkeit präsentiert und galt damals als technische Innovation. Er gehörte zu den ersten Triebwagen mit selbstragenden Wagenkästen und war sehr leicht gebaut: Nieten wurden mit Schweissnähten ersetzt, was zu einer massiven Gewichtsreduktion führte. Er war quasi ein Low-Budget-Zug mit um 50 Prozent tieferen Sitzplatzkosten.

BLS-BLS Stiftung Doppeltriebwagen Blauer Pfeil BCFe 46 736 77820_05Aufgrund der ungewöhnlichen Platzierung der Transformatoren auf dem Dach, konnte der ganze Innenraum für den Transport von Passagieren, Post, Gepäck und sogar Häftlingen genutzt werden. Er verfügte im Ablieferungszustand über 155 Sitzplätze der zweiten und dritten Klasse, angeordnet in zwei- und dreiplätzigen Sitzbänken. Der Zug wurde zudem mit sehr grossen Fenstern gebaut – schon fast wie bei heutigen Panoramazügen.

Das moderne Transportmittel gefiel aufgrund seines dunkelblauen Anstriches und seiner windschnittigen Form. Der «Blaue Pfeil» bestach durch den Stil der damals vorherrschenden «Neuen Sachlichkeit», welche zweckmässiges, industrielles Design betonte.

Pünktlich zur Jungfernfahrt erscheint der Kunstführer «Der Blaue Pfeil» der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK.

Einsatzbereit für ganzes Schweizer Normalspurnetz
BLS-BLS Stiftung Doppeltriebwagen Blauer Pfeil BCFe 46 736Die BLS-Stiftung leiht den Blauen Pfeil für den Betrieb und die Vermarktung an die BLS AG aus. Das Fahrzeug von nationaler Bedeutung steht für Charter- und Publikumsfahrten zur Verfügung und kann dank ausgezeichneter Motorisierung und entsprechender Abnahme auf dem gesamten Schweizer Normalspurnetz eingesetzt werden.

Jungfernfahrt «Blauer Pfeil»
Am 12. August 2014 unternahm der BCFe 4/6 736 die Jungfernfahrt nach seiner Restaurierung von Bern nach Marin-Epagnier.

Die verschiedenen Serien der „Blauen Pfeile“ der BLS

Der jetzt restaurierte „Blaue Pfeil“ gehörte zu einer Serie von ursprünglich drei Doppeltriebwagen BCFe (BCDZe) 4/6 731/736+737, diese waren eine Weiterentwicklung der 1935 und 1937 gelieferten Ce 2/4 701-705 mit den 1938 dazu beschafften Leichtanhängerwagen BCF4 und zugleich die Vorgänger der später beschafften ABDe 4/8 741-743 von 1945-1946; 746-750 von 1954-1957 sowie 751-755 von 1964. Nicht vergessen wollen wir den ebenfalls 1938 für die damalige Bern-Schwarzenburg-Bahn (BSB) beschafften CFZe 2/6 711. Insgesamt prägten diese „Blauen Pfeile“ das BLS-Netz von 1935 – 2003.

Weitere Details zur Geschichte der Blauen Pfeile unter www.lokifahrer.ch

Die BLS-Stiftung in Kürze

Aufgabe der gemeinnützigen Stiftung ist es das historische Erbe der BLS nachfolgenden Generationen zu erhalten, zu restaurieren und möglichst wieder in Betrieb zu setzen. Sie sammelt, erhält und präsentiert Kulturgut des öffentlichen Verkehrs und konzentriert sich dabei in erster Linie auf die Pionierleistungen im Bereich Elektrotraktion der BLS und ihrer Vorgängerbahnen. Ihre Sammlung umfasst aber auch Gebäude, Plakate, Modelle und mehrere Personenwagen. Die BLS AG als Stifterin finanziert den laufenden Betrieb. Die Stiftung ist bei Projekten verantwortlich für die Beschaffung von Drittmitteln. Betrieb und Vermarktung der historischen Charterfahrzeuge sind Aufgabe der BLS AG. Wichtigster Stützpunkt der Stiftung ist das Depot der ehemaligen Emmentalbahn in Burgdorf, das als eines der ersten Stahlbetonbauwerke 1915 erbaut wurde.

Weitere Informationen unter www.bls-stiftung.ch

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