Daillens: Erste Erkenntnisse zur Unfallursache – SBB setzt sich für sichere Gefahrguttransporte ein

Die SBB hat nach Unfall in Daillens vom 25. April 2015 Untersuchungen eingeleitet. Erste Erkenntnisse der Unfalluntersuchungsstelle SUST weisen auf Güterwagen als wahrscheinliche Ursache hin. Die SBB prüft als Massnahmen verschärfte Zulassungsbedingungen für Gefahrengut-Güterwagen und gezielte Geschwindigkeitsreduktionen für weitere Gefahrguttransporte, ähnlich wie sie per Fahrplanwechsel 2015/16 für Chlortransporte im Raum Genf und Lausanne geplant sind.

erstellt am 29. April 2015 @ 16:16 Uhr
SBB CFF FFS / SBB CFF FFS Cargo / Kapo VD / Sandro Hartmeier
Daillens Unfall KesselwagenDie SBB hat nach Unfall in Daillens vom 25. April 2015 Untersuchungen eingeleitet. Erste Erkenntnisse der Unfalluntersuchungsstelle SUST weisen auf Güterwagen als wahrscheinliche Ursache hin. Die SBB prüft als Massnahmen verschärfte Zulassungsbedingungen für Gefahrengut-Güterwagen und gezielte Geschwindigkeitsreduktionen für weitere Gefahrguttransporte, ähnlich wie sie per Fahrplanwechsel 2015/16 für Chlortransporte im Raum Genf und Lausanne geplant sind.

Erste Erkenntnisse der Schweizerischen Unfalluntersuchungsstelle SUST zur Entgleisung des Güterzugs in Daillens vom vergangenen Samstag weisen auf Güterwagen als wahrscheinliche Unfallursache hin. Einige 100 Meter vor der eigentlichen Unfallstelle wurde eine Achse des 17. Wagens des Güterzugs aufgefunden. Weiter lagen Teile eines Wagens vor der Unfallstelle neben der Bahnlinie, von welchem Wagen diese stammen, muss noch eruiert werden. Der genaue Unfallhergang wird von der Staatsanwaltschaft des Kantons Waadt und der unabhängigen Unfalluntersuchungsstelle des Bundes abgeklärt. SBB intern sind ebenfalls umfangreiche Untersuchungen angelaufen. Bei Zug 60700, der von Basel-Muttenz nach Lausanne-Triage unterwegs war, handelte es sich um einen Güterzug mit 22 Wagen verschiedener Halter, gezogen von zwei SBB Cargo Lokomotiven. Halter der sechs verunglückten Wagen und damit verantwortlich für deren Instandhaltung sind Drittfirmen. Nach Abschluss der Bergung werden die Kesselwagen nach Monthey VS befördert, wo sie von der SUST untersucht werden.

SBB prüft Massnahmen – spezieller Fokus auf Chlor-Transporte
SBB Cargo prüft zurzeit, ob für den Transport von Gefahrgut die Anforderungen an die eingesetzten Güterwagen erhöht werden sollen. Dies betrifft primär Wagen von Drittfirmen. Zudem wird geprüft, ob gezielte Geschwindigkeitsreduktionen, wie sie für Chlortransporte geplant sind, auch für weitere Gefahrguttransporte eingeführt werden sollen.

Bereits 2014 hatte die SBB Massnahmen beschlossen, um die Risiken von Chlortransporten im Raum Genf und Lausanne zu minimieren, u.a. gezielte Geschwindigkeitsreduktionen. Die Massnahmen müssen sorgfältig vorbereitet werden und werden auf den Fahrplanwechsel im Dezember 2015 umgesetzt.
Betreffend Chlortransporte wurde im vergangenen Jahr zudem auf Initiative der SBB eine Gruppe unter Führung des BAFU zusammen mit BAV, SBB, chemischer Industrie, Wagenhaltern und Kantonen einberufen. Ziel der SBB ist es, Transporte mit Chlor dank Produktion vor Ort möglichst zu vermeiden.

Gefahrguttransporte: Verantwortung für Wirtschaft und Umwelt
Gefahrgüter wie Chlor oder Schwefeldioxid dürfen in der Schweiz in grösseren Mengen nur per Bahn transportiert werden. Die SBB ist sich ihrer Verantwortung für die Schweizer Wirtschaft und Umwelt bewusst und engagiert sich stark, um die Risiken beim Transport von Gefahrgut auf ein Minimum zu reduzieren. Das Sicherheitsniveau der Bahnen – und damit auch der Gefahrguttransporte – ist in den der vergangenen Jahre laufend gestiegen. Im Jahr 2002 hatten UVEK, die Chemische Industrie und die SBB In einer «gemeinsamen Erklärung» beschlossen, die Sicherheit von Gefahrguttransporten zu erhöhen, etwa durch Reduktion von Chlortransporten oder verbesserte Kesselwagen, letzteres lange vor einem europäischen Obligatorium.

Instandstellungsarbeiten an der Bahninfrastruktur laufen an

Nach Freigabe der Schadenstelle durch die Behörden wird die SBB nach einer ersten Prognose innerhalb von rund 24 Stunden ein erstes Gleis instand stellen können, so der aktuelle Planungsstand. Die Arbeiten gestalten sich sehr anspruchsvoll und Abweichungen im Zeitplan sind möglich, da zuerst rund 1000m3 Erde abgetragen werden, bevor die Reparaturarbeiten am zweiten Gleis in Angriff genommen werden können. Insgesamt sind rund 500 Meter Gleis durch den Unfall beschädigt worden. Zudem müssen drei Weichen und Fahrleitungsmasten ersetzt und die Fahrleitung repariert werden. Durch den Unfall wurde auch das Stellwerk in Mitleidenschaft gezogen. Rund 15 km Kabel müssen ersetzt und auch Signalanlagen ausgetauscht werden. Diese Arbeiten werden mehrere Tage in Anspruch nehmen. Die SBB rechnet mit einer schrittweisen Eröffnung auf der Strecke Lausanne – Yverdon-les-Bains. Bis zum Abschluss aller Arbeiten wird ein nur sehr eingeschränkter Bahnbetrieb möglich sein.

Die SBB setzt weiterhin alles daran, Reisende auch mit Bahnersatzbussen und über Ausweichrouten ans Ziel zu bringen und dankt ihren Kunden für ihr Verständnis bezüglich Unannehmlichkeiten und Fahrzeitverlängerungen.


Medienmitteilung der Kantonspolizei Waadt (französisch):

Daillens : déraillement d’un train de marchandises – Premiers résultats des investigations concernant les causes de l’accident

Suite au déraillement d’un train de marchandises survenu samedi 25 avril 2015, les investigations menées à ce jour n’ont pas mis en évidence une défectuosité des infrastructures. Des pièces provenant des organes de roulement des wagons 18 à 22 ont été retrouvées au bord des voies peu avant l’accident. Sous la direction du procureur, l’enquête se poursuit. Le dégagement des voies est maintenant achevé. Les perturbations vont durer encore plusieurs jours.

Le Service suisse d’enquête de sécurité (SESE) a effectué plusieurs investigations qui n’ont pas mis jusqu’à ce jour en évidence une défectuosité des infrastructures. Les dix-sept premiers wagons du convoi ont été contrôlés ; ils sont en ordre. Un essieu du dix-septième wagon a déraillé. Quelque centaines de mètres avant le déraillement, les enquêteurs ont découvert sur le côté gauche de la voie, des pièces provenant des organes de roulement des wagons 18 à 22. Une fois les wagons relevés, il sera possible de déterminer la provenance des pièces. Les wagons endommagés seront transportés par la route chez le client final à Monthey. A cet endroit, des investigations complémentaires seront menées au niveau des dispositifs de roulement des wagons déraillés. Ces derniers ne sont pas propriété de l’Entreprise CFF Cargo, mais d’entreprises suisses et étrangères. Le procureur en charge du dossier examinera les résultats des investigations en cours dans la perspective d’éventuelles suites judiciaires pénales.

Les six wagons qui ont déraillé sont maintenant déplacés et le processus d’évacuation du site va débuter. Les opérations vont ensuite se concentrer sur le déplacement de la terre polluée, ainsi que sur le démontage des installations détruites lors de l’accident. Le remplacement du ballast, des voies et des dispositifs techniques interviendra par la suite. Après libération du lieu de l’accident, les CFF comptent mettre en service une voie de circulation dans un délai de 24 heures environ. Les travaux de remise en état de la ligne sur les deux voies devraient cependant encore durer plusieurs jours.

Les mesures et prélèvements effectués par la Direction générale de l’environnement (DGE) confirment toujours que les eaux superficielles n’ont pas été atteintes. Le concept de dégrappage du sol et d’élimination des terres polluées va pouvoir être mis en œuvre, ainsi que celui du suivi d’une éventuelle pollution de la nappe phréatique, en collaboration avec le Service de la consommation et des affaires vétérinaires (SCAV).

Le trafic ferroviaire sur la ligne Lausanne-Yverdon est toujours interrompu. Cette situation devrait durer encore plusieurs jours. Un système de bus et des déviations de trafic, tant passagers que marchandises, a été mis en place par les CFF. Les usagers peuvent consulter les informations sur www.cff.ch/166.

L’accès aux entreprises situées aux environs est possible, uniquement depuis la Sarraz, en direction d’Eclépens.

Plus de cent cinquante personnes sont engagées en permanence sur le site. Personnel des CFF, responsables de l’ECA, les sapeurs-pompiers du Service protection et sauvetage Lausanne (SPSL), appuyés par d’autres SDIS vaudois, ainsi que des spécialistes du site CIMO de Monthey et des sapeurs-pompiers de Genève, Protection civile vaudoise (PCi), Gendarmerie vaudoise, Direction générale de l’environnement (DGE), Police des transports (TPO), Service suisse d’enquête de sécurité (SESE), Soutien sanitaire opérationnel (SSO) ainsi que l’Armée œuvrent sans relâche au rétablissement de la situation. Une grue routière et une grue des CFF sont à pied d’œuvre pour le relevage des wagons. L’Etat-major cantonal de conduite (EMCC) assure la coordination entre les différents partenaires.


Karte mit der ungefähren Unfallstelle:

Karte

Siehe auch

 

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Autor: Redaktion

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