BVB-Geschäftsjahr 2014: Ein Jahr der Stabilisierung und Modernisierung

Die Basler Verkehrs-Betriebe (BVB) konnten das Jahr 2014 dank Sondereffekten mit einem Jahresgewinn von CHF 4,8 Mio. abschliessen. Der Verkehrsertrag ist mit CHF 0,5 Mio. leicht gestiegen. Die Verkehrsleistung konnte die BVB im 2014 erneut leicht steigern und erreichte 291,3 Mio. Personenkilometer (2013: 289,80 Mio.). Die Zahl der Fahrgäste lag im Jahr 2014 bei 131,79 Mio. und nahm damit im Vergleich zum Vorjahr leicht ab (2013: 132,8 Mio.). Im vergangenen Jahr konnte die BVB zudem wichtige Ereignisse mit der Bevölkerung feiern: Die Inbetriebnahme der Tramlinie 8 nach Weil am Rhein sowie den Einsatz der ersten beiden Fahrzeuge der neuen FLEXITY-Flotte im Fahrgastbetrieb.

erstellt am 20. Mai 2015 @ 12:15 Uhr
Basler Verkehrs-Betriebe
BVB Jahr 2014Die Basler Verkehrs-Betriebe (BVB) konnten das Jahr 2014 dank Sondereffekten mit einem Jahresgewinn von CHF 4,8 Mio. abschliessen. Der Verkehrsertrag ist mit CHF 0,5 Mio. leicht gestiegen. Die Verkehrsleistung konnte die BVB im 2014 erneut leicht steigern und erreichte 291,3 Mio. Personenkilometer (2013: 289,80 Mio.). Die Zahl der Fahrgäste lag im Jahr 2014 bei 131,79 Mio. und nahm damit im Vergleich zum Vorjahr leicht ab (2013: 132,8 Mio.). Im vergangenen Jahr konnte die BVB zudem wichtige Ereignisse mit der Bevölkerung feiern: Die Inbetriebnahme der Tramlinie 8 nach Weil am Rhein sowie den Einsatz der ersten beiden Fahrzeuge der neuen FLEXITY-Flotte im Fahrgastbetrieb.

BVB Kennzahlen 2014

2014 konnte die BVB erneut eine leichte Steigerung der Nachfrage verzeichnen. Die Fahrgäste legten zusammen 291,3 Mio. Kilometer zurück (2013: 289,80 Mio.). Dank mehr Direktverbindungen lag die durchschnittliche Reisedistanz mit 2,21 Kilometern etwas höher (+ 1,3 Prozent), während die Zahl der Einsteiger mit 131,79 Mio. leicht rückläufig war (2013: 132,8 Mio.). Am stärksten zum leichten Nachfragewachstum beigetragen haben die Angebotsverdichtung auf der Linie 38 sowie die Flughafenbuslinie 50.

Die BVB hat im vergangenen Jahr in die Verbesserung der Fahrgastinformation investiert. So ist die Verfügbarkeit der dynamischen Fahrgastinformation (DFI) auf 99 Prozent gestiegen. Die BVB-App sowie der Online-Fahrplan zeigen in Echtzeit, ob ein Tram oder ein Bus pünktlich ist oder mit Verspätung verkehrt. Verbessert wurde auch der Datenaustausch mit der Leitstelle der BLT, um Reisende nach Basel-Landschaft über ihre Anschlüsse zu informieren. Die BVB hat die zeitnahe und ortsunabhängige Kundeninformation tagsüber verbesserst und dafür die Funktion eines Informationsmanagers geschaffen. Neu informiert die BVB zudem via Twitter schnell und aktuell über Störungen auf ihren Linien.


//

Der Verkehrsertrag ist im Jahr 2014 mit CHF 0,5 Mio. nur leicht gestiegen. Der Pünktlichkeitsgrad ist mit 88 Prozent um einen Prozentpunkt gesunken, was hauptsächlich auf verschiedene Baustellen entlang der BVB-Linien zurückzuführen ist.

Die BVB wird bereits im Jahr 2015 ihre Rechnungslegung auf den Rechnungslegungsstandard Swiss GAAP FER umstellen. Erste Anpassungen im Rahmen der Annäherung an Swiss GAAP FER erfolgten schon im Jahresabschluss 2014. Dank Sondereffekten, die mehrheitlich aus der Annäherung an Swiss GAAP FER resultieren, schliesst die BVB das Jahr mit einem Jahresgewinn von CHF 4,8 Mio. ab.

Strategie und Leitbild überarbeitet
Im Jahr 2014 hat der Regierungsrat des Kantons Basel-Stadt seine Eignerstrategie für die BVB überarbeitet. Im Mittelpunkt steht der Auftrag zur Erbringung eines qualitativ hochwertigen und kundenfreundlichen öffentlichen Verkehrs für die Bevölkerung im Kanton Basel-Stadt und in der trinationalen Agglomeration.

Die BVB hat 2014 gestützt auf die Eignerstrategie des Kantons ihre Vision und die Unternehmensstrategie überabeitet. Mit ihrer neuen Vision ‚Mehr als Basel erfahren‘ setzt die BVB in ihrer Strategie auf Qualitätsführerschaft, eine höhere Produktivität, grenzenlose Mobilitätsdienstleistungen und Zusatzgeschäfte. Ein zentrales Element des BVB-Leitbildes sind die vier Unternehmenswerte: engagiert, zuverlässig, unternehmerisch und fair. Die Werte drücken das Selbstverständnis des Unternehmens aus und schaffen einen Orientierungsrahmen für die tägliche Arbeit. Das Leitbild gibt gleichzeitig die Leitplanken für die Entwicklung der BVB in den nächsten Jahren vor. Um das Leitbild zu verankern ist im Jahr 2015 eine breit abgestützte interne Umsetzungskampagne geplant. „Die Mitarbeitenden sollen sich mit dem Leitbild und den vier Unternehmenswerten auseinandersetzen und sie so bewusst in ihren Arbeitsalltag integrieren können“, erläuterte Erich Lagler, Direktor der BVB.

Mehr Unterhaltsarbeiten an den Gleisen notwendig
Als Eigentümerin der Bahninfrastruktur im Gebiet des Kantons Basel-Stadt ist die BVB für den Unterhalt der Tramgleise verantwortlich. Die regelmässigen Instandsetzungs- und Instandhaltungsarbeiten finanziert sie aus ihrem eigenen Budget, für die Investitionen in grössere Erneuerungsprojekte hingegen kommt der Kanton auf.

Für die Jahre 2013 bis 2016 sieht der Rahmenkredit für die Bahninfrastrukturanlagen Investitionen von jährlich 17,5 Millionen Franken vor. Anlässlich des ersten Netzaudits der Gleisanlagen im Jahr 2012 und einer systematischen Auswertung des getätigten Umfangs an Gleiserneuerungen seit 1970 stellte sich heraus, dass ein eigentlicher Erneuerungsstau besteht. Denn vor allem von 1985 bis Ende der 1990er-Jahre wurde diesbezüglich wenig unternommen. Die BVB beantragte deshalb beim Kanton einen Nachtragskredit von 37 Millionen Franken für die laufende Kreditphase bis 2016. Der Regierungsrat hat diesen im Dezember 2014 bewilligt. Mit den zusätzlichen Mitteln kann die BVB jene Streckenabschnitte ersetzen, die am meisten drängen, beispielsweise die umfassenden Gleiserneuerungen Äussere Baselstrasse und Lörracherstrasse in Riehen sowie auf dem Bruderholz.

Höhepunkte 2014: Inbetriebnahme der Tramlinie  nach Weil am Rhein sowie der Einsatz der ersten beiden FLEXITY-Trams
Zwei wichtige Projekte, die die BVB in den vergangenen Jahren sehr stark beschäftigt haben, wurden im vergangenen Jahr umgesetzt und mit der Bevölkerung gebührend gefeiert: Der Einsatz der ersten beiden Fahrzeuge der neuen FLEXITY-Flotte im Fahrgastbetrieb sowie die Inbetriebnahme der Verlängerung der Tramlinie  nach Weil am Rhein im Dezember 2014.

Die Fahrgastnachfrage auf der Verlängerung der Linie  ist sowohl von Montag bis Freitag (Pendlerverkehr) wie samstags (Einkaufsverkehr) stärker als erwartet. Die Aufhebung des Euro-Mindestkurses hat die Nachfrage – wie an allen deutsch-schweizerischen Grenzübergängen – weiter gesteigert, was zu Behinderungen des Trams wegen des Staus auf der Strasse führte. In enger Abstimmung mit dem Amt für Mobilität und der Stadt Weil am Rhein hat die BVB bereits erste Verbesserungsmassnahmen zur Entlastung und Fahrplanstabilisierung realisiert. Am Samstagnachmittag wurde ausserdem der Fahrplan auf den 7,5-Minutentakt verdichtet. Gleichzeitig wurden die Strassenmarkierungen, Lichtsignalanlagen und Beschilderungen auf der Strecke angepasst. Weitere Massnahmen werden geprüft, wie beispielsweise die Verlängerung des Eigentrassees (Sperrfläche) in Kleinhüningen sowie ein allfälliges Dosiersystem am Kreisel Friedlingen, um die Staubildung zu reduzieren.

Organisation stabilisiert, Compliance verstärkt, Vergabewesen neu geregelt
Der Verwaltungsrat hat im Jahr 2014 wesentliche Themen vorangetrieben, um das Unternehmen nachhaltig zu stabilisieren. Dazu gehörte beispielsweise die Überarbeitung der Corporate Governance- und Compliance-Richtlinien, des BVB-Organisationsreglements, der Strategie sowie die Wahl von mehreren Geschäftsleitungsmitgliedern, namentlich des Direktors, des Finanzchefs und des Leiters Betrieb. Gleichzeitig hat der Verwaltungsrat zusammen mit der Geschäftsleitung den Dialog mit dem Eigner sowie wichtigen Partnern der BVB intensiviert.

Bereits gegen Ende 2013, nach der Veröffentlichung des Berichts der Finanzkontrolle, hatte der Verwaltungsrat Massnahmen zur Verbesserung der Compliance der BVB eingeleitet. Dazu gehörte auch die Überprüfung der Beschaffungen aus dem Jahr 2013. Diese brachte zu Tage, dass weniger als die Hälfte der Vergaben im Einklang mit den gesetzlichen Vergabevorschriften erfolgte. Inzwischen wurden die Grundlagen für einen korrekten Beschaffungsprozess erarbeitet, eingeführt und intern geschult. Rund 50 Beschaffungen hat die BVB im Jahr 2014 gemäss dem baselstädtischen Beschaffungsgesetz korrekt abgewickelt.

Insgesamt konnte die BVB nach dem schwierigen Vorjahr im Jahr 2014 an Stabilität zurückgewinnen und gute Rahmenbedingungen für die Weiterentwicklung des Unternehmens schaffen. Verwaltungsratspräsident Paul Blumenthal betonte an der Jahresmedienkonferenz, dass nur dank des Einsatzes aller Mitarbeitenden und der Führungsgremien die grossen Herausforderungen gemeistert werden konnten. „Die Mitarbeitenden haben im vergangenen Jahr einen reibungslosen Betrieb sichergestellt und damit wesentlich zum positiven Geschäftsverlauf beigetragen. Und sie sorgen jeden Tag dafür, dass unsere Kundinnen und Kunden pünktlich und sicher ans Ziel kommen.“ Gleichzeitig verdankte Paul Blumenthal auch die Leistung des Verwaltungsrates und der Geschäftsleitung: „Der Verwaltungsrat hat seine Verantwortung wahrgenommen und wichtige Pflöcke für die Zukunft der BVB eingeschlagen. Die Geschäftsleitung hat in unruhigen Zeiten dafür gesorgt, dass das Unternehmen auf Kurs bleibt und den eingeschlagenen Weg konsequent weiterverfolgt.“

Ausblick 2015: Die Modernisierung geht weiter
Im Jahr 2014 hat die BVB mit der Modernisierung ihrer Flotte gestartet. Ab Sommer 2015 und bis Ende 2017 werden weitere 59 FLEXITY-Trams gestaffelt durch Bombardier ausgeliefert und in den Fahrgastbetrieb der BVB aufgenommen. Sie ersetzen rund 60 Prozent der bestehenden Tramflotte. Bei der Busflotte hat die Auslieferung der 55 neuen Gelenkbusse im Frühling 2015 ebenfalls begonnen. Mit den neuen Gelenkbussen, die bis Ende 2015 ausgeliefert werden, wird ein grosser Teil der Diesel-Busflotte erneuert und die Schadstoffemissionen dank modernster Abgastechnologie (Euro VI) stark reduziert.

Gleichzeitig arbeitet die BVB intensiv am „Bus der Zukunft“. Ab 2016 möchte die BVB drei Hybridbusse im Regelbetrieb einsetzen. Die Ausschreibung für die Beschaffung wird demnächst publiziert. Im April hat die BVB einen Elektrokleinbus des tschechischen Herstellers SOR im Ortsverkehr Riehen getestet, ab Mai erfolgt die Testphase mit dem Elektrokleinbus des italienischen Herstellers Rampini ebenfalls im Ortsverkehr Riehen.

Noch in diesem Jahr nimmt die BVB ihr neues Infrastruktur-Werkareal im Dreispitz in Betrieb und modernisiert dadurch die Prozesse, Abläufe und Arbeitsbedingungen in ihrem Infrastrukturbereich und steigert dessen Leistungsfähigkeit.

Siehe auch

Autor: Redaktion

Aus der Bahnonline.ch-Redaktion. Zugesandte Artikel und Medienmitteilungen, welche von der Redaktion geprüft und/oder redigiert wurden.

Schreibe einen Kommentar