Neue Doppelstockzüge für den Fernverkehr: Bombardier und SBB einigen sich auf einen neuen Lieferplan

Die neuen Doppelstockzüge von Bombardier für den Fernverkehr sollen ab 2017 in den Einsatz kommen, rund ein weiteres Jahr später als geplant. Das geht aus einem neuen Lieferplan hervor, den Bombardier der SBB vorgelegt hat. Bis 2020 soll der Rückstand aufgeholt werden. Der neue Lieferplan ist Teil eines Gesamtpakets, das die offenen Punkte zur bisher entstandenen Verzögerung klärt. Im Rahmen der Vereinbarung akzeptiert die SBB von Bombardier drei zusätzliche, kostenlose Züge sowie Ersatzteile unter der Bedingung, dass die Qualität der Testzüge im Frühling 2015 die Anforderungen der SBB erfüllen.

erstellt am 19. November 2014 @ 11:34 Uhr
SBB CFF FFS / Pro Bahn Schweiz
SBB TWINDEXX Swiss Express IR 200 RABe 502 001 BOMBARDIER HenningsdorfDie neuen Doppelstockzüge von Bombardier für den Fernverkehr sollen ab 2017 in den Einsatz kommen, rund ein weiteres Jahr später als geplant. Das geht aus einem neuen Lieferplan hervor, den Bombardier der SBB vorgelegt hat. Bis 2020 soll der Rückstand aufgeholt werden. Der neue Lieferplan ist Teil eines Gesamtpakets, das die offenen Punkte zur bisher entstandenen Verzögerung klärt. Im Rahmen der Vereinbarung akzeptiert die SBB von Bombardier drei zusätzliche, kostenlose Züge sowie Ersatzteile unter der Bedingung, dass die Qualität der Testzüge im Frühling 2015 die Anforderungen der SBB erfüllen.

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Die SBB hat den von Bombardier neu vorgelegten, verbindlichen Lieferplan zur Kenntnis genommen. Die SBB will qualitativ hochstehende Züge, deshalb muss sie rund ein weiteres Jahr Verzögerung bis zum Einsatz der ersten Züge akzeptieren. Auf den künftigen Fahrplan hat die bisher entstandene Verzögerung keinen Einfluss. Im April 2012 wurde bekannt, dass das Projekt rund zwei Jahre verspätet ist, dies unter anderem aufgrund von Problemen bei der Konstruktion des Wagenkastens. Bombardier hat sich verpflichtet, den Rückstand von bisher insgesamt drei Jahren aufzuholen und die neu 62 Züge wie ursprünglich geplant bis 2020 abzuliefern. Im Dezember 2014 wurde gemäss Bombardier in Henningsdorf (DE) der erste Zug zusammengestellt, im Februar 2015 folgte der zweite Testzug in Villeneuve (VD). Die SBB wird im Frühling 2015 die Qualität der Testzüge analysieren und erwartet eine erfolgreiche Inbetriebsetzung. Sofern die Produktion, die Tests und die Übernahme erfolgreich verlaufen, können die ersten Züge ab 2017 eingesetzt werden. Die SBB wird keine Versuche mit noch nicht ausgereiften Fahrzeugen an Kundinnen und Kunden in Kauf nehmen.

Bombardier entschädigt die SBB für die Verzögerung
SBB TWINDEXX Swiss Express IR 200 RABe 502 001 BOMBARDIER HenningsdorfUm sich auf die Produktion und die Inbetriebsetzung der Züge konzentrieren zu können, haben Bombardier und SBB die offenen Fragen zur bisherigen Verzögerung geklärt. Im Zuge der Verhandlungen wurde vereinbart, dass Bombardier der SBB drei zusätzliche, kostenlose Züge sowie Ersatzteile liefert. Die getroffene Vereinbarung gilt unter der Bedingung, dass die Testzüge von Bombardier im Frühling 2015 die Qualitätskriterien der SBB erfüllen, andernfalls würde die Einigung hinfällig. Die Entschädigungen für nicht termingerechte Lieferung sind Bestandteil des Verhandlungsergebnisses, zu den Details der Vereinbarung wurde Stillschweigen vereinbart. Die SBB wird entsprechend informieren, wenn vom Lieferant weitere Fortschritte in der Produktion der Züge aufgezeigt werden können.

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Stellungnahme Pro Bahn Schweiz:
Fernverkehr-Doppelstockzüge: Endlich Fakten

Bekanntlich verzögert sich die Ablieferung der neuen Doppelstock-Triebzüge für den Fernverkehr um zwei Jahre. Die SBB haben konkrete Zahlen genannt. Versuchsfahrten beginnen 2015. 2017 sollen die ersten Züge in Betrieb kommen und 2020 abgeliefert sein. Nach wie vor bedauert Pro Bahn Schweiz, die Interessenvertretung der Kundinnen und Kunden des öffentlichen Verkehrs die eingetretene Verzögerung, schätzt es aber, dass nun konkrete Zahlen genannt werden.

Neuentwicklungen und Rechtshändel brauchten Zeit
Diese Züge sind bekanntlich mit einer Wankkompensation ausgerüstet, welche ein schnelleres Befahren der Kurven erlaubt ohne dass sich der Wagenkasten entsprechend neigt. Dieses System ist machbar und ist auch praktisch an einem Fahrzeug geprüft worden. Nun soll es Praxistauglichkeit nicht nur an einem, sondern an mehreren Wagen beweisen und damit aufzeigen, dass die in der Theorie entwickelten Möglichkeiten auch wirklich praxistauglich sind. Pro Bahn Schweiz erwartet, dass dieser Beweis nach den Testfahrten vorliegt und keine weiteren Verzögerungen entstehen. Der dritte Grund sei aber hier auch genannt: Es war die rechtliche Auseinandersitzung mit einer Behindertenorganisation, welche eine zusätzliche Zeitverzögerung von zirka einem Jahr ausgelöst hat.

Kunden nicht als Versuchskaninchen benutzen
Pro Bahn Schweiz begrüsst es, dass nur technisch ausgereifte Züge in Betrieb gehen, und Kundinnen und Kunden nicht als Versuchskaninchen missbraucht werden. Die Flotte dieser Fahrzeuge wird sich nach der Ablieferung um 2020 wundersam um drei Züge vermehrt haben, was eine indirekte Kompensation für die Verzögerungen darstellt.

Damit ist auch der Ersatz des über 50 Jahre alten, unklimatisiertem Rollmaterials absehbar, das in Einzelfällen immer noch eingesetzt wird.

Foto von André Knoerr, Genève [© flickr, Fototak]
2015-02-18, CFF, Biel/Bienne

https://www.facebook.com/LaPageConsacrerAuCheminDeFer/posts/493516144148074

Gepostet von Bahnonline.ch am Dienstag, 31. März 2015

Der SBB Bombardier Twindexx am 30. März 2015 in Lysá nad Labem auf dem Weg nach Velim zur Versuchsstreckehttp://de.wikipedia.org/wiki/Eisenbahnversuchsring_Velim

Gepostet von Bahnonline.ch am Dienstag, 31. März 2015

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