Tempomacherin für Neuerungen: 14. Generalversammlung der SOB

Die Schweizerische Südostbahn AG (SOB) blickt auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2014 zurück. Neben der Verabschiedung der «Strategie SOB 2030» durch Verwaltungsrat und Eigentümer hat die SOB ihre Rolle als Innovationstreiberin der öV-Branche mit «Treno Gottardo» und E-Ticketing gefestigt. Nino Cozzio wurde an der Generalversammlung in Rothenthurm als Nachfolger von Fredy Brunner in den SOB-Verwaltungsrat gewählt.

Schweizerische Südostbahn
Cozzio_Nino SOB VerwaltungsratDie Schweizerische Südostbahn AG (SOB) blickt auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2014 zurück. Neben der Verabschiedung der «Strategie SOB 2030» durch Verwaltungsrat und Eigentümer hat die SOB ihre Rolle als Innovationstreiberin der öV-Branche mit «Treno Gottardo» und E-Ticketing gefestigt. Nino Cozzio wurde an der Generalversammlung in Rothenthurm als Nachfolger von Fredy Brunner in den SOB-Verwaltungsrat gewählt.

Seit der Einführung der S-Bahn St.Gallen 2013 erbringt die SOB-Flotte eine um 51,3 Prozent höhere Fahrleistung, was einen direkten Vergleich der Geschäftsjahre erschwert. So legten die SOB-Züge im Berichtsjahr 5,4 Mio. km (Vorjahr: 3,6 Mio. Zugskilometer) zurück. Im Jahr 2014 transportierte die SOB, basierend auf neuer Berechnungsgrundlage, 12,48 Mio. Personen (Vorjahr: 13,49 Mio.). Vor allem wegen des erweiterten Verkehrsangebots für die S-Bahn St.Gallen erhöhte sich der Betriebsaufwand auf CHF 113,2 Mio. (Vorjahr: CHF 102 Mio.). Die Sparten Regionaler Personenverkehr und Infrastruktur erwirtschafteten Gewinn, sodass die Liquidität für die Sanierung der Pensionskasse sichergestellt werden konnte. Die SOB weist für das Geschäftsjahr 2014 einen Unternehmensgewinn von CHF 4,5 Mio. (Vorjahr: CHF 1,7 Mio.) aus.

Visionäres Denken, Handeln und Tüfteln
Mit dem erweiterten Konzept «Treno Gottardo» für einen wirtschaftlichen Betrieb der Gotthardbergstrecke hat die SOB Anfang 2014 die Schweizer Bahnlandschaft aufgerüttelt. Das auf den Erfahrungen mit dem Voralpen-Express basierende Angebotskonzept inkl. Richtofferte kombinierte kreativ die zwei Ansätze Angebot und Vermarktung. Es zeigte, dass die Kombination von Pendler-, Freizeit- und Tourismusverkehr sowie die Direktverbindung Arth-Goldau – Lugano die Voraussetzungen für einen langfristig erfolgreichen Betrieb der Bergstrecke schaffen. Mit Bedauern hat die SOB Mitte Jahr den Entscheid des Bundesamtes für Verkehr zur Kenntnis nehmen müssen, dass die SBB als derzeitige Konzessionsinhaberin die Bergstrecke weiterhin als Fernverkehrsstrecke betreiben wird. Es verbleibt die Genugtuung, dass es für die Region bis 2017 ein gutes Verkehrsangebot über die Bergstrecke gibt.

Schrittmacherin der Innovationen
Dem Tarifwirrwarr ein Ende setzen will die SOB mit dem elektronischen Ticketingsystem Bibo (Be in – be out). Dank einer Smartphone App mit automatischer Registrierung können die Reisenden beliebig von A nach B fahren und nach Lust und Laune in Verkehrsträger ein- und aussteigen – also wirklich unbeschränkt mobil sein. Tarif- oder Verkehrsverbünde, Zonen und Zeitzonen usw. brauchen den Reisenden nicht mehr zu interessieren. Auch die Qual der Wahl an den Billettautomaten entfällt. Am Monatsende kann der Reisende die Rechnung für die gefahrenen öV-Kilometer elektronisch begleichen. Alternativ kann er auch eine Prepaid-Karte lösen. Mit diesem System wird die Idee «eine Reise, ein Ticket, ein Preis» Wirklichkeit.

Utopisches Szenario auf dem Weg zur Realität
Dass es hier nicht um Zukunftsmusik geht, hat die SOB in Zusammenarbeit mit der Industrie im November 2014 mit einer praxistauglichen Versuchsfahrt bewiesen. Aktuell laufen die Tests. Eine Voralpen-Express-Komposition ist mit dieser Technologie ausgerüstet. Zurzeit simulieren Mitarbeitende der SOB verschiedene Nutzer- und Kontrollszenarien. Ziel ist es, ein marktfähiges System zur Verfügung zu haben. Bis Sommer 2017 sollen auch mit Kundinnen und Kunden kommerzielle Erfahrungen mit dem E-Ticketing vorliegen. Die SOB übernimmt die Vorreiterrolle für die Zeit nach dem Swisspass, dessen Einführung momentan läuft. «Wir sind überzeugt», so fasste es der Vorsitzende der Geschäftsleitung, Thomas Küchler, zusammen, «dass diese zukunftsträchtige Technologie nicht nur den Reisenden ohne GA oder Abonnement Vorteile bringt, sondern auch Personen mit Handicap und insbesondere unserer alternden Gesellschaft.»

Wiederkehrende Geschäfte und Wahl
Die Aktionärinnen und Aktionäre genehmigten Jahresbericht und Jahresrechnung. Sie folgten ebenso den übrigen Anträgen des Verwaltungsrates.

Gewählt wurde für den nach zehn Jahren aus dem Verwaltungsrat zurücktretenden Fredy Brunner für den Rest der laufenden Amtsdauer der Kantonsrat und St. Galler Stadtrat Nino Cozzio. Der Rechtsanwalt steht der Direktion Soziales und Sicherheit vor und amtet seit April 2015 als Vizestadtpräsident.

Verwaltungsratspräsident Hans Altherr dankte Fredy Brunner für seinen langjährigen Einsatz, sein ihm eigenes unternehmerisches Denken und Handeln, das auch in kniffligen Situationen jeweils zu einer pragmatischen Lösung führte, und seine spontanen Zitatekreationen.

Blick in die SOB-Zukunft
Verwaltungsrat und Geschäftsleitung haben sich im vergangenen Jahr intensiv mit der Unternehmensstrategie auseinandergesetzt. Für die «Strategie SOB 2030» führten sie Gespräche mit den Regierungen der Kantone St. Gallen und Schwyz, mit Vertretern des Kantons Appenzell-Ausserrhoden sowie mit dem Generalsekretär des UVEK und der Direktion des BAV. Die von den Eigentümern und dem Verwaltungsrat verabschiedete «Strategie SOB 2030» fliesst zur Umsetzung in den internen Kulturentwicklungsprozess, damit die SOB-Mitarbeitenden die neue Strategie kennen und aktiv an der Umsetzung mitarbeiten.

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Autor: Redaktion

Aus der Bahnonline.ch-Redaktion. Zugesandte Artikel und Medienmitteilungen, welche von der Redaktion geprüft und/oder redigiert wurden.

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