EC 250 für Nord-Süd-Verkehr: Vertrag zwischen SBB und STADLER unterzeichnet

Die beiden Unternehmen Alstom und Talgo legten beim Bundesverwaltungsgericht (BVG) je eine Beschwerde gegen die Vergabe der neuen Triebzüge Nord–Süd an Stadler Rail ein. Die SBB kommunizierte am 9. Mai 2014 den Entscheid, den Auftrag an Stadler Rail zu vergeben, der Vertrag dazu wurde schliesslich am 30. Oktober 2014 unterzeichnet.

erstellt am 02. Juni 2014 @ 17:09 Uhr
SBB CFF FFS / Stadler Rail Group / NOSE Design / Sandro Hartmeier / Bundesverwaltungsgericht
Rollmaterial-Beschaffung-Nord-Sued-Verkehr-SBB-29-Zuege-Stadler-RailDie beiden Unternehmen Alstom und Talgo legten beim Bundesverwaltungsgericht (BVGer) je eine Beschwerde gegen die Vergabe der neuen Triebzüge Nord–Süd an Stadler Rail ein. Die SBB kommunizierte am 9. Mai 2014 den Entscheid, den Auftrag an Stadler Rail zu vergeben, der Vertrag dazu wurde schliesslich am 30. Oktober 2014 unterzeichnet.

Das Bundesverwaltungsgericht (BVGer) hat die SBB am 2.6.20414 informiert, dass die beiden unterlegenen Anbieter Alstom und Talgo Beschwerde gegen die Vergabe der neuen Triebzüge Nord-Süd an Stadler Rail einlegten. Die Beschwerdefrist war am 30. Mai 2014 abgelaufen. Rollmaterialbestellungen fallen unter das öffentliche Beschaffungsrecht (BöB/VöB); daran hat die SBB sich gehalten. Stadler Rail hat mit ihrer Offerte die Ausschreibungskriterien am besten erfüllt und deshalb die Vergabe gewonnen. Der Vorsprung von Stadler Rail fiel klar aus.

BVG erteilt der Beschwerde von Talgo keine aufschiebende Wirkung
EC 250 Nord-Sued-Verkehr Vertrag SBB STADLER unterzeichnetDas Bundesverwaltungsgericht hat dann am 30. Oktober 2014 einen für die SBB erfreulichen Entscheid gefällt: Der Beschwerde des nicht berücksichtigten Anbieters Talgo gegen den an Stadler Rail erfolgten Zuschlag zum Bau von 29 neuen Zügen wurde keine aufschiebende Wirkung erteilt. Damit konnte die SBB trotz Gerichtsverfahren die Vertragsunterzeichnung mit Stadler Rail vorbereiten, diese fand noch am selben Tag in der SBB Lounge in Zürich HB statt.

Dieser Entscheid des Bundesverwaltungsgerichts ist von grosser Bedeutung für das künftige Angebot im Nord-Süd Verkehr und bestätigt die SBB in ihrer Position, dass während des gesamten Ausschreibungsverfahrens grössten Wert auf die Einhaltung der beschaffungsrechtlichen Vorgaben sowie auf die Gleichbehandlung der Anbieter gelegt wurde.

Die Beschwerde von Talgo war die letzte verbliebene. Am 28, November teilte Talgo mit, man werde den Entscheid des Bundesverwaltungsgerichtes nicht an das Bundesgericht weiterziehen. Bereits im September 2014 wurde bekannt, das Alstom seine Beschwerde zurückgezogen hatte. Durch das Gerichtsverfahren hat sich das Projekt um einige Monate verzögert. Die möglichen Auswirkungen auf den ab 2019 geplanten Einsatz der Züge werden mit Stadler Rail abgeklärt.

Im Hinblick auf die Inbetriebnahme des Gotthard-Basistunnels im Dezember 2016 haben diese Beschwerden keinen Einfluss, die SBB hat in den nächsten Jahren genügend Züge für den Nord-Süd Verkehr. Die 29 neuen, international einsetzbaren Triebzüge sollen schrittweise ab Ende 2019 eingesetzt werden. Für die Übergangszeit bis Ende 2019 setzt die SBB zusätzliche Neigezüge des Typs ETR 610 ein; diese kommen bereits ab 2014 zum Einsatz und ersetzen schrittweise die Züge des Typs ETR 470.

Beschaffung neuer internationaler Züge: Bahn frei für SBB

Das Bundesverwaltungsgericht (BVGer) hat in einem Zwischenentscheid der Beschwerde vom Hersteller Patentes Talgo S.L.U. die superprovisorisch gewährte aufschiebende Wirkung entzogen. Patentes Talgo S.L.U. hatte gegen den Zuschlag der Schweizerischen Bundesbahnen SBB, die neuen internationalen Züge bei der Stadler Bussnang AG zu beschaffen, Beschwerde beim BVGer erhoben. Ein Endurteil steht in dieser Sache noch aus.

Die Beschwerde von Patentes Talgo S.L.U. hat sich im Rahmen einer ersten Prüfung als weitgehend offensichtlich unbegründet erwiesen. Soweit dies nicht der Fall ist, ist in Bezug auf die entsprechenden Argumente festgestellt worden, dass sich durch die aufgeworfenen Fragen jedenfalls am Vergabeergebnis nichts ändert. Demnach wird der Beschwerde die mit Zwischenverfügung vom 2. Juni 2014 superprovisorisch gewährte aufschiebende Wirkung entzogen. Für die SBB wird der Weg frei, die Beschaffungsverträge mit der Anbieterin Stadler Bussnang AG abzuschliessen, nachdem eine weitere Anbieterin ihre Beschwerde zurückgezogen hat. Indessen kann dieser Zwischenentscheid, sofern die für Beschaffungssachen geltenden Voraussetzungen gegeben sind, an das Bundesgericht weitergezogen werden.

Bei diesem Entscheid handelt es sich lediglich um eine Zwischenverfügung und nicht um das Endurteil, das zu einem späteren Zeitpunkt erlassen wird. Erweisen sich dort gewisse Rügen nach vertiefter Prüfung als begründet und ist der Vertrag mit der Anbieterin bereits abgeschlossen, so stellt das Bundesverwaltungsgericht lediglich fest, inwiefern die angefochtene Verfügung Bundesrecht verletzt. Dies wäre Basis für ein allfälliges Schadenersatzbegehren.

Neuer Stadler-Zug heisst bei der SBB „Giruno“

Der neue Triebzug der SBB für den Nord-Süd-Verkehr hat einen Namen bekommen: Er heisst «Giruno» [gesprochen: Tschiruno]. Teile des Zuges von Stadler Rail existieren bereits eins zu eins als Holzmodell in Form einer Maquette in Bussnang (TG). In den nächsten Monaten wird die Maquette rund 200 Fachpersonen und weiteren Interessengruppen vorgestellt. Im Modell werden die wichtigsten Bereiche des neuen Zuges realitätsgetreu nachgestellt. Dies mit dem Ziel, den Giruno möglichst gut und frühzeitig auf die Bedürfnisse der verschiedenen Anspruchsgruppen abzustimmen.

Der bisherige Projektname «BeNe» des Zuges ist Geschichte. Giruno, eine Ableitung aus der rätoromanischen Bezeichnung für Mäusebussard, soll Aufbruch und Moderne sowie eine gewisse Italianità symbolisieren. Stadler Rail nennt seine Neuentwicklung EC250.

TSA erhält Auftrag zum Bau der Motoren für den neuen Hochgeschwindigkeitszug von Stadler

TSA hat den Auftrag für die Entwicklung und den Bau einer neuen Motorengeneration für die Hochgeschwindigkeitsplattform EC250 der Firma Stadler erhalten. Im Rahmen des Erstauftrags werden die ersten 29 Fahrzeuge der Schweizerischen Bundesbahnen SBB ausgerüstet.

Die Motoren werden den EC 250 auf eine Höchstgeschwindigkeit von 250 km/h beschleunigen.

Update Ae 6/6 Wappen in den Speisewagen

In den Speisewagen der EC 250-Züge werden die Kantonswappen der SBB Ae 6/6-Lokomotiven angebracht werden.

Die ersten 26 Züge werden mit den Kantonswappen der legendären Gotthardlok im Speisewagen versehen, sie werden in gleicher Reihenfolge wie bei den Ae 6/6 vergeben. Details dazu unter www.sguggiari.ch. Da bei 29 Zügen drei Kompositionen keines der 26 Kantonswappen erhalten können, sollen die Züge 27-29 auf die Namen „Gotthard/San Gottardo“, „Simplon/Sempione“ und „Ceneri“ getauft werden.

Bei den Wappen wird es sich um speziell angefertigte Replikate handeln.

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