Neue Fahrzeuge für die Wuppertaler Schwebebahn

Am 10.11.2011 haben die Wuppertaler Stadtwerke den Auftrag für die Entwicklung und Lieferung von 31 Schwebebahnfahrzeugen an Vossloh Kiepe vergeben, die selbst den elektrischen Teil entwickeln und die Fahrzeuge herstellen. PROSE ist als Engineering-Partner von Vossloh Kiepe für die gesamte mechanische Entwicklung, also den Wagenkasten, den Innenausbau und die Fahrwerke zuständig.

erstellt am 20. November 2011 @ 11:15 Uhr
PROSE / Vossloh Kiepe
Neue Fahrzeuge  Wuppertaler Schwebebahn 39989_01Am 10.11.2011 haben die Wuppertaler Stadtwerke den Auftrag für die Entwicklung und Lieferung von 31 Schwebebahn-Fahrzeugen an Vossloh Kiepe vergeben, die selbst den elektrischen Teil entwickeln und die Fahrzeuge herstellen. PROSE ist als Engineering-Partner von Vossloh Kiepe für die gesamte mechanische Entwicklung, also den Wagenkasten, den Innenausbau und die Fahrwerke zuständig.

Die Arbeiten umfassen die Konzeption, die Entwicklung, die Fertigungsbetreuung und die Inbetriebsetzung der Fahrzeuge sowie das Erwirken der Zulassung; involviert in das Projekt sind die beiden Standorte München und Winterthur der PROSE.

Die bisherigen Fahrzeuge sind schon sehr leicht gebaut. Die neuen Schwebebahnfahrzeuge werden zusätzlich mit Fahrgastinformationssystemen und Leichtklimaanlage ausgerüstet werden. Damit ist PROSE herausgefordert, den Rohbau in extremer Leichtbauweise auszuführen, da die Belastung der aufgeständerten Fahrbahn nicht höher werden darf als sie heute ist. Der Auftrag ist für PROSE von grosser Bedeutung, da PROSE zum ersten Mal für alle Bereiche der Fahrzeugkonstruktion verantwortlich ist. Mit der Wahl nur eines Konstruktionspartners sind die Schnittstellen für den Kunden auf ein Minimum reduziert. Dies reduziert Projektrisiken, insbesondere vereinfacht es auch die Projektabwicklung und wird dazu führen, dass massgeschneiderte, fahrgastfreundliche Fahrzeuge die Beliebtheit der Wuppertaler Schwebebahn noch steigern werden – schon heute werden im Mittel 87’000 Passagiere pro Werktag befördert.

Erster Wagenkasten für Wuppertal erfolgreich vom Kunden abgenommen

Wagenkasten Wuppertaler SchwebebahnDer Aluminium-Wagenkasten der Fahrzeuge ist in Integralbauweise ausgeführt. Zukunftweisend ist dabei die Anwendung des Reibrührschweissens für die Verbindung der Grossprofile.

Nach Abschluss der Konstruktionsarbeiten Anfang 2013 erfolgte Ende Oktober 2013 die Fertigstellung der ersten drei Wagenkästen beim österreichischen Hersteller HAI. Die Wagenkästen wurden zusammen mit dem Wuppertaler Betreiber erfolgreich abgenommen und damit ein weiterer wichtiger Meilenstein der PROSE Entwicklungsarbeiten erreicht.

Durch Umsetzung der Wagenkastenkonstruktion zeigt die PROSE München GmbH ihre Kompetenz im Kastenbau und der Realisierung von Gesamtfahrzeugen.

Die neuen Schwebebahn-Wagen für Wuppertal nehmen Gestalt an

Neue Schwebebahn-Wagen WuppertalBau und Endmontage der 31 dreiteiligen Schwebebahn-Fahrzeuge am spanischen Vossloh-Standort in Valencia werden von PROSE eng begleitet und schreiten planmässig voran. Inzwischen sind die ersten, von der österreichischen Firma Hammerer Aluminium Industries (HAI) gefertigten Alu-Rohbaukästen bereits lackiert und aktuell erfolgt der Innenausbau.

Im Oktober 2015 soll das erste Fahrzeug dann per Tieflader in drei Teilen nach Wuppertal kommen. Dort wird die technische Ausrüstung ergänzt und das Fahrzeug, bevor es das erste Mal auf der Strecke zur Probe fahren darf, im Stehen durchgetestet. Ende 2016 bis Anfang 2017 sollen schliesslich alle alten Fahrzeuge der Wuppertaler Schwebebahn ersetzt sein.

Update Wichtige Fahrwerkkomponenten der neuen Wuppertaler Schwebebahn haben die Erstmusterprüfung bestanden

Fahrwerkrahmen-neue-Wuppertaler-SchwebebahnFür die von PROSE in Winterthur entwickelten Fahrwerke der neuen Wuppertaler Schwebebahn erfolgte jüngst durch PROSE beim Hersteller Vossloh in Spanien die Erstmusterprüfung der Schweissbauteile. Begutachtet wurden hierbei im Wesentlichen die Kastentraverse sowie der Federträger und der Rahmen, alles sicherheitsrelevante Fahrwerksteile, bei denen eine einwandfreie Ausführung der Schweissnähte wichtig ist.

Besonderes Augenmerk wurde dem T-förmig ausgebildeten Rahmen geschenkt. Als grösstes Schweissbauteil des Fahrwerks liegt er mit seinem oberen Ende in drei Punkten auf den Achslagergehäusen, welche die Achsen der spurführenden Räder aufnehmen. An seinem unteren Ende ist ein Wagenkasten schwebend aufgehängt. Damit überträgt der Rahmen alle Kräfte einschliesslich der Gewichtslast des Wagenkastens auf die Räder und ist somit hochgradig sicherheitsrelevant.

Um den strengen Sicherheitsanforderungen gerecht zu werden, wurde neben der Verifikation der zeichnungskonformen Ausführung, insbesondere die Einhaltung der Mass- und Lagetoleranzen der bearbeiteten Flächen zueinander kontrolliert. Dies betraf beispielsweise die Aufnahme des Rollendrehkranzes, der bei Kurvenfahrt das Ausdrehen zwischen Fahrwerkrahmen und Wagenkasten ermöglicht. Spezielle Aufmerksamkeit galt ausserdem auch der Prüfung der Lage der Aufnahmepunkte der Achslagergehäuse, um sicherzustellen, dass ein spurtreues und damit verschleissarmes Hintereinanderlaufen der Räder gewährleistet ist. Überprüft wurde schliesslich noch das Gewicht des Fahrwerkrahmens, um die Einhaltung der strengen Gewichtsanforderungen bestätigen zu können.

Nachdem jedes dieser ersten Schweissbauteile die Sicht- und Masskontrollen anstandslos bestanden hat, können nun die nachfolgenden Serienteile zu Fahrwerken verbaut werden. Dem ersten Fahrwerkrahmen allerdings geht es erneut „an den Kragen“. Er wird derzeit bei der IMA Materialforschung und Anwendungstechnik GmbH in Dresden statischen Prüfungen sowie einem Dauerschwingversuch unterzogen und sowohl unter realen, als auch mit überhöhten Betriebslasten getestet. Für eine Prüfung der Schweissnähte im Inneren des Rahmens wird er dann schlussendlich noch aufgeschnitten.

Eine weitere Erstmusterprüfung ist demnächst für das erste komplett montierte Fahrwerk vorgesehen und es darf davon ausgegangen werden, dass diese ebenso erfolgreich verlaufen wird wie die jetzige Untersuchung, denn schliesslich soll die erste fertige Schwebebahn bereits Mitte Oktober 2015 nach Wuppertal kommen. Die Grundlagen für die erfolgreiche Erstmusterprüfung wurden von erfahrenen PROSE Spezialisten bereits beim Engineering sowie durch die Baubegleitung vor Ort in Spanien gelegt.

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Autor: Redaktion

Aus der Bahnonline.ch-Redaktion. Zugesandte Artikel und Medienmitteilungen, welche von der Redaktion geprüft und/oder redigiert wurden.

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