Tramnetzentwicklung in Basel: Regierungsrat beschliesst nächste Ausbauetappen

Die Anzahl der Arbeitsplätze in Basel erhöht sich markant und auch die Wohnbevölkerung in Basel wächst weiter. Dies geht mit einer Zunahme des Verkehrs einher, insbesondere des Pendlerverkehrs. Um diesen künftig zu bewältigen, ohne die Wohn- und Lebensqualität in Basel zu beeinträchtigen, ist eine gute Erschliessung der neuen Arbeitsplatz- und Wohngebiete mit dem öffentlichen Verkehr entscheidend. Zu diesem Zweck sollen nun Vorstudien für das Tram Grenzacherstrasse-Schwarzwaldstrasse, das Tram Klybeck-Kleinhüningen und das Tram Claragraben erstellt sowie die Linienführung für das Tram 30 vertieft geklärt werden.

erstellt am 15. Juli 2015 @ 07:00 Uhr
Kanton Basel-Stadt, Bau- und Verkehrsdepartement
Tramnetzentwicklung_BaselDie Anzahl der Arbeitsplätze in Basel erhöht sich markant und auch die Wohnbevölkerung in Basel wächst weiter. Dies geht mit einer Zunahme des Verkehrs einher, insbesondere des Pendlerverkehrs. Um diesen künftig zu bewältigen, ohne die Wohn- und Lebensqualität in Basel zu beeinträchtigen, ist eine gute Erschliessung der neuen Arbeitsplatz- und Wohngebiete mit dem öffentlichen Verkehr entscheidend. Zu diesem Zweck sollen nun Vorstudien für das Tram Grenzacherstrasse-Schwarzwaldstrasse, das Tram Klybeck-Kleinhüningen und das Tram Claragraben erstellt sowie die Linienführung für das Tram 30 vertieft geklärt werden.

Nicht nur die Wirtschaft und damit die Anzahl Arbeitsplätze sowie die Basler Wohnbevölkerung wachsen, sondern auch der Verkehr nimmt in der Folge zu. Insbesondere den Pendlerverkehr gilt es stadt- und umweltgerecht zu bewältigen, damit die Wohn- und Lebensqualität in Basel nicht beeinträchtigt wird und sich der Wirtschaftsstandort weiterhin erfolgreich entwickeln kann.

Im September 2012 hat der Grosse Rat den Plan zum Ausbau des Tramstreckennetzes im Kanton Basel-Stadt genehmigt, der auf dem Studienauftrag „Strategische Planung Tramnetz Region Basel 2020“ basiert. Die Projektierung und der Bau der neuen Tramstrecken erfolgen nach Abklärung ihrer Zweckmässigkeit und technischen Machbarkeit. Aufgrund der Resultate entsprechender Studien hat der Regierungsrat nun die nächsten Ausbauetappen der Tramnetzentwicklung beschlossen.

Im Rahmen einer Zweckmässigkeitsbetrachtung wurden die einzelnen Tramprojekte hinsichtlich ihres Nutzens bewertet und untereinander verglichen. Die Ergebnisse bilden die Basis, um die Umsetzung neuer Streckenabschnitte zu priorisieren. Dabei schneiden die Tramprojekte Claragraben und Grenzacherstrasse-Schwarzwaldstrasse am besten ab, gefolgt vom Tramprojekt Klybeck-Kleinhüningen und dem Tram 30 über die Johanniterbrücke.

Tram Grenzacherstrasse-Schwarzwaldstrasse
Wie Roche im Herbst 2014 bekannt gab, wird das Unternehmen sein Areal an der Grenzacherstrasse über das nächste Jahrzehnt umfassend weiterentwickeln. Bereits im Mai 2015 hat Roche zusammen mit dem Bau- und Verkehrsdepartement dazu ein Verkehrskonzept durch ein externes Ingenieurbüro erarbeiten lassen. Darin wird unter anderem klar aufgezeigt, dass ein Tram in der Grenzacherstrasse anzustreben und mit der markanten Zunahme von Arbeitsplätzen ab 2023 auf dem Roche Areal zu realisieren ist. Mit der Linienführung über den Knoten Bankverein ergibt sich für das Wettsteinquartier eine bessere Einbindung innerhalb des städtischen ÖV-Netzes. Ein Tram in der Grenzacherstrasse schafft zudem die Voraussetzung, um Buslinien in der Achse Wettsteinplatz bis Tinguely Museum zu reduzieren und weist Synergien auf mit der geplanten S-Bahn-Haltestelle Solitude.

Tram Klybeck-Kleinhüningen
Auch der Standort Klybeck von Novartis und BASF bietet in den nächsten Jahren grosses Potenzial für neue Nutzungen auf dem Areal. Das Tram kann hier als Motor und Impulsgeber für eine nachhaltige Stadtentwicklung, auch Richtung Hafenareal, dienen. Entsprechend erhalten die beiden Tramprojekte Grenzacherstrasse-Schwarzwaldstrasse und Klybeck-Kleinhüningen durch die geplanten Arealentwicklungen einen noch höheren Nutzen und grössere Dringlichkeit zur Realisierung.

Tram Claragraben
Dem Tram Claragraben kommt im gesamten Basler Tramnetz eine entscheidende Scharnierfunktion zu, werden doch hinsichtlich Angebotsplanung wie auch im täglichen Betrieb die beiden Hauptübergänge zwischen Gross- und Kleinbasel, Wettsteinbrücke und Mittlere Brücke, flexibler nutzbar und tragen so zur Entlastung der Innenstadt vom Tramverkehr bei. Zudem ergeben sich dadurch für das zentrale Kleinbasel und Basel Nord direktere und schnellere Tramverbindungen zum Bahnhof SBB.

Tram 30
Das Tram 30 stärkt die Entwicklung des Campus Gesundheit und des Campus Schällemätteli, indem es diese wichtigen Arbeits- und Forschungsbereiche direkt mit den beiden Basler Bahnhöfen verbindet. Bereits geprüft wurde, ob die Johanniterbrücke von einem Tram befahren werden kann. Dabei wurden statische sowie erste lärmtechnische Aspekte untersucht. Mit geeigneten Verstärkungsmassnahmen an der bestehenden Johanniterbrücke kann ein Neubau vermieden werden. Weitere vertiefte, technische Abklärungen hinsichtlich der Einbindung ins Gesamtnetz sind noch zu prüfen.

Der Regierungsrat legt dem Grossen Rat den ersten Bericht zum Stand der Umsetzung über den Ausbau des Tramstreckennetzes Basel zur Kenntnisnahme vor. In einem nächsten Schritt werden für die Tramprojekte Grenzacherstrasse-Schwarzwaldstrasse, Klybeck-Kleinhüningen und Claragraben Vorstudien erarbeitet. Beim Tram 30 sollen im nächsten Planungsschritt die Anbindung an die beiden Bahnhöfe SBB und Badischer Bahnhof sowie die genaue Linienführung auf Grossbasler Seite anhand von Variantenstudien geklärt werden.

Der Bund unterstützt nachhaltige Verkehrs- und Siedlungsprojekte in urbanen Räumen mit einem finanziellen Beitrag von bis zu 50 Prozent. Um von der Unterstützung des Bundes zu profitieren, beabsichtigt der Kanton Basel-Stadt, zwei Tramprojekte auf der Stufe Vorprojekt ins Agglomerationsprogramm der dritten Generation einzureichen. Damit die Frist bis Ende 2016 eingehalten werden kann, müssen die Vorstudien und anschliessenden Vorprojekte ohne Verzögerung vorangetrieben werden. Um welche beiden Projekte es sich handelt, entscheidet der Kanton nach Vorliegen der Vorstudien voraussichtlich anfangs 2016.

Der konsequente Ausbau des Tramstreckennetzes trägt massgeblich dazu bei, künftige Arbeitsplatzzentren und neue Wohngebiete stadt- und umweltgerecht zu erschliessen und Pendlern eine attraktive Alternative zum Auto zu bieten. Damit unterstützt der Tramnetzausbau sowohl die wirtschaftliche Entwicklung wie auch die hohe Wohn- und Lebensqualität in Basel und trägt zur Entlastung der Strassen bei.

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Autor: Redaktion

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