Hindernisfreie und behindertengerechte Gestaltung des ÖVs: Selbständigen Zugang zu den Zügen für alle schaffen

Der VCS Verkehrs-Club der Schweiz begrüsst eine neu Richtlinie zur hindernisfreien Gestaltung des öffentlichen Verkehrs, die das Bundesamt für Verkehr in die Anhörung geschickt hat. Der VCS fordert darin die Festlegung des Ziels, dass sämtliche Züge für alle Reisenden selbständig zugänglich sind. Ein Zug pro Stunde mit Niederflur-Einstiegen genügt nicht, da die meisten Fernzüge im Halbstundentakt fahren.

VCS Verkehrs-Club der Schweiz
Der VCS Verkehrs-Club der Schweiz begrüsst eine neu Richtlinie zur hindernisfreien Gestaltung des öffentlichen Verkehrs, die das Bundesamt für Verkehr in die Anhörung geschickt hat. Der VCS fordert darin die Festlegung des Ziels, dass sämtliche Züge für alle Reisenden selbständig zugänglich sind. Ein Zug pro Stunde mit Niederflur-Einstiegen genügt nicht, da die meisten Fernzüge im Halbstundentakt fahren.

Aus Sicht des VCS muss eine autonome Benutzung des Bahnverkehrs auch all jenen Menschen ermöglicht werden, die mit eingeschränkter Mobilität oder mit Behinderungen unterwegs sind. Dass der Bund die Umsetzung des Behindertengleichstellungsgesetzes weiter vorantreibt, ist erfreulich. Die neue Richtlinie wird es Menschen mit Behinderungen oder altersbedingten Einschränkungen erlauben, selbständig mit dem Zug zu fahren. Sie müssen ihre Reisen nicht mehr aufwändig planen und nachfragen, ob ihnen Personal behilflich sein kann.

Die Richtlinie schreibt allerdings nur einen Mindestanteil von Niederflur-Einstiegen bei den Hauptlinien vor, nämlich einen solchen Zug pro Stunde und Richtung. Das ist für den VCS nicht genug. In einem Land, in dem die Züge im Halbstundentakt fahren, sollten Mindestschwellen jede halbe Stunde einen selbständigen Ein- und Ausstieg erlauben. Das macht die Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel für alle attraktiver.

Die Richtlinie sieht auch im Regionalverkehr eine selbständige Benutzung der Züge mittels Niederflur-Einstiegen vor. Der VCS fordert, dass dies zu allen Tageszeiten und für alle Züge gewährleistet wird und nicht nur für den ersten und letzten. Das vereinfacht auch die Aufgaben der Betreiber, sie müssen weniger Hilfspersonal bereitstellen oder Rollmaterial für jeden Zug überwachen.

Für den VCS ist es von zentraler Bedeutung, dass die Richtlinie das langfristige Ziel aufnimmt, dass Menschen mit eingeschränkter Mobilität oder mit Behinderungen sämtliche Züge in der Schweiz selbständig nutzen können. Dies ist umso wichtiger, als dass die Bevölkerung der Schweiz immer älter wird. Wie das Bundesamt für Verkehr (BAV) in einem Bericht festhält, erfordert diese Entwicklung auch entsprechende Anpassungen im öffentlichen Verkehr. Die neue Richtlinie bietet die Gelegenheit, sich dieser Herausforderung zu stellen, die in der Zukunft noch grösser wird. Nicht nur ältere und behinderte Reisende werden davon profitieren, sondern auch Personen mit Kinderwagen oder schwerem Gepäck.

Autor: Redaktion

Aus der Bahnonline.ch-Redaktion. Zugesandte Artikel und Medienmitteilungen, welche von der Redaktion geprüft und/oder redigiert wurden.

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