Preisvergabe Prix LITRA 2015: Prämierungen an Studierende der ETHZ und der UNIL

An der 79. Mitgliederversammlung der LITRA wurden die diesjährigen Gewinner des Prix LITRA ausgezeichnet. Die Träger dieses Preises für wissenschaftliche Arbeiten im Bereich öffentlicher Verkehr sind die Masterstudierenden Marielle Müller von der ETH Zürich und Pierre-Alain Bourgeois von der Universität Lausanne. Die prämierten Arbeiten untersuchen neue Modelle für ein nationales Tarifsystem im öffentlichen Verkehr und die Entwicklung der schweizerischen Verlagerungspolitik im alpenquerenden Güterverkehr.

erstellt am 24. September 2015 @ 13:02 Uhr
LITRA
An der 79. Mitgliederversammlung der LITRA wurden die diesjährigen Gewinner des Prix LITRA ausgezeichnet. Die Träger dieses Preises für wissenschaftliche Arbeiten im Bereich öffentlicher Verkehr sind die Masterstudierenden Marielle Müller von der ETH Zürich und Pierre-Alain Bourgeois von der Universität Lausanne. Die prämierten Arbeiten untersuchen neue Modelle für ein nationales Tarifsystem im öffentlichen Verkehr und die Entwicklung der schweizerischen Verlagerungspolitik im alpenquerenden Güterverkehr.

Seit 2011 vergibt die LITRA einen Preis für Bachelor- und Master-Arbeiten, die sich dem Thema öffentlicher Verkehr widmen. 8 Diplomarbeiten wurden dieses Jahr von Studierenden verschiedener Schweizer Hochschulen und Universitäten eingereicht. Die Jury hat sich nach eingehender Prüfung der Bewerbungen für die Vergabe von zwei Preisen entschieden:

  • Marielle Müller untersuchte in ihrer Masterarbeit am Institut für Verkehrsplanung und Transportsysteme der ETH Zürich Ansätze zur radikalen Vereinfachung des heutigen Preismodells im öffentlichen Verkehr. Ziel ist, die Preisbildung für Kunden transparenter zu gestalten und gleichzeitig das Ertragsniveau für die Mobilitätsanbieter zu erhalten. Frau Müller entwickelte und bewertete fünf verschiedene Modelle. Als Bestvariante erwies sich ein produktorientierter, minutengenauer Zeittarif verbunden mit einem elektronischen Ticketsystem. Am Beispiel des ZVV konnte die Autorin die Auswirkungen auf das Angebot exemplarisch aufzeigen – so werden beispielsweise kurze Verbindungen tendenziell günstiger als heute, längere eher teurer. Das Fallbeispiel Liechtenstein bestätigt, dass das Ertragsniveau beibehalten oder sogar leicht gesteigert werden kann. Die Studie leistet insgesamt einen wertvollen Beitrag zu einer sachlichen Diskussion über ein zukünftiges Tarifsystem.
  • Pierre-Alain Bourgeois analysierte in seiner Masterarbeit am Institut des hautes études en administration publique der Universität Lausanne die Gründe für die Veränderung der Schweizer Verlagerungspolitik im alpenquerenden Güterverkehr seit der Annahme der Alpeninitiative durch das Stimmvolk. In seiner historischen Analyse stellt er fest, dass das ursprüngliche Verlagerungsziel «von der Strasse auf die Schiene» zunehmend in den Hintergrund gerückt ist. Die Ursachen dafür erkennt er in der anhaltend angespannten Wirtschaftslage in der Schweiz und der EU, unterschiedlichen Prioritäten der nationalen gegenüber der internationalen Verkehrspolitik, regulatorischen Veränderungen im Schienenverkehr sowie einem schwindenden Bekenntnis zu den Verlagerungszielen bei Politik und Verwaltung. Die Arbeit illustriert anschaulich, wie Schwerpunkte und Umsetzung eines vom Volk beschlossenen Vorhabens sich über die Jahrzehnte je nach politischem, ökonomischem und gesellschaftlichem Kontext verändern können.

Die LITRA plant, auch im nächsten Jahr einen Preis für hervorragende studentische Arbeiten im Bereich des öffentlichen Verkehrs auszurichten. Die Ausschreibung erfolgt im Frühling 2016. Weitere Informationen finden Sie auf der Website www. litra.ch.

79. Mitgliederversammlung / assemblée des membres 2015

Gepostet von LITRA – Informationsdienst für den öffentlichen Verkehr am Donnerstag, 24. September 2015

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Autor: Redaktion

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