Bahnhof Interlaken Ost: Brand im Depot der Ballenberg-Dampfbahn

Am Samstagmorgen (16.11.2013) ist das Lokomotivdepot mit Werkstätte des Vereins Ballenberg-Dampfbahn (VBD) beim Bahnhof Interlaken Ost teilweise ausgebrannt. Verletzt wurde niemand. Der Bahnbetrieb der bls und SBB war für rund drei Stunden unterbrochen. Die Ermittlungen zum Brand sind abgeschlossen. Im Vordergrund steht ein technischer Defekt in der Werkstatt.

erstellt am 16. November 2013 @ 10:27 Uhr
Kapo BE, Regierungsstatthalteramt des Verwaltungskreises Interlaken-Oberhasli (cg), Regionale Staatsanwaltschaft Oberland (ah) / Sandro Hartmeier / Verein Ballenberg-Dampfbahn (VBD) / Lokremise-Sulgen, Newsletter
Am Samstagmorgen (16.11.2013) ist das Lokomotivdepot mit Werkstätte des Vereins Ballenberg-Dampfbahn (VBD) beim Bahnhof Interlaken Ost teilweise ausgebrannt. Verletzt wurde niemand. Der Bahnbetrieb der bls und SBB war für rund drei Stunden unterbrochen. Die Ermittlungen zum Brand sind abgeschlossen. Im Vordergrund steht ein technischer Defekt in der Werkstatt.

Am 16. November 2013, gegen 08:30 Uhr, ging bei der Kantonspolizei Bern die Meldung über eine starke Rauchentwicklung im privaten Lokomotivdepot des VBD auf dem Gelände des Bahnhofs Interlaken Ost ein. Beim Eintreffen der sofort ausgerückten Einsatzkräfte stand das Gebäude in Vollbrand [Fotos]. Eine grosse Rauchsäule war weitherum sichtbar. Den Feuerwehren Bödeli, Wilderswil sowie Ringgenberg-Goldswil-Niederried gelang es mit insgesamt rund 90 Angehörigen, den Brand ungefähr um 10 Uhr unter Kontrolle zu bringen, gegen 14 Uhr war er schliesslich vollständig gelöscht. Es konnte jedoch nicht verhindert werden, dass der neuere, vordere Teil des Depots aus dem Jahr 2000 ausbrannte.

Update In diesem befanden sich die Schmalspur-Dampfloks G 3/4 208, HG 3/3 1068 ohne Achsen und der Rahmen der normalspurigen C 5/6 2969 der Eurovapor Sulgen [Bericht / Projekt C 5/6 / Benefizfahrten / Video 1 Video 2]. Diese Fahrzeuge sind durch den Brand erheblich beschädigt worden [siehe auch unten eingebundenes Foto]. Die G 3/4 208 wird bei der RhB in Landquart repariert und sollte ab Sommer 2016 wieder im Einsatz stehen. Die HG 3/3 1067, die Achsen der HG 3/3 1068 und die historischen Dreiachs-Personenwagen waren im angebauten, vom Brand nicht direkt betroffenen, älteren Teil des Depots abgestellt und wurden nicht beschädigt. Der Anbau selbst trug leichte Schäden davon.

Verletzt wurde niemand, eine Ambulanz wurde vorsorglich aufgeboten. Da sich der Brandplatz in unmittelbarer Nähe zu den Bahngeleisen und Fahrleitungen befand, musste der Fahrstrom ausgeschaltet und der Bahnhof Interlaken Ost aus Sicherheitsgründen bis 10:45 Uhr für den Bahnverkehr der bls und SBB geschlossen werden. Zwischen Interlaken West und Interlaken Ost verkehrten Bahnersatzbusse. Die Züge der Berner Oberland-Bahn konnten ungehindert verkehren, die Zentralbahn fuhr wegen Bauarbeiten ohnehin mit Ersatzbussen.

Technischer Defekt im Vordergrund
Die Spezialisten des Dezernats Brände und Explosionen der Kantonspolizei Bern haben ihre Ermittlungen im Zusammenhang mit dem Brand abgeschlossen. Nach umfassenden Abklärungen kann davon ausgegangen werden, dass ein technischer Defekt im Bereich von Elektrogeräten in der Werkstatt zum Brand geführt hatte.

Gemäss aktuellen Schätzungen beläuft sich der entstandene Sachschaden auf mehr als eine Million Franken.

Für Spenden zu Gunsten der Lokomotiven, welche den Flammen zum Opfer gefallen sind, benutzen Sie bitte folgendes Konto:

  • BBO Bank Brienz Oberhasli AG 3855 Brienz
    IBAN Nr. CH32 0852 1021 2369 7314 5

Ab sofort finden im Bahndepot Interlaken Ost auch monatlich Arbeitstage statt. An den folgenden Daten ist jedermann herzlich willkommen:

  • 9. und 10. Oktober
  • 6. und 7. November
  • 4. und 5. Dezember

Setzen Sie sich unverbindlich mit der Ballenberg-Dampfbahn in Verbindung (Telefon 033 828 73 40)!

Vielen Dank für Ihre Unterstützung. Ihre Ballenberg-Dampfbahn.

Erst eine Woche vor dem Brand informierten der Verein und Pascal Troller im nun ausgebrannten Depot über das Revisionsprojekt der Brünig-Dampflokomotive HG 3/3 1068.

Situationsbericht Dampflok C 5/6 2969
Nach einem ersten Augenschein, nach dem im unter Vollbrand stehenden Depot der Ballenberg-Dampfbahn, konnte festgestellt werden, dass es dem Fahrwerk entsprechend gut geht.Als Nächstes galt es, das nun unter freiem Himmel stehende Fahrgestell und alle Kleinteile möglichst schnell zu bergen, um weitere Schäden zu vermeiden. Da das Depotgelände in Interlaken einzig auf dem Schienenweg erreichbar ist, war es naheliegend, einen vereinseigenen kleinen Güterzug nach Interlaken zu entsenden. Dieser traf am 3. Dezember 2013 in Interlaken ein. In den nächsten 3 Tagen verrichteten fleissige Hände unserer Vereinsmitglieder grosse Arbeit, befreiten das Fahrgestell von Schutt und suchten in der Brandruine sämtliche Kleinteile zusammen. Diese wurden gesäubert, registriert und sortiert in Güterwagen verladen.Erst nach dieser Bergungswoche konnten wir einen Überblick über den ganzen Schaden gewinnen. Bei den Einzelteilen, welche für die Montage bereitstanden, sieht es wesentlich schlimmer aus als angenommen. Da diese in Regalen mit Holzböden lagerten, wurden diese beim Brand sehr grosser Hitze ausgesetzt. Einige Bronzeteile sind unwiederbringlich verschmolzen! Sämtliche Stangen sind gekrümmt und weichgeglüht! Eine genaue Untersuchung der Lineale und Kreuzköpfe auf Weiterverwendung ist nötig. Sämtliche Blechteile sind verbogen und ausgeglüht! In Kupferleitungen sind Löcher eingebrannt und verschmort. Teile die soweit brauchbar blieben, sind aufwendig zu prüfen und wieder aufzuarbeiten. Das Fahrwerk ist prinzipiell weiter verwendbar. Soweit ersichtlich, keine strukturellen Schäden feststellbar. Einige Weissmetallbüchsen der Steuerung sind ausgeschmolzen. Die Achskisten mit ihren Ausgüssen sind heil geblieben. Auch hier ein immenser Aufwand zur Wiederherstellung: Ausachsen, Reinigung, Kontrolle, Anstrich usw. Sämtliche Federpakete sind zu prüfen und in Öl einzulegen.

Die eigentliche Bergung des Fahrwerks ging am 16. Dezember 2013 über die Bühne. Mit Hilfe der Mannschaft der Zentralbahn-Intervention ging es auf einem Rollschemel per Huckepack aus der Brandruine an die Verladerampe, von wo ein Pneukran den Umlad auf einen Strassentieflieger vollbrachte. Noch am gleichen Abend erfolgte der Ablad in Sulgen. Ein denkwürdiger Moment – nach über 11 Jahren steht das Fahrgestell wieder in der Lokremise Sulgen.

In Sulgen gingen die Arbeiten unmittelbar danach weiter. Die Kleinteile wurden von den Güterwagen in Wechselpritschen umgeladen und per LKW ins Tessin zur Firma PORETTI-GAGGINI SA zur Aufarbeitung spediert. Bis Mitte Januar war auch der Betonboden betoniert, um den Rahmen per Hebeböcke anzuheben und ausachsen zu können.

Akuteller Stand der Arbeiten an der Lok 208 bei der RhB in Landquart. Im Sommer 2016 sollte die Lok wieder ihren Dienst beim Verein Ballenberg Dampfbahn versehen. Wir freuen uns darauf!

Gepostet von Ballenberg Dampfbahn am Freitag, 2. Oktober 2015

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