Erstaunliche Ergebnisse der Auswirkung von Schwellenbesohlung auf die Emission von Bahnlärm

Im Auftrag des Bundesamtes für Umwelt (BAFU) hat PROSE umfangreiche Analysen erstellt, mit der die Wirkung von Schwellenbesohlung im Hinblick auf Schienenverkehrslärm untersucht wird.

erstellt am 24. Oktober 2015 @ 15:57 Uhr
PROSE
SchotteroberbauIm Auftrag des Bundesamtes für Umwelt (BAFU) hat PROSE umfangreiche Analysen erstellt, mit der die Wirkung von Schwellenbesohlung im Hinblick auf Schienenverkehrslärm untersucht wird.

Die Schwellenbesohlung, eine elastische Unterlage zwischen Betonschwelle und Gleisbett, dient in erster Linie der Schonung und Langlebigkeit des Schotteroberbaus. Zudem wird die weiche Schwellenbesohlung derzeit in der Schweiz als Massnahme zum Erschütterungsschutz getestet. Sie führt allerdings auch zu verstärkten Schwingungen der Betonschwelle und damit zu einer Lärmzunahme gegenüber dem Standardoberbau der Schweizerischen Bundesbahnen SBB mit unbesohlter Betonschwelle und harter Zwischenlage.

Anhand vorliegender Daten von bereits erfolgten Lärmemissionsmessungen auf vier verschiedenen SBB-Referenzstrecken mit und ohne Schwellenbesohlung konnte PROSE im Vergleich der unterschiedlichen Lärmemissionen im Frequenzbereich zweifelsfrei nachweisen, dass steife wie auch weiche Schwellenbesohlungen tatsächlich zu einer Lärmzunahme führen. Auch konnte die für die erhöhte Schallabstrahlung verantwortliche Systemkomponente identifiziert werden. Hierzu wurden die Datenvergleiche statistisch ausgewertet, grafisch dargestellt und entsprechend bewertet.

Die Daten stammen zum Teil auch von PROSE-eigenen fahrbahndynamischen Messungen auf Abschnitten mit und ohne Schwellenbesohlung, bei denen die Achslagerbeschleunigungen und der Schall im Drehgestell ermittelt wurden. Weiter wurden Schienenrauheits- und Gleisabklingratenmessungen analysiert.

Mit den Ergebnissen der Untersuchung wurde so das Lärm- und Schwingungsverhalten bei verschiedenen Oberbautypen mit harter und weicher Zwischenlage sowie ohne – und mit unterschiedlich steifer Schwellenbesohlung aufgezeigt. Die Schwellenbesohlung führt zu längeren Instandhaltungsintervallen des Oberbaus und bietet einen besseren Erschütterungsschutz im Frequenzbereich oberhalb 50 Hz, jedoch sind Gleisabschnitte mit Schwellenbesohlung lauter als Abschnitte ohne Besohlung.

Mit diesen Erkenntnissen konnte PROSE den Bahnen nun aufzeigen, wie sich die verschiedenen Kombinationen der Steifigkeiten von Zwischenlage und Schwellenbesohlung akustisch auswirken und wo die Ursache für die festgestellte Lärmzunahme liegt. Damit lässt sich der Oberbau künftig gezielt optimieren.

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Autor: Redaktion

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