Zugpersonal aus ganz Europa wehrt sich gegen schleichende Abschaffung: Weniger Personal heisst weniger Sicherheit und Komfort

Am Morgen des 29. Oktobers 2015 haben Zugbegleiterinnen und Zugbegleiter mit Flugblättern darauf aufmerksam gemacht, warum ihre Präsenz in den Zügen trotz E-Tickets, Billettautomaten und Überwachungskameras weiterhin wichtig und auf vielen Strecken unverzichtbar ist. Die Aktion fand im Rahmen eines europaweiten Aktionstags der Europäischen Transportarbeiter-Föderation ETF statt.

erstellt am 29. Oktober 2015 @ 09:58 Uhr
SEV
Zugpersonal Europa wehrt sich gegen schleichende AbschaffungAm Morgen des 29. Oktobers 2015 haben Zugbegleiterinnen und Zugbegleiter mit Flugblättern darauf aufmerksam gemacht, warum ihre Präsenz in den Zügen trotz E-Tickets, Billettautomaten und Überwachungskameras weiterhin wichtig und auf vielen Strecken unverzichtbar ist. Die Aktion fand im Rahmen eines europaweiten Aktionstags der Europäischen Transportarbeiter-Föderation ETF statt.

«Die ETF und ihre Mitgliedsorganisationen fordern die Eisenbahnverkehrsunternehmen und Behörden auf, die Bedeutung professioneller Zugbegleiter an Bord der Züge anzuerkennen und der Politik von Zügen ohne menschlichen Ansprechpartner Einhalt zu gebieten», steht auf den Flugblättern, die heute morgen von Mitgliedern des Unterverbands des Zugpersonals (ZPV) der Gewerkschaft des Verkehrspersonals SEV in den Zügen deponiert und an Bahnhöfen an die Reisenden verteilt wurden.

Die Flyer machten darauf aufmerksam, dass das Zugpersonal nicht nur die Billette kontrolliert und auch solche verkauft, sondern für die Sicherheit und den Komfort der Reisenden eine wichtige Rolle spielen, namentlich durch

  • Unterstützung von Jung und Alt und von Menschen mit eingeschränkter Mobilität mit Auskünften, Rat und Tat;
  • Schutz der Reisenden vor Gewalt, Vandalismus und unangebrachtem Verhalten in Koordination mit der Polizei bzw. Transportpolizei;
  • Überwachung der Türen bei der Zugsabfahrt;
  • Sicherstellung der Evakuierung bei Entgleisungen oder andern Zwischenfällen wie Bränden, insbesondere in Tunneln.

Die Schweizer Zugbegleiterinnen und Zugbegleiter legen besonderen Wert auf den letzten Punkt. Tatsächlich plant die SBB, am Gotthard nach Eröffnung des Basistunnels ab Dezember 2016 unbegleitete Regionalzüge über die Bergstrecke fahren lassen. Wie die Passagiere bei einem Brand im 15 km langen Scheiteltunnel oder in einem Kehrtunnel allein vom Lokführer unbeschadet evakuiert werden sollen, ist für den SEV-ZPV völlig schleierhaft. «Wir appellieren ans Bundesamt für Verkehr (BAV), dass es als Aufsichtsbehörde der SBB in Erinnerung ruft, dass die Sicherheit der Passagiere Vorrang hat vor reinem Rentabilitätsdenken», hält ZPV-Zentralpräsident Andreas Menet fest.

In weniger als 60 Minuten verteilte heute morgen eine Delegation des PV, ZPV und der SEV-Jugend 600…

Gepostet von SEV Jugend / Jeunesse / Gioventù am Mittwoch, 28. Oktober 2015

Autor: Redaktion

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