Systementscheid: Spurweite 1000 mm für die Waldenburgerbahn

Der Regierungsrat des Kantons Basel-Landschaft empfiehlt eine Anpassung der Spurweite der Waldenburgerbahn auf einen Meter und die Anpassung des Lichtraumprofils auf eine Wagenkastenbreite von 2,65 Meter.

erstellt am 24. September 2015 @ 08:34 Uhr
Kanton Basel-Landschaft / Waldenburgerbahn
Haltestelle Waldenburgerbahn 2022Der Regierungsrat des Kantons Basel-Landschaft empfiehlt eine Anpassung der Spurweite der Waldenburgerbahn auf einen Meter und die Anpassung des Lichtraumprofils auf eine Wagenkastenbreite von 2,65 Meter.

Nach dem landrätlichen System-Entscheid von 2010 ist die Weiterentwicklung der Waldenburgerbahn vorangetrieben worden. In einer darauf folgenden Landratsvorlage wurden dem Parlament ein Kredit zur Umsetzung der ersten Arbeiten im Zeitraum 2014 bis 2016 sowie ein Projektierungskredit für weiterführende Arbeiten unterbreitet. In der Bau- und Planungskommission wurde bei der Beratung dieser Vorlage nochmals die Frage nach der Spurweite der Waldenburgerbahn aufgeworfen. Dies im Wissen darum, dass wegen des Vierspurausbaus der SBB-Linie in Liestal die Linie der Waldenburgerbahn während rund einem Jahr gesperrt und das Waldenburgertal so lange durch einen Busdienst erschlossen werden muss.

Nach der Gegenüberstellung aller Vor- und Nachteile empfiehlt die Regierung nun eine Umspurung der Waldenburgerbahn auf Meterspur unter Anpassung des Lichtraumprofils auf eine Wagenkastenbreite von 2,65 Meter. Da nicht gewährleistet werden kann, dass bis Ende 2022 das Lichtraumprofil überall auf 2,65 m ausgebaut werden kann, soll per 2022 Rollmaterial mit einer Wagenkastenbreite von 2,40 m (heute 2,20 m) beschafft werden.

Das zeitliche Zusammentreffen von Rollmaterialersatz, Betriebskonzeptumstellung und Erneuerung des Trasses der Waldenburgerbahn mit der Totalsperre Liestal – Altmarkt stellt nach Ansicht der Regierung eine einmalige Gelegenheit dar, die Umspurung und die Anpassungen an eine breitere Wagenkastenbreite relativ schnell und kostengünstig umzusetzen.

Unabhängig von der Spurweite sind für die Waldenburgerbahn in den Spitzenzeiten mit Viertelstundentakt für jede Verbindung schlankere Anschlüsse in Liestal geplant. Damit wird die Bevölkerung des Waldenburgertals insbesondere bessere Verkehrsverbindungen von und nach Basel erhalten. Mit der Umspurung auf Meterspur ist die Einstellung des Dampfbetriebes auf der Waldenburger Strecke allerdings voraussichtlich unvermeidbar, da neben den sowieso notwendigen hohen Investitionen für die Erneuerung des Rollmaterials, neue Abstellanlagen etc. auch Kosten für die Anpassung an die Meterspur (wie z.B. Anpassung des Rollmaterials oder 3. Gleis) anfallen, deren Finanzierung offen ist. Das ist aus Sicht der Regierung sehr wohl ein kultureller Verlust, der zu bedauern ist, den aber die bessere, zukunftsgerichtete Verkehrsanbindung der Waldenburger Bevölkerung weitaus aufwiegt.

Siehe auch

Weblinks

Autor: Redaktion

Aus der Bahnonline.ch-Redaktion. Zugesandte Artikel und Medienmitteilungen, welche von der Redaktion geprüft und/oder redigiert wurden.

Schreibe einen Kommentar