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DVZO: Engagement beim «Das dritte Gleis» erfolgreich abgeschlossen
ARCHIV
Winterthur im Nationalbahnfieber: «Das dritte Gleis»
DVZO, Dieter Enz
Die beiden Winterthurer Autoren Peter Bachmann und Jörg Thalmann haben aus eigener Initiative das neue Stück «Das dritte Gleis» niedergeschrieben. Es spielt in der Zeit von 1871 – 1878 und befasst sich mit der Entstehung, den Schwierigkeiten und dem traurigen Ende der «Nationalbahn». Die Autoren haben dieses vor allem für die Städte Winterthur, Baden, Lenzburg und Zofingen traumatische Abenteuer in eine spannende theatralische Form verpackt. Eine Liebesgeschichte, verknüpft mit den üblen Machenschaften eines Verräters, durchzieht die historischen Ereignisse und bringt sie uns menschlich näher.
Unbestrittener Stargast an der Theateraufführung ist der Dampfzug des DVZO, angeführt von der Dampflok E3/3 10 mit dem Übernamen «Chemie-Tiger».
Historischer Hintergrund
Die Idee einer nicht den Privatkapitalisten, sondern dem Volk gehörenden Schweizer Bahnlinie scheiterte am Dilettantismus ihres Hauptpromotors, des Winterthurer Stadtschreibers, Volksredners und kurzzeitigen Stadtpräsidenten Theodor Ziegler (1832-1917). Der atemraubenden Vision gemäss hätte die Linie statt der unzähligen Bahnen und Bähnchen erstmals eine gesamtschweizerische Eisenbahn-Transversale vom Bodensee an den Genfersee werden sollen, darum „Nationalbahn”. Gebaut wurden von 1873 bis 1877 allerdings nur die beiden Teilstücke Winterthur-Etzwilen-Singen und Winterthur-Kloten-Baden-Lenzburg-Zofingen, da die Gesellschaft 1878 in den Konkurs geriet. Die Folgen für die vier Städte Winterthur, Baden, Lenzburg und Zofingen, welche mit ihrem Vermögen für die Kredite der Nationalbahn gebürgt hatten, waren verheerend. Winterthur wurde in eine drei Generationen dauernde, erst 1954 ganz zurückbezahlte Riesenschuld gestürzt, das ganze Stadtvermögen (Stadthaus, Immobilien wie die Mörsburg und Schloss Wülflingen, Eschenbergwald, Lappalien wie die Zwanzigrappenstücke, die von der Stadt für die Benützung eines Pissoirs eingezogen wurden) musste verpfändet werden und stand bis 1954 beim Kanton Zürich in Verwahrung.
Der Regisseur
Regie führt der Schwyzer Schauspieler und Regisseur Stefan Camenzind. 2007 machte er mit den Laienschauspielerinnen und -schauspielern von Göschenen und Andermatt das Freilichtspiel “D’Gotthardbahn” zum Grosserfolg.
Aufführungsdaten des Freilichtspiels «Das dritte Gleis»
- Spielzeit 10. Juli bis 14. August 2009
- Spielbeginn 20 Uhr, Ende ca. 22.30 Uhr
Das «Das dritte Gleis» wird am Bahnhof Töss in Winterthur aufgeführt.
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