Über ein Viertel der Schweizer Bahnen sind in Meterspur: Entstehung und Bedeutung der Meterspurbahnen in der Schweiz
LITRA
Das Mass: Meterspur – Bloss schmalspurig? Entstehung und Bedeutung der Meterspurbahnen (PDF-File)
litra. Schmalspurbahnen gibt es in 21 Kantonen. Ihre Betriebslänge erreichte Ende 2008 1‘409 km. Das Gesamtnetz schweizerischer Normal- und Schmalspurbahnen misst 5‘129 km. Total 28 Schmalspurbahnen betreiben damit ein nicht zusammenhängendes Netz, das rund 27 Prozent aller Bahnen des allgemeinen Verkehrs erreicht. Zusammen transportierten die 28 Meterspurbahnen 2008 rund 90 Mio. Passagiere oder 18 Prozent des Schienenverkehrs in der Schweiz. In einer Broschüre der gelben Serie befasst sich die LITRA mit der Entstehung und der Bedeutung der Meterspurbahnen in der Schweiz.
Das wichtigste durchgehende Meterspurnetz betreiben die Rhätische Bahn, die Matterhorn Gotthard Bahn – zusammen mit der Gornergratbahn und der historischen Furka-Bergstrecke. Es gilt mit 550 km Länge als das grösste Schmalspurnetz der Alpen.
Schmalspurbahnen sind kleiner. Sie benötigen weniger Raum, kommen mit geringeren Kurvenhalbmessern aus und lassen sich darum leichter ins Gelände einfügen. Und sie können abschnittweise an Zahnstangen steilere Passagen bewältigen. Kleiner heisst auch weniger Gewicht. Das hilft Energie sparen. Die Vorteile überzeugen im Gebirge und dort, wo die Bahnlinie einer Spur im Gelände folgen muss, etwa einem Fluss oder einer Strasse.
Trotz einheitlicher Meterspur könnte die Vielfalt unter den Schmalspurigen kaum grösser sein. Die Palette reicht von der »Hochgebirgsstrecke« über die ländliche Stichlinie bis zur alle sieben oder acht Minuten pulsierenden S-Bahn. Meterspurbahnen erfüllen »Intercity-Dienste«, und sie dienen dem grössten Schweizer Kanton als Hauptverkehrsnetz.
Rekordverdächtig sind Angebote und Leistungen: Linien mit bis zu 475 Zügen gehören im Vorortverkehr zum meterspurigen Alltag. Den eindrücklichen Leistungsbeweis einer schmalspurigen »Autobahn« liefern die Verladedienste durch Furka und Vereina. Auch in Sachen Innovationskraft stehen die Schmalspurbahnen ihren Normalspur-Kollegen in nichts nach!
Im Kosten-/Ertrags-Vergleich liegen Schmalspurbahnen wirtschaftlich vorne. Über eine Milliarde Personenkilometer bei rund 5000 Vollzeitstellen und einem Verkehrsertrag von rund 300 Mio. Franken machen sie zu starken Playern im Bahngeschäft.
Der amtliche Zahlennachweis bzw. die offiziellen Verkehrsstatistiken müssen indessen wieder auf den aussagekräftigen Stand der Verkehrsstatistiken über den öffentlichen Verkehr gebracht werden, wie sie bis Mitte der 90er Jahre bestanden.
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