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Swissmetro: Projektführung geht an die EPFL zurück

6. März 2010 @ 09:33 Uhr | Ihr Kommentar | Seite als PDF | Meldung senden 

erstellt am 02. November 2009 @ 14:49 Uhr
Swissmetro / Pro Swissmetro
Das Projekt zur Realisierung eines unterirdisch verkehrenden Transportsystems, welches mit hohen Geschwindigkeiten die Zentren der Schweiz verbindet, soll von der Swissmetro AG an die Ecole Polytechnique Fédérale de Lausanne (EPFL) zurückgehen.

Die Swissmetro AG beabsichtigt, die Projektführung und sämtliche Rechte am Projekt der EPFL zu übertragen. Die EPFL verfügt aufgrund der bisherigen Forschungs- und Entwicklungsarbeiten über das nötige technische Know-how. Eine entsprechende Vereinbarung mit der EPFL ist in Erarbeitung. Der Verwaltungsrat der Swissmetro AG beantragtan der ausserordentlichen Generalversammlung vom 20. November 2009 die Liquidation der Gesellschaft.

Die Idee einer „Swissmetro“ wurde vor rund 30 Jahren erstmals aufgebracht. Nachdem von wirtschaftlicher und politischer Seite Interesse an diesem Projekt bekundet wurde, erfolgte im Jahre 1992 die Gründung der Swissmetro AG. Die Gesellschaft Swissmetro AG hat in den vergangenen Jahren erhebliche Anstrengungen unternommen, um das Projekt weiter zu entwickeln und ihm zum Durchbruch zu verhelfen. In enger Zusammenarbeit mit der EPFL sowie weiteren Fachleuten wurden sowohl technische wie finanzielle Machbarkeitsstudien erstellt. Swissmetro AG hat gesamthaft rund 11 Millionen Franken in das Projekt investiert, wovon knapp die Hälfte durch Mittel des Bundes, namentlich durch Forschungsbeiträge der KTI, aufgebracht wurde. 1997 wurde das Konzessionsgesuch für die Strecke Lausanne-Genf beim Bundesamt für Verkehr eingereicht, und auf Wunsch des Bundesrates wurde die Machbarkeit für die Strecke Basel-Zürich mitsamt der Anbindung der beiden Flughäfen evaluiert.

Die Verkehrskommissionen des Parlaments standen dem Projekt durchaus positiv gegenüber, und mehrere parlamentarische Vorstösse wurden über alle Parteigrenzen hinweg unterstützt. Trotz intensiver Arbeiten ist es der Swissmetro AG jedoch nicht gelungen, die erforderliche weiterführende Unterstützung auf Ebene der Politik und der Wirtschaft zu erlangen. Der Verwaltungsrat kam nach eingehender Analyse zum Schluss, dass eine Realisierung des Projektes in absehbarer Zeit in der Schweiz nicht machbar ist.

Stellungnahme Pro Swissmetro:
Droht der Swissmetro das Schicksal des Transrapid?

Die Swissmetro AG beabsichtigt, alle Rechte am Projekt Swissmetro an die EPFL (ETH Lausanne) zu übertragen, und beantragt die Liquidation der Gesellschaft. Der Interessenverband Pro Swissmetro sorgt sich um die Zukunft des Projekts Swissmetro:

  • Was wird die EPFL mit den Rechten am Projekt Swissmetro tun?
  • Wird sie das Projekt Swissmetro fördern bis zur Realisierung?
  • Wird sie diese Rechte in Lizenzen weitergeben oder sogar verkaufen?
  • Wird ein Verkauf ins Ausland in Betracht gezogen?
  • Geht dabei wertvolle Forschungs- und Planungsarbeit, die in der Schweiz geleistet wurde, verloren?

Der Vorstand von Pro Swissmetro befürchtet, dass mit der vorgesehenen Übergabe des Projekts Swissmetro an die EPFL ein nachhaltiges Verkehrssystem in der Schublade verschwindet und für die Schweiz verloren geht. Der Swissmetro könnte ein ähnliches Schicksal bevorstehen wie dem Transrapid, der zwar in Deutschland entwickelt wurde, dort aber nie kommerziell zum Einsatz kam.

Wegen der zunehmenden Kapazitätsengpässe im öffentlichen Verkehr steigt in der Schweiz der Bedarf an nachhaltigen Zukunftstechnologien. Bereits für das Jahr 2020 rechnet das Bundesamt für Verkehr mit einer Überlastung vieler Strecken und Knotenpunkte, die durch das Projekt Swissmetro bedient würden [siehe aktuellen Infrastrukturbericht vom November 2009 aus dem Departement Leuenberger]. Der Vorstand von Pro Swissmetro befürchtet, dass die Swissmetro-Technologie dann für die Schweiz bereits verloren sein könnte.

Pro Swissmetro beantragt deshalb für die ausserordentliche Generalversammlung der Swissmetro AG vom 20. November 2009 die Verschiebung des Liquidationsbeschlusses. Zuerst sollen der Erhalt der Resultate aus der Swissmetro-Forschung gesichert sowie alle rechtlichen Fragen im Zusammenhang mit der Auflösung der Swissmetro AG geklärt werden.

Stellungnahme Pro Swissmetro:
Das Projekt Swissmetro geht weiter

Der Vorstand von Pro Swissmetro teilt die Auffassung des Verwaltungsrates der Swissmetro AG nicht, dass eine Realisierung des Projekts Swissmetro in absehbarer Zeit nicht machbar sei. Im Gegenteil, der Vorstand von Pro Swissmetro sieht mittelfristig gute Chancen für eine Realisierung des Projekts Swissmetro in der Schweiz. Bereits heute stösst der Personen- und Güterverkehr auf dem bestehenden Schienennetz an die Kapazitätsgrenzen. Das auf Tunnelröhren in geringer Tiefe und von kleinem Querschnitt mit berührungsfreier Magnetschwebetechnik basierende Projekt Swissmetro trägt dazu bei, die Kapazitätsengpässe der Bahn auf nachhaltige Weise abzubauen.

Pro Swissmetro hat das Projekt in den letzten Jahren mit viel Erfolg bekannt gemacht und mit Ingenieurarbeiten einen Pilotversuch angebahnt. Nächster Meilenstein ist die Umsetzung des Versuchs- und Demonstrationsprojekts «Swissmetro Pilotversuch Hagerbach», in welchem ein Stück Swissmetro-Tunnel mit Fahrzeug im Massstab 1:1 realisiert wird. Pro Swissmetro betreut ebenfalls die gesamte Internetpräsenz des Projekts Swissmetro. Dank schlanken Strukturen kann Pro Swissmetro das Projekt Swissmetro effektiver bekannt machen, als es der Swissmetro AG aus Kosten- und organisatorischen Gründen möglich war.

Pro Swissmetro ist ein Verein nach schweizerischem Recht, der 1995 gegründet wurde. Er hat zum Ziel, das Projekt in der Öffentlichkeit bekannt zu machen und dessen Umsetzung nach einem konkreten Plan zu unterstützen. Rodolphe Nieth, der «Vater der Swissmetro», ist Mitglied und Ehrenpräsident von Pro Swissmetro. Aktuell zählt Pro Swissmetro 347 Mitglieder mit wachsender Tendenz. 3362 Personen haben die E-Petition für eine Swissmetro unterzeichnet. Auf Facebook hat Pro Swissmetro auf der Seite «Zürich-Bern in 12 Minuten» mehr als 9000 Fans versammelt.

Einzelnachweise und Anmerkungen

  • Das Projekt Swissmetro
    Das Konzept der Swissmetro basiert auf einer magnetischen Schwebebahn, welche in einem Tunnel mit kleinem Durchmesser vollständig unterirdisch und mit Geschwindigkeiten von über 400 km/h verkehrt. Diese hohen Geschwindigkeiten werden dank des berührungsfreien Antriebes mit Linearmotoren und einem Teilvakuum im Tunnel erzielt. Die Stromübertragung erfolgt kontaktlos.
    Die Swissmetro ist dasjenige Verkehrssystem, welches im Vergleich zu allen andern Transportsystemen den geringsten Energieverbrauch pro Personenkilometer aufweist. Aufgrund der unterirdischen Linienführung würde die Swissmetro zu keiner Beeinträchtigung der Landschaft führen und praktisch keine Immissionen verursachen. Die Swissmetro eignete sich daher insbesondere für Verbindungen zwischen Zentren. Die Reisezeit zwischen Bern und Zürich würde noch ca. 12 Minuten dauern.
    Weitere Angaben finden sich auf www.swissmetro.ch/de/projekt
  • Pro Swissmetro
    Pro Swissmetro ist ein Verein nach schweizerischem Recht, der 1995 gegründet wurde. Er hat zum Ziel, das Projekt in der Öffentlichkeit bekannt zu machen und dessen Umsetzung nach einem konkreten Plan zu unterstützen. Rodolphe Nieth, der «Vater der Swissmetro», ist Mitglied und Ehrenpräsident von Pro Swissmetro. Aktuell zählt Pro Swissmetro 347 Mitglieder mit wachsender Tendenz. 3362 Personen haben die E-Petition für eine Swissmetro unterzeichnet. Auf Facebook hat Pro Swissmetro auf der Seite «Zürich-Bern in 12 Minuten» mehr als 9000 Fans versammelt.
  •  

    Siehe auch

  • Update Pro Swissmetro Delegierter trifft Vertreter der EPFL
  • Das Projekt Swissmetro geht weiter



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