Kein zusätzliches Nutzungs-Konzept für unbediente Bahnhöfe im Kanton Zürich
Kanton Zürich, Regierungsrat
Die SBB regeln zusammen mit den Gemeinden und Dritten die Nutzung unbedienter Bahnhöfe im Kanton Zürich. Das bestehende Konzept ermöglicht massgeschneiderte, optimale Lösungen zur Belebung der Örtlichkeiten. Ein zusätzliches Konzept ist nicht angezeigt, da es die SBB und Drittnutzer von ihrer unternehmerischen Verantwortung entlasten würde. Dies schreibt der Regierungsrat des Kantons Zürich in seinem Bericht zu einem Postulat aus dem Kantonsrat.
Technischer Fortschritt sowie gestiegene Anforderungen an die Wirtschaftlichkeit der SBB führen dazu, dass kleine und mittlere Bahnhöfe vermehrt ohne Personal betrieben werden. Die Bahnhöfe werden jedoch weiterhin von vielen Leuten benutzt und stellen einen wichtigen Ort in einer Gemeinde dar. Für deren weitere Nutzung besteht daher ein erprobtes, mehrstufiges Konzept der SBB.
Sicherheit vom Billettschalter bis zum Lebensmittelladen
Die konkreten Nutzungsmöglichkeiten eines Bahnhofs ergeben sich in erster Linie aus wirtschaftlichen Betrachtungen wie dem erwarteten Umsatz aus Billettverkäufen. Ist dieser gross genug, betreiben die SBB weiterhin einen bedienten Billettschalter oder verkaufen Billette in Kombination mit anderen Dienstleistungen. Lohnt sich ein bedienter Billettschalter nicht, werden Partnerschaften mit Drittanbietern (z.B. Lebensmittelläden) angestrebt, die zusätzlich Zugbillette anbieten können. Erst danach stehen andere Lösungen ohne bediente Verkaufsstellen zur Diskussion und als letzte Möglichkeiten der Verkauf oder Umbau des Bahnhofs. Stets im Zentrum der Überlegungen ist die Sicherheit der Fahrgäste an den Bahnhöfen. Hierfür sorgen unter anderem auch flankierende Massnahmen des Zürcher Verkehrsverbundes (ZVV) und der SBB zur Verbesserung der Übersichtlichkeit und der Beleuchtung.
Enge Zusammenarbeit mit den Standortgemeinden und Drittanbietern
Die SBB erarbeiten gemeinsam mit Gemeinden und Dritten die konkrete Nutzung eines Bahnhofs. Dies garantiert die Berücksichtigung öffentlicher Interessen und fördert die unternehmerische Verantwortung der privaten Anbieter. Die SBB beteiligen sich unter anderem auch an Machbarkeitsstudien für einzelne Projekte. Die frühe Einbindung der Partner ermöglicht massgeschneiderte, pragmatische und praxisorientierte Lösungen, deren erfolgreiche Umnutzung auch das Sicherheitsgefühl der Fahrgäste erhöht. Die bisherigen Ergebnisse der Umnutzungen fielen positiv aus. Der Regierungsrat erachtet dieses Konzept für sinnvoll und ausreichend, um die Belebung unbedienter Bahnhöfe im Kanton Zürich zu erreichen und beantragt dem Kantonsrat, das Postulat als erledigt abzuschreiben.
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