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Bilanz-Medienkonferenz: BLS meisterte Krisenjahr 2009 erfolgreich
erstellt am 11. Mai 2010 @ 10:22 Uhr
Medienstelle BLS
Geschäftsbericht 2009 (PDF-File)
Die BLS AG hat im Geschäftsjahr 2009 einen Konzerngewinn von 12,9 Mio. Franken erzielt (2008: CHF 2,0 Mio). Die Gewinnsteigerung resultierte überwiegend auf einmaligen Sondereffekten. Das starke Nachfragewachstum im Personenverkehr wirkte sich positiv auf den Verkehrsertrag aus, der um 4,3 Prozent gesteigert werden konnte. Hingegen litt BLS Cargo unter der Wirtschaftskrise: Dank frühzeitiger, konzernübergreifender Gegenmassnahmen konnte der Verlust auf –3,6 Mio. Franken begrenzt werden. Beim Vorsorgewerk der BLS, dessen Deckungsgrad sich mit 90 Prozent spürbar verbesserte, ist eine strukturelle Lösung in Sicht.
Trotz Wirtschaftskrise steigerte die BLS AG ihren Konzerngewinn letztes Jahr um 10,9 Mio. auf 12,9 Mio. Franken. «Wir konnten dank grossen Anstrengungen in allen Bereichen das Krisenjahr 2009 gut meistern», sagte BLS CEO Bernard Guillelmon am Dienstag an der Bilanz-Medienkonferenz in Bern. Die Ergebnissteigerung ist wesentlich auf die vorzeitige Auflösung der US Lease-Verträge für Rollmaterial zurückzuführen, was eine einmalige Ertragssteigerung von 10,9 Mio. Franken bewirkte. Der Betriebsertrag steigerte sich um 9% auf 868,7 Mio., der Betriebsaufwand nahm um 8,5% auf 847,4 Mio. Franken zu. Die signifikante Zunahme auf beiden Seiten ist auf höhere Abschreibungen und Abgeltungserträge nach der Integration des Lötschberg-Basistunnels in die BLS Netz AG zurückzuführen.
Personenverkehr: Rasantes Nachfragewachstum
Im Personenverkehr verzeichnete die BLS in allen Sparten Bahn, Bus, Schiff und Autoverlad ein starkes Nachfragewachstum. Sie beförderte 2009 insgesamt 52,2 Mio. Fahrgäste (+2,2%). Die BLS-Züge beförderten 1,7% mehr Fahrgäste als im Vorjahr, insgesamt 47,9 Mio. Die Zahl der gefahrenen Personenkilometer in den Zügen nahm sogar um 6,8% zu. Die grössere Nachfrage wirkte sich auch positiv auf die Verkehrserträge aus, die um 4,3% auf 124,8 Mio. Franken zunahmen. Die Pünktlichkeit der Züge war 2009 sehr zufriedenstellend: Bei der S-Bahn Bern erreichten 95,1 Prozent ihr Ziel rechtzeitig oder mit maximal drei Minuten Verspätung.
Der BLS-Autoverlad am Lötschberg transportierte 2009 insgesamt 1,34 Mio. Fahrzeuge (+2,3%) und steigerte den Ertrag entsprechend auf 26,3 Mio. Franken. Die BLS-Busse beförderten 1,9% mehr Fahrgäste als im Vorjahr (total 2,95 Mio.), was den Verkehrsertrag um 3,7% auf 4,8 Mio. Franken erhöhte. Einen Zuwachs von 28,8% auf 1,3 Mio. Passagiere verzeichnete dank gezielter Marketingaktivitäten und des schönen Ausflugswetters die BLS-Schifffahrt im Berner Oberland. So konnte die BLS in der Schifffahrt das beste Resultat in den letzten zehn Jahren und, ohne Subventionen, sogar einen Gewinn von 237‘000 Franken verbuchen.
Güterverkehr: Massnahmen wegen der Wirtschaftskrise wirkten
Im Güterverkehr spürte BLS Cargo den harten Gegenwind der Wirtschaftskrise. Darunter litt die Verkehrsleistung. Diese nahm um insgesamt 19% auf 2‘981 Mio. Nettotonnenkilometer ab, wobei insbesondere der kombinierte Transitverkehr vom Einbruch betroffen war. Der Verkehrsertrag belief sich auf 161,7 Mio. Franken (–20%). Die BLS hat frühzeitig auf die veränderte Wirtschaftslage reagiert: Sie hat vorab die Produktionskapazitäten reduziert. Kurzfristig wurden Lokomotiven und Lokpersonal vermietet, Zeitguthaben abgebaut und ein Einstellungs- und Ausgabenstopp umgesetzt. So gelang es, den Einbruch mit einem Verlust von –3,6 Mio. Franken (2008: CHF +3,0 Mio.) in Grenzen zu halten. «Angesichts des Umsatzeinbruchs von fast 40 Mio. Franken ist dieses Ergebnis als sehr beachtlich einzustufen», erklärte Bernard Guillelmon.
Ein grosses Projekt war die Überführung der BLS Infrastruktur und der BLS Alptransit AG in die neue BLS Netz AG, die vollkonsolidiert von der BLS AG aus einer Hand geführt wird. Der Verkauf von Trassenkilometern (Trkm) konnte im vergangenen Jahr um 2,5% auf 13,5 Mio. Trkm gesteigert werden, wobei die Wirtschaftskrise unterschiedliche Tendenzen bewirkte: Auf dem BLS Netz verkehrten 3,7% mehr Personenzüge, während der Güterverkehr um 4,4% abnahm.
Personal: Lösung für Vorsorgewerk in Sicht
Im vergangenen Geschäftsjahr hat die BLS erneut 19,4 Mio. Franken an die Sanierung des Vorsorgewerks geleistet. Insgesamt stellte sie in den letzten fünf Jahren 84,4 Mio. zurück. So konnte der Deckungsgrad per Ende 2009 auf 90% verbessert werden. Der Pensionskasse Ascoop gelang 2009 eine Performance von 11,14%. Inzwischen liegt eine langfristige strukturelle Lösung vor: Die BLS beschloss Ende 2009, zusammen mit neun Unternehmen des öffentlichen Verkehrs und des Tourismus unter dem Namen „Symova“ eine neue Sammelstiftung für die berufliche Vorsorge zu gründen. Sie setzt sich aus sanierungswilligen Unternehmen zusammen. Den Versicherten ermöglicht dies die nahtlose Weiterführung ihrer Vorsorgepläne und unveränderte Leistungen.
Ausblick: Netzengpässe beseitigen, Rollmaterial und Kundeninformation modernisieren
Für die Zukunft steht die BLS vor grossen Herausforderungen. In einem Umfeld knapper öffentlicher Finanzen stellt sie der Politik Grundlagen zur Verfügung, um die bestehenden und künftigen Engpässe im Schienennetz zu beseitigen. Insbesondere das Projekt Zukunft Bahnhof Bern (ZBB) im Herzstück der S-Bahn Bern sowie der Ausbau der Strecke Gümligen-Münsingen auf drei Gleise sind für die BLS von zentraler Bedeutung. Auch der Vollausbau der Lötschberg-Basisstrecke ist technisch machbar, notwendig und in Kombination mit Ausbauten der Zulaufstrecken sinnvoll.
Angesichts Nachfragewachstums will die BLS mehr Kapazität in den Zügen schaffen, um den Fahrgästen auch in Zukunft zeitgemässen Reisekomfort zu bieten. In den nächsten Wochen wird sie, als erste Etappe, mit Stadler Rail den Vertrag zur Lieferung von 28 neuen, modernen und geräumigen Doppelstockzügen unterzeichnen. Bis ins Jahr 2025 wird die BLS insgesamt rund 1,2 Mia. Franken in die Flottenerneuerung investieren. Gleichzeitig steht das Jahr 2010 im Zeichen von Qualitätsverbesserungen, beispielsweise bei der Kundeninformation.
Ein wichtiges Geschäft vollzieht sich schliesslich Ende 2010. Ab Fahrplanwechsel ist die BLS neu für den Regionalverkehr auf den Linien Luzern–Wolhusen–Langnau i.E/–Huttwil–Langenthal allein verantwortlich. Die SBB übernimmt im Gegenzug die Linie Solothurn–Moutier. Damit werden die Fahrgäste in beiden Regionen von neuen Angeboten, vereinfachten operativen Abläufen und mehr Qualität profitieren.
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