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Pro Bahn Schweiz: Bahn 2030 abschiessen?
erstellt am 12. Mai 2010 @ 06:17 Uhr
Pro Bahn Schweiz
Die Schweiz müsse TGV- tauglich werden – so die Aussage verschiedener Journalisten und einiger ETH-Professoren [siehe Weblinks]. Neue Strecken auf 300 km/h pro Stunde ausbauen und bestehende entsprechend anpassen, um die Fahrzeit Zürich – Bern auf eine knappe halbe Stunde verkürzen. Tatsächlich verlockende Aussichten, die nun auch von SBB-Verwaltungsratspräsident Ulrich Gygi öffentlich unterstützt werden.
Schnell vorwärts – dafür auf Bahnhöfen warten?
Auch Edwin Dutler, Präsident von Pro Bahn Schweiz, der Interessenvertretung der Kundinnen und Kunden im öffentlichen Verkehr hat sich positiv zu diesem Vorhaben geäussert, denn Fahrzeitverkürzung steigern die Attraktivität der öffentlichen Verkehrsmittel. Erfahrungsgemäss haben aber in der Schweiz nationale Projekte für den Ausbau des öffentlichen Verkehrs nur dann eine Chance, wenn sie allen Regionen etwas bringen. Was nützt es, in 28 Minuten von Zürich nach Bern zu rasen, um dort 20 Minuten lang auf den S- Bahn-Anschluss zu warten?
Bahn 2000 soll bekanntlich mithelfen, alle Landesgegenden innerhalb eines kurzen Zeitraums zu erreichen. Es gibt immer noch Lücken, die nicht geschlossen sind. Diese und bestehende Engpässe gilt es zu schliessen. Wenn auf diese Weise bestehende Streckenstücke ausgebaut werden können und so schrittweise höhere Geschwindigkeiten gefahren werden können, ist dagegen aus Sicht von Pro Bahn Schweiz nichts einzuwenden. Ob aber die finanziellen Mittel für den Ausbau von Bahn 2000/2030 und den Aufbau eines Hochgeschwindigkeitsnetzes zwischen zwei Städten ausreichen, darf kritisch hinterfragt werden.
Lieber kleine Schritte vorwärts als grosse daneben
Pro Bahn Schweiz verlangt, dass Bahn 2000 in zügigen Schritten ausgebaut und dafür gesorgt werden soll, dass Westschweiz und Deutschschweiz näher zusammenrücken. Dazu gehört, dass geeignete Abschnitte auf Geschwindigkeiten von 200 km/h ausgebaut werden. Nur so lassen sich Fahrzeitgewinne erzielen und nur so ist sichergestellt, dass auch die Agglomerationen davon profitieren, denn mehr als 50 % der Bevölkerung wohnt dort.
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