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Sechs neue Zweisystem-Triebzüge für die Uetlibergbahn von STADLER

6. August 2014 @ 19:49 Uhr | NEU Ihr Kommentar | Seite als PDF | Meldung senden 

erstellt am 28. September 2010 @ 17:52 Uhr
Sihltal Zürich Uetliberg Bahn SZU / Stadler Rail Group / Sandro Hartmeier / Peter Specker / Jürg D. Lüthard / Marcel Manhart / Ludwig Reyer
SZU Uetlibergbahn Be 510 556 511 25728_04Die Sihltal Zürich Uetliberg Bahn SZU AG beschafft für die Uetlibergbahn sechs Zweispannungs-Triebzüge. Der Verwaltungsrat hat den Auftrag an die Firma STADLER RAIL vergeben. Diesen Entscheid hat er an seiner Sitzung vom 31. August 2010 gefällt. Der Verkehrsrat des Kantons Zürich hat der Beschaffung zugestimmt und die Finanzierung zugesichert.

Die heute im Einsatz stehenden 3-Wagenzüge genügen mit 330 Plätzen der Nachfrage auf der Uetliberglinie  S10  häufig nicht mehr und eine Kapazitätserweiterung der Flotte ist somit dringlich.

Die Grundlagen für die Fahrzeugbeschaffung sind in Zusammenarbeit mit dem Zürcher Verkehrsverbund ZVV erarbeitet und die wichtigsten Eckpunkte wie folgt festgelegt worden:

  • Heutiges Fahrplanangebot Linie  S10  bleibt bestehen
  • Sechs Triebzüge (3 Kompositionen in Doppeltraktion)
  • Zweispannungsfahrzeuge (Gleich- und Wechselstrom)
  • Länge in Doppeltraktion maximal 100m

Die im Submissionsverfahren eingegangenen Offerten wurden einer technischen und kommerziellen Bewertung unterzogen. Dabei hat das Angebot von Stadler Rail in beiden Belangen am Besten abgeschnitten.

Clemens Schöb, damals Direktor der Sihltal Zürich Uetliberg Bahn SZU AG, sagt zum Beschaffungsentscheid: „Die Herausforderungen für den Bau der Zweistrom-Fahrzeuge auf den Uetliberg sind anspruchsvoll. Wir sind überzeugt, mit Stadler den richtigen Lieferanten gewählt zu haben und freuen uns auf die spannende Zusammenarbeit.“

„Als Bürger von Zürich freue ich mich über den Auftrag der SZU ganz besonders. Damit werden Stadler-Fahrzeuge bald auch auf dem Zürcher Hausberg verkehren.“ sagt Peter Spuhler, CEO von Stadler Rail.

Investitionskosten von rund CHF 59 Mio.
SZU Uetlibergbahn Be 510 556 511 25728_05Die Beschaffungskosten für die sechs Triebzüge betragen knapp CHF 58 Mio. Hinzu kommen einmalige Kosten für die Anpassung der Werkstätte für die neue Fahrzeuggeneration in der Höhe von rund CHF 1 Mio. sowie Anpassungen an einigen Haltestellen.

Kurzbeschrieb der Triebzüge Be 510
SZU Uetlibergbahn Be 510 556 511 25728_08SZU Uetlibergbahn Be 510 556 511 25728_10

Den heutigen Anforderungen entsprechend ist der dreiteilige Gelenktriebzug klimatisiert und im Bereich der grosszügig ausgelegten Einstiegsplattformen niederflurig. Insgesamt weist jeder Zug 123 Sitzplätze und eine Gesamtkapazität von 310 Personen auf. In Doppeltraktion können somit in Spitzenzeiten über 600 Fahrgäste befördert werden.

Der Triebzug mit der Bezeichnung Be 510 ist für den Betrieb unter beiden SZU-Stromsystemen von 1200V DC ( S10 ) und 15kV AC ( S4 ) ausgelegt. Speziell zu erwähnen ist das Konzept des Stromabnehmers, der sich wegen der beiden Fahrleitungssysteme in Querrichtung mittels Schiebebühne verschieben lässt.

Der Antrieb erfolgt über die zwei Drehgestelle des Mittelwagens. Die beiden Endwagen sind über ein Gelenk verbunden. Das Design der Fahrzeug-Kopfpartie wurde im Verlauf der Projektabwicklung geändert.

Die Züge entsprechen in der Aussenlackierung wie auch im Innenraum den Anforderungen des Behindertengleichstellungsgesetzes. So sind die Türen weiss lackiert, was Fahrgästen mit einer Sehbehinderung das Auffinden erleichtert. Im Mittelwagen ist Platz für Rollstühle wie auch für mobilitätseingeschränkte Fahrgäste reserviert.

Neues Erscheinungsbild
SZU Uetlibergbahn Be 510 556 511 25728_06Lackiert sind die Züge im zum Teil bereits von den  S4 -Fahrzeugen bekannten SZU-Verkehrsrot. Somit findet eine Annäherung an das bekannte Erscheinungsbild der Sihltalbahn statt, das übrigens seit Anfang der 90er-Jahre praktisch unverändert daherkommt. Wobei neu das ganze Fahrzeug, bis auf die nun in weiss gehaltenen Türen, in einem einheitlichen rot daherkommt und es gegen unten keine roten Abstufungen mehr gibt. Der Lack wurde zudem mit mehr Glanzanteil versehen, sowohl die Reinigung als auch das entfernen allfälliger Graffitis seien einfacher möglich als bisher.

Nach der erfolgten Beschaffungs- und Finanzierungsfreigabe durch den Verkehrsrat begann die Auslieferung des ersten Zuges wie im Terminplan vorgesehen im April 2013. Die ersten Monate werden für Typentests, Mitarbeiterschulung, Inbetriebsetzung und behördliche Abnahmen benötigt.

Die Fahrzeuge werden im Giesshübel remisiert werden. Auch aus diesem Grund verfügen sie über eine Zweistrom-Technik (DC und AC). Die SZU ist am Erarbeiten eines neuen Remisierungskonzeptes, welches das Abstellen von  S4 – und den neuen  S10 -Fahrzeugen im Rangierfeld mit ein bezieht.

SZU Uetlibergbahn Be 510 556 511 25728_09SZU Uetlibergbahn Be 510 556 511 25728_07

Die 50m-Züge können in der bestehenden Werkstätte unterhalten werden. Hier sind einzig noch Einrichtungen notwendig, damit auf dem Dach gearbeitet werden kann.

Die heutigen  S10 -Triebwagen (Be 4/4, Baujahr 1993) werden anschliessend revidiert (Revision 2) und danach vierteilig verkehren.

SZU-Personal besichtigt neue Triebzüge
Am 10. November 2012 fuhren die SZU-Mitarbeiter, die keinen Dienst hatten, mit dem SZU-DPZ zu Stadler Rail in Bussnang und besichtigten die im Bau befindlichen neuen Züge für die Uetlibergbahn.

Testfahrten und Auslieferung
SZU Be 510 technische Daten Zeichnung 25728_29Am 3. April 2013 standen mit dem ersten fertiggestellten Triebzug erstmals Testfahrten auf dem Programm. Gefahren wurde mit bis zu 135 km/h auf der Linie Sulgen – Romanshorn.

Am 9. April 2013 wurde der Be 510 556 511 als erster seiner Serie vom STADLER-Werk in Erlen zur SZU nach Zürich Giesshübel überführt. Mit lauten pfeifen fuhr der Zug am Nachmittag, von Zürich Wiedikon kommend, im Bahnhof Zürich Giesshübel ein.

Einen Tag später fanden erste Testfahrten auf der Uetlibergbahn statt, der Zug befuhr dabei mehrfach die zukünftige Stammlinie. Am 18. April und auch an den folgenden Tagen war der neue Triebzug für Testfahrten auch auf der Sihltalbahn unterwegs. Die Testfahrten, einschliesslich der Schnellbremsungen auf der Steilstrecke der Uetlibergbahn und einer Talfahrt ohne Hilfe der elektrischen Bremse meisterte der Be 510 problemlos. Diese Fahrten dienten auch zur Feinjustierung der Steuersoftware. Die so gewonnenen Daten können auch für die nächsten fünf Fahrzeuge verwendet werden, welche sich zum Teil schon in der Inbetriebnahme befinden. Zwischenzeitlich hatte der Be 510 556 511 die SZU-Gleise wieder verlassen und war planmässig zu STADLER zurückgekehrt. Am Abend des 30. Mai 2013 war der Zug für Testfahrten auf der Uetliberglinie unterwegs.

Als zweiter Zug gelangte der Be 510 556 512 am 6. Mai 2013 nach Zürich Giesshübel, dieser hatte bei der Ankunft noch keinerlei Logos oder Schriftzüge. Er kehrte zwischenzeitlich ebenfalls wieder zu STADLER zurück und war am 5. Juni 2013 für Testfahrten zwischen Seuzach und Etzwilen unterwegs.

Neben Testfahrten im Raum Solothurn – Grenchen fanden am 20. Juni zwischen Olten und Läufelfingen Versuchsfahrten mit dem Be 510 556 511 und einem gekuppelten SBB FLIRT France statt.

Am 28. Juni verkehrten der Be 510 556 511 und 512 als Testfahrt in Doppeltraktion auf der Sihltalbahn.
SZU Uetlibergbahn Be 510 556 511 512 Testfahrt Sihltalbahn 25728_30SZU Uetlibergbahn Be 510 556 511 512 Testfahrt Sihltalbahn 25728_31

Im September 2013 waren 4 Fahrzeuge an die SZU ausgeliefert und die Ausbildung der Lokführer am laufen. Im gleichen Monat standen mit zwei- und dreifach gekuppelte Einheiten – verwendet wurden die Be 510-Kompositionen 511, 512 und 514 – Testfahrten zwischen Solothurn und Grenchen Süd, sowie Messfahrten im Wallis auf der Rhônetal-Strecke zwischen Sion und Sierre/Siders an. Bei den Fahrten im Wallis wurden zum Beispiel jeweils unterschiedliche Stromabnehmer-Konfigurationen im gleichen Zug, bei verschiedenen Geschwindigkeiten, getestet.

Fotos aus Solothurn von André Knoerr, Genève [© flickr, Fototak]
2013-09-26, CFF/SZU, Solothurn
2013-09-26, CFF/SZU, Solothurn

Am 5. November 2013 fand mit den Be 510 511 und 512 im Bahnhof Langnau-Gattikon eine Ausbildung „an-/abkuppeln“ für Lokführer statt. Mit dem Be 513 war zu diesem Zeitpunkt ein weiterer Zug der Serie in Langnau-Gattikon abgestellt.

Zu Beginn des Dezembers 2013 traf der 5. Triebzug bei der SZU ein, die Ablieferung des sechsten und letzten Zuges erfolgte am 16. Januar 2014.

Am 24. Januar 2014 wurden Ersatzdrehgestellte für die Züge nach Zürich Giesshübel geliefert.

Abnahme, Publikumsfahrten und Betriebsaufnahme auf der  S10 
Die Abnahme durch das Bundesamt für Verkehr BAV fand am Freitag, 26. Juli 2013 statt. Am 31. Juli 2013 wurde zu Testzwecken erstmals ein neuer Be 510-Triebzug im planmässigen Regelbetrieb mit Fahrgästen auf der  S10  eingesetzt. Am 7. September wurden mit zwei Kompositionen kostenlose Publikumsfahrten zwischen Zürich HB und Uetliberg angebotenSeit dem 4. November 2013 stehen die Be 510-Züge im regulären Fahrgasteinsatz. Bis zum Fahrplanwechsel im Dezember erfolgten die Einsätze noch unregelmässig, seither sind die Fahrzeuge regelmässig unterwegs. Gefahren wird im Regelbetrieb üblicherweise immer mit 100 Meter-Züge (Doppeltraktion). Die Kundeninformation (Durchsagen) erfolgt auf Deutsch, sowie an den Abfahrts- und Endbahnhöfen und bei wendenden Zügen in Zürich Triemli zusätzlich auf Englisch. Die Fahrzeuge können auch auf der Sihltallinie verkehren, wo mindestens am 7. und 8. November 2013 auch Einsätze als reguläre  S4  erfolgten. Regelmässig vorgesehen ist im Sihltal der Einsatz in Einfachtraktion auf der Nacht-S-Bahn  SN4 . Am 6. Februar 2014 standen alle 6 Fahrzeuge, also 3 Doppeltraktionen, planmässig im Einsatz auf der  S10 .

SZU Uetlibergbahn Be 510 556 511 Personalschulungsfahrten 1 25728_33SZU Uetlibergbahn Be 510 556 511 Personalschulungsfahrten 25728_32
SZU Uetlibergbahn Be 510 556 515 und 513 als S10 24798 Bahnhof Uetliberg

Angepasste Perrons
Für den Einsatz der 100 Meter langen Züge musste an verschiedenen Bahnhöfen die Perroninfrastruktur angepasst werden:

Roll-In am 5. Juni im Depot Giesshübel
Roll-In SZU Uetlibergbahn Be 510 556 511 Zuerich Giesshuebel 25728_17Roll-In SZU Uetlibergbahn Be 510 556 511 Zuerich Giesshuebel 25728_18
Roll-In SZU Uetlibergbahn Be 510 556 511 Zuerich Giesshuebel 25728_19Roll-In SZU Uetlibergbahn Be 510 556 511 Zuerich Giesshuebel 25728_20Roll-In SZU Uetlibergbahn Be 510 556 511 Zuerich Giesshuebel 25728_21

Am 5. Juni 2013 fand der offizielle Roll-In des Be 510 556 511 für SZU-Mitarbeiter, geladene Gäste und Medienvertreter im SZU-Depot in Zürich Giesshübel statt.

Es wurden Ansprachen von Dr. Thomas Wagner (Veraltungsrats-Präsident SZU), Armin Hehli (Direktor SZU) und Peter Spuhler (CEO, Stadler Rail Group) gehalten, anschliessend stand das Fahrzeug erstmals auch zur Innenbesichtigung offen.

Roll-In SZU Uetlibergbahn Be 510 556 511 Zuerich Giesshuebel 25728_22Roll-In SZU Uetlibergbahn Be 510 556 511 Zuerich Giesshuebel 25728_23Roll-In SZU Uetlibergbahn Be 510 556 511 Zuerich Giesshuebel 25728_24
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Roll-In SZU Uetlibergbahn Be 510 556 511 Zuerich Giesshuebel 25728_28

Zukünftige Formation der Uetlibergbahn-Züge
SZU Uetlibergbahn Be 510 556 511 25728_11Die vierteiligen Züge mit den bestehende Be 4/4-Triebwagen werden nach vollständiger Inbetriebnahme der Be 510-Triebzüge wie folgt formiert: Uetliberg << Be 4/4; Be 4/4; B; Be 4/4 >> Zürich. In dieser Konfiguration können zwei Kompositionen gebildet werden.

Zudem steht eine schwächere Komposition bestehend aus Be 4/4, B, B, Be 4/4 zur Verfügung. Diese kann allerdings nur innerstädtisch (Triemli-Shuttle Zürich HB – Triemli) eingesetzt werden und bildet die technische Reserve.

Mit den neuen Triebzügen stehen künftig somit 5 Kompositionen (3x Be 510-Pendel, 2x Be 4/4-Pendel) zur Verfügung, einer bildet die betriebliche Reserve.

Revision der Be 4/4-Pendelzüge
Ab 2014 werden die 8 Be 4/4-Triebwagen 521 – 528 (Baujahr 1992) von SIEMENS und die 4 moderneren Niederflur-Zwischenwagen B 221 – 224 von STADLER (Baujahr 2003) eine Revision durchlaufen. Das Revisionspaket umfasst unter anderem folgende Arbeiten und Komponenten an den Triebwagen:

  • Revision Türen
  • Kupplungen
  • Ertüchtigung Kompressor
  • Ersatz Seitenscheiben und Bodenbelag
  • Einbau ZVV-Fahrgastinformation mit Bildschirmen

Update Die Arbeiten dauern von 2014 bis 2016. Der Triebwagen 523 befand sich im August 2014 offenbar in Revision.

Zukunft der Doppeltriebwagen Be 8/8 ungewiss
Nach Abschluss der Revisionen an den Be 4/4 werden die beiden Doppeltriebwagen Be 8/8 531 und 532 (Baujahr 978) ausser Betrieb genommen. Die Zukunft dieser beiden Triebwagen ist noch ungewiss, ein Verkauf an einen interessierten Abnehmer in der Region Salzburg (AT) wird derzeit diskutiert und abgeklärt. Eine Entscheidung dazu ist vorderhand nicht zu erwarten.

Siehe auch

 

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