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Zukunft Bahnhof Bern: Varianten werden vertieft

3. Dezember 2009 @ 22:54 Uhr | Ihr Kommentar | Seite als PDF | Meldung senden 

erstellt am 31. Oktober 2009 @ 10:34 Uhr
Kanton Bern
Fotogalerie
Das Leitorgan des Projekts “Zukunft Bahnhof Bern” (ZBB) hat an seiner Sitzung  vom 30. Oktober  2009 über das weitere Vorgehen zur Planung des Tiefbahnhofs Bern entschieden. In den nächsten Monaten werden insgesamt 8 Hauptvarianten und dazu Untervarianten für einen neuen Tiefbahnhof näher unter die Lupe genommen und einer Kosten-Nutzen-Analyse unterzogen. Bis Ende 2010 soll die Bestvariante vorliegen.

Gestützt auf die Empfehlungen des ETH-Gutachtens vom Juni 2009 werden verschiedene Varianten zur Lösung der Kapazitätsengpässe im Bahnhof Bern nochmals vertieft untersucht und bezüglich ihrer Kosten und Nutzen beurteilt. Das Leitorgan, bestehend aus Kanton und Stadt Bern, den Transportunternehmen sowie weiteren von der Bahnhofplanung betroffenen Institutionen, hat beschlossen, insgesamt 8 Hauptvarianten und weiteren Untervarianten in diese Beurteilung einzubeziehen. Es handelt sich teilweise um neue Lösungsansätze, teilweise aber auch um solche, die bereits in einer früheren Phase untersucht worden sind. Ziel des nächsten Arbeitsschrittes ist es, alle möglichen Varianten auf einen Stand zu bringen, der einen schlüssigen Quervergleich zulässt.

Breiter Variantenfächer
Die Bahnhof-Planer fassten den Variantenfächer bewusst nochmals weit, um nach erfolgter Analyse einen fundierten und möglichst abschliessenden Variantenentscheid fällen zu können. Der nun vorliegende Variantenfächer unterscheidet zwei Hauptrichtungen:

Variantenfamilie 1: Tiefbahnhof RBS
Die Varianten dieser Hauptrichtung beinhalten im ersten Ausbauschritt einen Tiefbahnhof RBS und in einem späteren Ausbauschritt einen neuen SBB-Tiefbahnhof. Untersucht werden hier verschiedene Lagen eines neuen RBS-Tiefbahnhofs (in Ost-West- oder Nord-Süd-Lage), aber auch Lösungsansätze, die vom bestehenden Kopfbahnhof RBS ausgehen und dessen seitliche Erweiterung oder Gleisverlängerungen in Richtung Bahnhofhalle vorsehen.

Variantenfamilie 2: Entlastung
Bei der zweiten Variantenfamilie werden verschiedene Entlastungsmöglichkeiten der bestehenden Infrastruktur im Berner Bahnhof abgeklärt, so dass langfristig nur ein Tiefbahnhof notwendig ist. Die Ausgangsfrage lautet: Mit welchen Massnahmen liesse sich der Bedarf nach zwei neuen Tiefbahnhöfen (RBS und SBB) vermindern oder zeitlich hinausschieben? Diese Varianten umfassen Ideen zur Entlastung des RBS-Bahnhofs. So könnte z.B. die Strecke Solothurn-Bern auf Normalspur umgebaut oder die direkten RE-Züge dieser Strecke über das bestehende Normalspurnetz via Burgdorf umgeleitet werden. Mit diesem Ansatz wird allerdings der Druck für einen Normalspur-Tiefbahnhof höher. In diesem Zusammenhang wird auch die so genannte Länggassschlaufe überprüft, mit welcher der Hauptbahnhof Bern durch eine neue Nordwest-Passage erschlossen würde. Aber auch die umgekehrte Form der Umspurung will das Leitorgan näher untersucht wissen. Indem Linien im Süden Berns von Normal- auf Meterspur umgebaut und durch einen neuen RBS-Tiefbahnhof geleitet würden, liesse sich die heutige Perronhalle (SBB-Bahnhof) entlasten, so dass kein zweiter Tiefbahnhof nötig würde.

Bestvariante bis Ende 2010
Der Zeitplan sieht vor, dass in einem ersten Arbeitsschritt bis im Sommer 2010 alle Varianten einer Grobbeurteilung unterzogen werden. Für einzelne Varianten sollen danach vertiefende Abklärungen und eine erweiterte Kosten-Nutzen-Analyse durchgeführt werden, damit bis Ende 2010 die Bestvariante erkoren werden kann. Das Leitorgan hat im Weiteren beschlossen, dass das Projekt weiterhin durch unabhängige Experten/-innen begleitet wird. Als Experte wurde Herr Prof. Ulrich Weidmann von der ETH-Zürich angefragt.
Für die zusätzlichen Variantenabklärungen sind Kosten von rund 2 Millionen Franken budgetiert. Anfang Dezember 2009 wird der Projektstand einer breit zusammengesetzten Begleitgruppe vorgestellt.

Planung für bessere SBB-Publikumsanlagen
Ohne ein Präjudiz zur Variantenwahl für den künftigen RBS-Bahnhof zu treffen, treiben die SBB derzeit die Planungsarbeiten betreffend ihrer künftigen Publikumsanlagen voran: Bei den Zugängen zum Bahnhof und in der heutigen Personenunterführung bestehen Engpässe; es ist absehbar, dass der Bahnhof Bern hinsichtlich Personenströme an seine Grenzen stösst. Die Kapazität der SBB-Publikumsanlagen muss deshalb erhöht werden.

Bauen mit Bundesgeldern
Trotz der umfangreichen Variantenabklärungen gerät der Fahrplan zur Lösung der Kapazitätsprobleme im Bahnhof Bern nicht in Verzug. Die Projektierungsarbeiten sollen so vorangetrieben werden, dass der Bau 2016 beginnen kann. Damit lassen sich die Vorgaben des Bundes zur Mitfinanzierung über den Infrastrukturfonds erfüllen.

Im Weiteren hat das Leitorgan mit grosser Befriedigung davon Kenntnis genommen, dass der Berner Stadtrat dem Planungskredit für die städtischen Arbeiten am Projekt “Zukunft Bahnhof Bern” mit grossem Mehr zugestimmt hat.

Siehe auch

  • Fotogalerie
  • zbb zukunft bahnhof bern
  • Variantenfächer Zukunft Bahnhof Bern (PDF-File)
  • Referat Barbara Egger-Jenzer, Bau-, Verkehrs- und Energiedirektorin Kanton Bern (PDF-File)
  • Folien zu Referat Barbara Egger-Jenzer, Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion (PDF-File)
  • Zusammenfassung Ergebnisse des wissenschaftlichen Gutachtens (PDF-File)
  • Referat Regula Rytz, Direktorin für Tiefbau, Verkehr und Stadtgrün (PDF-File)
  • Rede von Hans Amacker, Direktor RBS (PDF-File)
  • Philippe Gauderon, Leiter SBB Infrastruktur und Mitglied der Konzernleitung SBB (PDF-File)
  •  

    Weblinks

  • Update Der Bund – Leuenberger mischt sich in die Bahnhofdiskussion ein
  • Der Bund – Der Bahnhofausbau ist auch ein nationales Projekt
  • NZZ Online – Der Fächer ist wieder offen – Acht Varianten für den Ausbau des Bahnhofs Bern
  • Der Bund – Jetzt wieder alle möglichen Varianten
  • Der Bund – Kampf um bezahlbahren Bahnhof
  • Tages Anzeiger – Ein Billig-Bahnhof für Bern
  • Der Bund – Angst vor neuem Viadukt
  • Der Bund – Jetzt prüfen statt mauern
  • BERNER ZEITUNG BZ – Keine Alternative zum Tiefbahnhof
  • BERNER ZEITUNG BZ – Ausbau Bahnhof: Pläne sind verbesserungswürdig
  • SF SCHWEIZ AKTUELL – Mehr Platz für Pendler (Video)

  • Beitrag mit Archiv

  • Ansicht wechseln: "ARCHIV"

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