FLIRT für Algerien: Probefahrten in der Region Basel und Überfuhr der Züge nach Algerien
erstellt am 02. September 2008 @ 14:15 Uhr
Von: G. Trüb (Text) / S. Hartmeier (Text) / D. Schärer (Text/Foto) / Marcel Manhart (Text) / STADLER (Text)
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Nachdem am 6.2.08 der erste von 64 Flirts für die Stadtbahn Algier (Algerien, Société Nationale des Tranports Ferroviaires SNTF) von Stadler Bussnang nach Basel überführt worden war, begannen am Freitag 8.2.08 die ersten Probefahrten zwischen Basel St. Johann und Basel SNCF unter 25000 V 50 Hz. Dieser Auftrag für Stadler im Umfang von rund 600 Mio Franken ist der bisher grösste.
Der Zug ist als RBe 91 92 9 541 101 bezeichnet (die einzelnen Wagen hinter der Nummer als A/D/C/B, in dieser Reihenfolge), er hat nur eine Klasse und speziell für den S-Bahn-Verkehr verhältnismässig wenig Sitzplätze und dafür sehr viel Platz für stehende Passagiere (144 Sitzplätze, die Flirts der SBB haben ca. 180 + ca. 20 Klappsitze). Als bisher einziger Flirt hat er die Höchstgeschwindigkeit von 120 statt 160 km/h. Mindestens der erste in Basel weilende Zug hatte noch keine Sitze eingebaut.
Für die Überführung wurde die Railion BR 185 142 „Railion Schweiz“ eingesetzt. Zwischen Muttenz und Basel St. Johann kam die Railion Diesellok BR 294 138 als Zuglok an die Komposition.
Zweiter und dritter SNTF-FLIRT in Basel
Am 2.3.08 wurde der zweite SNTF Flirt, der Rbe 91 92 541 102, mit der DB BR 185 107, von Bussnang nach Basel überführt. Am 16.3.08 folgte noch der dritte Zug, der Rbe 91 92 541 103.
Mit zwei bzw. drei Zügen wurde auch die Mehrfachtraktion getestet.
Überfuhr zweier Algerischer FLIRTS ins Tessin
Am 11.5.08 wurden zwei Algerische Flirts von der Ostschweiz ins Tessin überführt. Die crossrail Re 436 112 übernahm die Überfuhr der beiden FLIRTs RBe 91 92 541 103 und 102.
Züge auf dem Weg nach Algerien
Im Juli 08 wurden die ersten FLIRT-Züge nach Savona – bei Genua – überführt, wo sie auf ein Ro-Ro-Schiff umgeladen und nach Algerien verschifft wurden. Inzwischen wurden bereits 22 der 64 FLIRT an die SNTF ausgeliefert. Die gesamte Auslieferung dauert bis Ende 2010. Die Züge werden vom Stadler Werk in Bussnang TG auf dem Schienenweg bis ins norditalienische Savona befördert. Dort wurden eigens für diesen Transport Gleise zur Fähranlegestelle verlegt. Mit der direkten Fähre werden die FLIRT nach Algier befördert.
Weitere FLIRT auf dem Weg nach Algerien
Am Sonntag 25. Januar 2009 wurden zwei weitere algerische FLIRT via Buchs SG nach Chiasso transito überführt.
Als Zug 78451 wurden zwei weitere Algerische FLIRT via Buchs SG – Sargans – Thalwil – Gotthard nach Chiasso überführt. Die Weiterfahrt ab Chiasso transito nach Savona erfolgte am Montag 26. Januar 2009.
Auf dem Weg von Buchs SG bis Thalwil war der Zug wie folgt formiert:
- Crossrail Lok Re 436 115-0
- 1. FLIRT: RBe 91 92 9 541 114-5
91 92 9 541 114-5 B
91 92 9 541 114-5 C
91 92 9 541 114-5 D
91 92 9 541 114-5 A - 2. FLIRT: RBe 91 92 9 541 116-0
91 92 9 541 116-0 B
91 92 9 541 116-0 C
91 92 9 541 116-0 D
91 92 9 541 116-0 A
Ab Thalwil bis Chiasso transito war der Zug wie folgt formiert:
- Crossrail Lok Re 436 115-0
- 1. FLIRT 91 92 9 541 116-0
91 92 9 541 116-0 A
91 92 9 541 116-0 D
91 92 9 541 116-0 C
91 92 9 541 116-0 B - 2. FLIRT 91 92 9 541 114-5
91 92 9 541 114-5 A
91 92 9 541 114-5 D
91 92 9 541 114-5 C
91 92 9 541 114-5 B
Stadler-FLIRT in Algerien unterwegs – Eröffnung der S-Bahn-Algier
Am 2.5.09 wurde der erste Teil der S-Bahn-Algier durch Staatspräsident Abdelaziz Bouteflika feierlich eingeweiht.
Seit 3.0.09 sind die Stadler-FLIRT in Algerien fahrplanmässig in Betrieb. Die offizielle Einweihung fand aus Sicherheitsgründen im kleinen Kreis statt.
Am 2.5.09 hat der Algerische Staatspräsident Abdelaziz Bouteflika den Startschuss für die Aufnahme des fahrplanmässigen Betriebes gegeben. Da in Algerien aus Sicherheitsgründen solche Anlässe nicht frühzeitig öffentlich angekündigt werden, fand diese Feier im kleinen Rahmen statt. Die bereits ausgelieferten Fahrzeuge verkehren auf den Strecken Algier – Al-Affroun und Algier – Thenia.
Stadler Rail hat mit der SNTF über die Fahrzeuglieferung hinaus einen Vertrag über 10 Jahre für die Wartung der Züge abgeschlossen. Dafür hat Stadler in Algerien eigens ein Wartungswerk eingerichtet, in welchem rund 30 Personen beschäftigt sind.
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