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Der Verband öffentlicher Verkehr zeigt Perspektiven für den Schienengüterverkehr in der Schweiz auf

30. Januar 2012 @ 16:57 Uhr | Ihr Kommentar | Seite als PDF | Meldung senden 

erstellt am 10. Januar 2011 @ 15:36 Uhr
Verband öffentlicher Verkehr / transfair
BLS Cargo Gueterzug 42145_01Die rasche Realisierung eines Vier-Meter-Korridors durch die Schweiz, der Ausbau der Anschlüsse im Norden und im Süden sowie die Förderung des Einzel-Wagen-Ladungs-Verkehrs (EWLV) mit neuen Geschäftsmodellen und Innovationen auf verschiedenen Ebenen durch den Bund. Das sind die Forderungen und Bedingungen, die der Verband öffentlicher Verkehr VöV in einem mit der Schienengüterverkehrs-Branche abgestimmten Positionspapier erarbeitet hat.

Der Schienengüterverkehr in der und durch die Schweiz weist im europäischen Vergleich noch immer sehr hohe Anteile aus – die Rahmenbedingungen jedoch verschlechtern sich kontinuierlich. Deshalb hat der Verband öffentlicher Verkehr ein mit der Schienengüterverkehrs-Branche abgestimmtes Positionspapier erarbeitet, in dem die Probleme der beiden Güterverkehrs-Sparten «Fläche» und «Alpentransit» analysiert werden und Forderungen aufgestellt werden.

Mit der Broschüre «Die Zukunft des Schienengüterverkehrs» zeigt der VöV detailliert auf, was es braucht, um dem Schienenverkehr in der Fläche wie auch im Alpentransit neue Perspektiven aufzuzeigen. Denn unbestritten ist, dass die Schweizerinnen und Schweizer erwarten, dass der Güterverkehr auch inländisch zunehmend auf die Schiene verlagert wird – aus Gründen der Nachhaltigkeit, aber auch, um die Strassen nicht noch stärker durch Lastwagenverkehr zu verstopfen. Auch die Umsetzung der in der Verfassung seit Jahren verankerten Verlagerung im Alpentransit wünschen sich alle eher früher als später.

Die Forderungen des VöV in Bezug auf die Verlagerung in der Fläche:

  • Der Einzelwagenladungsverkehr EWLV der SBB ist als gut funktionierendes System mit unternehmerischen Ansätzen zu erhalten. Unternehmerisch sinnvolle Lösungen bedingen die Ausrichtung auf die Stärken des Schienengüterverkehrs und die Freiheit, Angebot und Netz nach betriebswirtschaftlichen Kriterien darauf auszurichten. Nach betriebswirtschaftlichen Kriterien muss das Netz konzentriert werden, um die Stärken der Bahn ausspielen zu können. Ergänzend können EWLV-Verkehre bestellt und finanziell abgegolten werden, die den betriebswirtschaftlichen Kriterien nicht genügen aber aus volkswirtschaftlichen Erwägungen dennoch auf der Schiene erfolgen sollen.
  • Es ist alles zu unternehmen, dass durch eine allfällige Konzentrierung des EWLV-Systems der Schiene kein Verkehr verloren geht, sondern neuer gewonnen wird. Alternativen sind zum Beispiel kostengünstige Lösungen im kombinierten Verkehr. Dabei muss es gelingen, den heute zu teuren doppelten Umlad Strasse-Schiene und Schiene-Strasse markant zu verbilligen. Der Bund ist hier mit Impuls-Finanzierungen gefordert und muss wie beim Alpentransit garantieren, dass sich die Rahmenbedingungen – LSVA, Nacht- und Sonntagsfahrverbot, Längebegrenzung der LKW auf 18 Meter – nicht zu Lasten der Schiene verschlechtern.

Die Forderungen des VöV in Bezug auf den Alpentransit:

  • Die Bahnen sind für die Verlagerung bereit. Sie können ihre Cargo-Produktivität nochmals steigern. Gleichzeitig muss aber die Politik die für die Gotthard-Zulaufstrecken erforderliche Vier-Meter-Eckhöhe finanzieren. Und sie muss pünktlichen Güterzügen auf der Transitstrecke die gleiche Priorität wie Personenzügen gewähren.
  • Die bewährten Lenkungsinstrumente – Nacht- und Sonntagsfahrverbot, LSVA und Längenbegrenzung der LKW – müssen weiterhin greifen, damit der Schienenanteil des Transitverkehrs hoch bleibt.
  • Ausbau der Zulaufstrecken in Deutschland und Italien.

Stellungnahme transfair:
SBB Cargo: Bedienpunkte vor Schliessung

SBB Cargo plant Bedienpunkte mit sehr tiefen Volumen zu schliessen, was zu einem Personalabbau führen wird. Mit dieser Massnahme will SBB Cargo dem Ziel des Bundesrates Rechnung tragen, im Wagenladungsverkehr die Eigenwirtschaftlichkeit zu erreichen.

Mit der Formulierung seiner Ziele 2011 – 2014 für den Güterverkehr hat der Bundesrat den Service Public in diesem Bereich zu Grabe getragen. Die bisherige Vorgabe eines flächendeckenden Angebots wurde rein ökonomischen Vorgaben geopfert.

transfair fordert, dass der Bund zum Service Public steht. Die Zukunft des Güterverkehrs darf nicht nur nach wirtschaftlichen Kriterien geplant werden. Ebenso entscheidend sind ökologische Kriterien sowie die Bedürfnisse der Randregionen. Auch ausserhalb der Ballungszentren muss der Service Public in Form des Zugangs zum Güterverkehrsnetz der Bahn gewährleistet sein. Ob es dazu ein Bestellverfahren für die Bedienung der unrentablen Punkte braucht, oder ob der Bund das daraus resultierende Defizit ausgleichen soll, ist den Verhandlungen zwischen SBB Cargo und dem Bund überlassen. transfair kann sich mit beiden Varianten anfreunden.

Zu den Auswirkungen auf das Personal muss SBB Cargo so rasch wie möglich konkrete Zahlen auf den Tisch legen. Falls es zu einem Stellenabbau kommt, wird sich transfair dafür einsetzen, dass dieser ohne Entlassungen und sozialverträglich durchgeführt wird und dass den Betroffenen gleichwertige Alternativen angeboten werden.

Siehe auch

 

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