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Dernière im Museum der Sernftalbahn

13. Oktober 2009 @ 09:35 Uhr | Ihr Kommentar | Seite als PDF | Meldung senden 

ARCHIV

Der Verein Sernftalbahn und das Museum in Engi-Vorderdorf

Von: Ernst B. Leutwiler
Die Sernftalbahn, eine Überlandstrassenbahn, die mit unheimlichen Naturgewalten zu kämpfen hatte, ist ein Teil der Geschichte des Kantons Glarus und war für das Sernftal knapp sieben Jahrzehnte die Lebensader. Damit gerade dieses nicht vergessen und verloren geht, wurde im Oktober 2006 der „Verein Sernftalbahn“ gegründet. Zweck ist es, die Erinnerungen mit dem Aufbau eines Archivs und Museums zu bewahren.

Bereits im Januar 2007 konnte der originale Güterschuppen und das ehemalige Stationsbüro Engi-Vorderdorf zu günstigen Konditionen übernommen werden. Eine zahlenmässig zwar kleine, aber dafür umso tüchtigere Arbeitsgruppe renovierte den Güterschuppen in über tausendzweihundert Arbeitsstunden in ein stimmungsvolles Ausstellungslokal. So können heute die Erinnerungsstücke in einstigen Bahnlokalitäten ausgestellt werden. Mit grossem Einsatz wurden anschliessend Gegenstände (u.a. Uniformen, Stationstafeln, Lampen von Triebwagen, Wagenbänke, Messinstrumente, Billettkästen, eine Güterwaage usw.) für weitere Ausstellungen gereinigt und aufgefrischt.

Die 1. Ausstellung im Güterschuppen Engi-Vorderdorf ist der Geschichte der Sernftalbahn der letzten Jahre gewidmet und wird am 18. April 2009 um 11 Uhr eröffnet. Auch am Sonntag, 19. April und jeden dritten Samstag bis am 17. Oktober ist die Ausstellung jeweils bei freiem Eintritt von 10 bis 16 Uhr geöffnet. Anhand von Dokumenten, Fotos, Modellen, Originalgegenständen usw. wird ein Überblick der Bahn geboten. Weiter sind jährliche Wechselausstellungen zu verschiedenen Themen (Winterbetrieb, Rollmaterial…) des einstigen Bahnbetriebes geplant. Ein Diorama, das von Jahr zu Jahr erweitert und einzelne Streckenabschnitte darstellen soll, ist in Planung. In der Kinoecke lebt die Atmosphäre des früheren Bahnbetriebes wieder auf. Ein kleiner Souvenirshop bietet Fotos, Festschriften, DVDs, eigene Modellbogen usw. an

Der Verein ist in seinen Bemühungen auf die Unterstützung der Bevölkerung des Sernftales und der Eisenbahnfreunde angewiesen. Wir sind interessiert an allen Gegenständen der einstiegen Sernftalbahn (Fotos, Filme, Tondokumente, Uniformen, Billette, Dokumente, Originalteilen, alte Koffer, Milch- oder Rahmkanne uam.), die wir für die Ausgestaltung des Museums – auch als versicherte Leihgabe gegen einen Vertrag – entgegen nehmen würden. Zudem sind wir dankbar für finanzielle Zuwendungen (Verein Sernftalbahn: Glarner Regiobank, 8765 Engi, Konto CH22 0680 7042 0456 4180 9) und wir freuen uns auch über jedes neue Mitglied, das unsere Arbeit unterstützen möchte.

Museum der Sernftalbahn wird am 18./19. April 2009 eröffnet

Von: Ernst B. Leutwiler
In diesem Beitrag möchten wir Ihnen berichten, was sich hinter den Kulissen des künftigen Museums der Sernftalbahn tut und was noch auf der Traktandenliste steht, um das Museum am 18. April 2009 zu eröffnen. Ein harter Kern, nun Museumsgruppe genannt, hat sich in vorbildlicher Weise daran gemacht, in der Freizeit aus dem ehemaligen Bahngüterschopf, nach und nach dem künftigen Museum ein freundliches Aussehen zu geben.

Angetroffen haben wir eine vollgestopfte Gerümpelkammer, als wir das künftige Lokal das erste Mal inspiziert haben. Die „Krönung” stellte eindeutig ein öltrieffender Lastwagenmotor dar, der jedoch noch von einem Pferdekutschenschlitten um Längen geschlagen wurde. Jedoch bekamen wir trotzdem glänzende Augen, als wir den Güterschuppen gründlich unter die Lupe nahmen; handelt es sich doch um ein Original-Gebäude, das von der eingestellten Sernftalbahn und dann anfänglich noch vom Busbetrieb verwendet wurde.

Wir machten uns unter der Woche, vorwiegend auch an Samstagen daran, Brauchbares von Unbrauchbarem zu trennen. Staub hat sich auch reichlich über den ganzen Güterschopf ausgebreitet und dementsprechend „patiniert” gingen wir aus dem „Kampf” hervor. 200 Arbeitsstunden später sieht unser werdendes Museum schon viel besser aus. Die aufgearbeiteten Balken, es handelt sich ja bekanntlich um einen „Strickbau” erstrahlen in rustikalem Glanz. Man kommt jetzt fast gedanklich in Versuchung, statt einem Museum einen Wohnraum oder eine Beiz einzurichten. Der Raum ist wirklich ein Bijoux geworden!

Hinter dem Glanz verbergen sich sehr viele Fronarbeitsstunden und noch viel mehr Schweisstropfen.

Darunter fiel das Ausbessern der Mauersockel, die teilweise kräftige Blessuren aufwiesen. Mit Pflaster wurden die fehlenden Stellen wieder ausgebessert. Auch einige Kilo Farbe haben ihren Platz im Museum gefunden. Sei es an den Mauern, Türen, Fenstern, Stahlträger, Schiebetore oder Kleiderkasten.

Auch hat sich unser Tis der originalen Güterschuppenwaage angenommen und sie wird sicher wieder in altem Glanz erstrahlen, ist doch ihr „Dornröschendasein” von ein paar „Verrückten” plötzlich abrupt beendet worden. Da wäre noch die Verkleidung für das Badezimmer, das im Zuge einer Wohnungssanierung gebaut wurde und seither in den oberen Teil des Güterschopfes hineinragt. Ein weiterer Brocken ist noch eine sinnvolle Beleuchtung.

Wir haben inzwischen die sich in unserem Besitz befindenden Originalgegenstände inventarisiert und den ausstellungswürdigen Zustand festgestellt, auch ob da noch nachgebessert, gereinigt und/oder geflickt werden muss. Noch viel Handarbeit steht uns hier bevor. Mithilfe im leicht geheizten Vorraum wäre sehr willkommen!

Auch kamen wir in einen speziellen Genuss. Wir durften in nicht zugänglichen Räumen auf Entdeckungsreise gehen und waren bald wieder in der guten alten Sernftalbahnzeit. Da fanden wir zahlreiche Spuren vergangener Epochen. Ein absoluter Knaller war natürlich die gefundene Loklaterne, oder müsste man sagen: Tramlaterne. Auf alle Fälle ist es eine Laterne aus der Eröffnungszeit der Bahn eines Wagens der ersten Serie (Nr. 1-4), also von 1905. Die Glühlampe steckt noch in der Fassung, nur das Frontglas ist abhanden gekommen. Auch fanden wir eine Depot-Karrette, alles aus Holz gefertigt, mit Brandzeichen der Bahninitialen. Noch weitere Preziosen haben wir ans Tageslicht gefördert. Aber hier gilt das Prinzip: kommt und schaut selbst.

Die Nummer 1, nämlich die erste Saison, trägt den Titel: „Aus unseren Archiven”, denn wir wollen im Frühling 2009 unser Museum der Öffentlichkeit präsentieren. Um neue Besucher anzulocken wird die Ausstellung anderst gestaltet und mit vielen unbekannten Exponaten bestückt sein, um nicht die Jubiläumsausstellung von 2005 in der „Sonne” Engi-Hinterdorf zu kopieren. Es ist geplant, die Ausstellungen jedes Jahr unter ein Thema zu stellen und mit fremden Wechselausstellungen zu ergänzen. Im ersten Jahr zeigen wir Dinge aus unserem Archiv und wenn es gerade zum gezeigten Gegenstand passt, ergänzen wir diese mit entsprechenden Bildern und Dokumenten. Wenn unsere Freizeit nicht mehr so sehr mit dem Ausbau der Infrastruktur gebunden ist, können wir uns auch sorgfältiger auf ein Thema aus der Bahngeschichte einarbeiten und an der Ausstellungsgestaltung „feilen”. Sie und wir dürfen gespannt sein, was wir, hoffentlich auch mit Ihrer geschätzten Mithilfe, auf die Museumsbretter bringen.

So bleibt uns zu hoffen, dass wir den Museumsbetrieb, mit Hilfe aller fleissigen Hände im Hintergrund im Jahre 2009 erfolgreich starten können. Es würde uns freuen, wenn Sie unsere Sache in irgendeiner Form unterstützen würden. Die aufgelaufenen Kosten konnten wir aus Mitgliederbeiträgen decken. Doch reichen diese längst nicht! Da sind wir sehr froh, dass einige Mitglieder dem Kassier kräftig unter die Arme gegriffen haben. Wir sind um jeden Beitrag dankbar. Diese werden sinnvoll im Museum investiert!

Nachdem wir unseren Ausstellungsraum fertig hergerichtet haben und die eigenen Vitrinen bereit stehen, konnten wir 2008 mit der Gestaltung unserer 1. Ausstellung beginnen, wobei uns der grosse Sernftalbahnkenner Heinrich Hämmerli mit Rat und Material zur Seite steht. Die Eröffnung ist am Wochenende 18./19. April 2009 im Güterschuppen des Bahnhofs Engi-Vorderdorf.

Einzelnachweise und Anmerkungen

  • Auskunft erteilt gerne: Ernst B. Leutwiler, Ölberg 5, 8755 Ennenda, eisenbahnverlag@bluewin.ch
  • Die offizielle Eröffnung des Sernftalbahn-Museums erfolgt am 18. April 2009 um 11 Uhr. Auch am Sonntag, 19. April ist die Ausstellung ausnahmsweise von 10 bis 16 Uhr geöffnet. Alle sind herzlich eingeladen!
  •  

    Siehe auch

  • Jahresbrief 2008 (Word-File)

  • Beitrag mit Archiv

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