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Brusio: RhB-Züge fahren wieder im Kreis… – Strecke Poschiavo–Tirano nach 111 Tagen wieder durchgehend befahrbar
ARCHIV
Steinschlag in Brusio beschädigt RhB-Strecke – Mit Vier-Massnahmen-Plan gegen instabilen Felsabschnitt
Rhätische Bahn AG / Sandro Hartmeier
(RhB) Am Sonntagnachmittag, 14. Dezember 2008, haben Steinschläge die RhB-Strecke nördlich des Kreisviaduktes von Brusio erfasst. Das Bahntrassee und die Fahrleitung wurden auf einem Abschnitt von rund 150 Metern beschädigt. Unterdessen fanden vor Ort umfassende Beurteilungen der Situation statt. Die Rhätische Bahn hat in enger Zusammenarbeit mit Vertretern des Amtes für Wald einen Vier-Massnahmen-Plan erarbeitet. Die komplexe Umsetzungsphase ist bereits angelaufen, um den Bahnbetrieb zwischen Poschiavo und Tirano vor Ostern wieder aufnehmen zu können. Die Kosten belaufen sich auf 3 – 4 Mio. Franken.
Zusammen mit Spezialisten wurde das Anrissgebiet beurteilt und ein Spreng- und Sicherungskonzept mit vier Massnahmen erarbeitet. Die Umsetzung des Vier- Massnahmen-Plans ist bereits angelaufen.
Der Vier-Massnahmen-Plan sieht erstens vor, dass instabile Felsmassen einzeln heruntergesprengt werden. Vorbereitungsarbeiten dazu sind bereits im Gang. Die „Sprengphase” wird gemäss Plan in sechs bis sieben Wochen abgeschlossen sein. Als zweite Massnahme wird parallel ein Überwachungs- und Alarmierungssystem aufgebaut, um die Arbeitssicherheit zu gewährleisten und in Zukunft die Felsmassen in der gefährdeten Zone überwachen sowie Verschiebungen messen zu können. Drittens wird das Bahntrassee auf einer Länge von rund 200 Metern um 15 Meter talwärts verschoben. Das neue Bahntrassee dient damit auch als Schutzdamm. Viertens wird der Bereich um das Kreisviadukt zur Erhöhung der Sicherheit des Objekts situativ lokal geschützt.
Die totalen Kosten für alle Sicherungsvorkehrungen betragen voraussichtlich CHF 3 – 4 Mio. und werden von Bund, Kanton, Amt für Wald sowie der Rhätischen Bahn getragen. Dank einer lösungsorientierten und guten Zusammenarbeit zwischen der Rhätischen Bahn und dem Amt für Wald konnte so schnell eine Lösung gefunden werden. Ambitiöses Ziel ist es nun, alle Massnahmen bis Mitte April umzusetzen, sodass der Bahnbetrieb rechtzeitig zu Ostern wieder aufgenommen werden kann. Derzeit verkehren Bahnersatzbusse zwischen Poschiavo und Tirano und umgekehrt. Die Anschlüsse Bus/Bahn sind gewährleistet. Den Reisenden wird empfohlen mehr Reisezeit einzurechnen.
Das Steinschlaggebiet und das betroffene Bahntrassee sind derzeit aus Sicherheitsgründen nur durch Fachspezialisten begehbar. Eine Gefahr für Anwohner und die Kantonsstrasse besteht jedoch gemäss Experten nicht.
RhB versorgt das Engadin wieder mit Heizöl – Kein Heizölengpass im Engadin dank provisorischer Umschlaganlage in Miralago
(RhB) Die seit dem 14. Dezember 2008 durch Steinschlag unterbrochene Bahnstrecke bei Brusio hat zur Folge, dass Gütertransporte ab der Güterumschlaganlage bei Campocologno Richtung Engadin auf der Schiene vorübergehend nicht möglich sind. Um die Mineralöltransporte per Bahn Richtung Engadin in der Zwischenzeit sicher zu stellen, hat die Rhätische Bahn (RhB) am 19. Januar 2009 dank enger Zusammenarbeit mit den Gemeinden Poschiavo und Brusio sowie dem Amt für Natur und Umwelt Graubünden (ANU) eine provisorische Umschlaganlage in Miralago in Betrieb genommen.
ANU erteilt provisorische Bewilligung
Die Rhätische Bahn unterhält am Bahnhof Campocologno eine Mineralölumschlaganlage, welche den Bahntransport von Mineralölprodukten aus Italien nach Graubünden sicherstellt. Durch den Streckenunterbruch bei Brusio ist die Versorgung des Engadins mit Mineralöltransporten seit dem Steinschlag vom 14. Dezember 2008 auf dem Schienenweg nicht möglich. Um die Versorgung des Engadins in der Hochsaison sicher zu stellen, suchte die RhB nach Lösungen. Dank der optimalen und sehr konstruktiven Zusammenarbeit mit den kantonalen Behörden, den Gemeinden Poschiavo und Brusio sowie den Mineralöllieferanten konnte rasch eine Übergangslösung gefunden werden. Ein provisorischer Umschlagplatz in Miralago bot dabei die besten Voraussetzungen: die LKW-Zufahrt zur vorgesehenen Umschlagsstelle ist bereits vorhanden und geteert. Zudem ist die Distanz für den LKW-Transport ab der Grenze nach Miralago kurz und verursacht keinen zusätzlichen Werkverkehr auf der Kantonsstrasse zwischen Miralago und Poschiavo. Ein entsprechendes Gesuch der RhB wurde vom Amt für Umwelt Graubünden (ANU) speditiv geprüft und positiv beurteilt. Es erteilte eine befristete Bewilligung für den Bau und Betrieb eines Umschlagplatzes in Miralago. Nachdem die Auflagen des ANU zum sicheren Betrieb des Mineralölumschlagplatzes erfüllt und ein Probebetrieb erfolgreich durchgeführt wurden, konnte die Anlage am 19 Januar 2009 in Betrieb genommen werden. Die Tageskapazität beträgt maximal sechs Kesselwagen mit einer Transportmenge von rund 150 Tonnen Mineralöl pro Tag. Damit entlastet die RhB die Bernina Passstrasse um täglich zwölf Lastwagenfahrten.
Umgestürzte Bäume behinderten RhB
Am Samstag (13.12.08) mussten wegen umgestürzter Bäume die RhB-Strecken Thusis – Tiefencastel und Davos Platz – Filisur zeitweise gesperrt werden.
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[...] bis Gründonnerstag schraubt sich da wohl kein Zug hinauf oder hinab – denn nach einem Steinschlag im Dezember ist die Strecke [...]