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Tunnel Engelberg: Inbetriebnahme im Dezember 2010
zb Zentralbahn (Text/Foto) / Sandro Hartmeier (Text)
Die Arbeiten beim Tunnel Engelberg verlaufen plangerecht. Die heiklen Stellen im Tunnel mit Terminund Kosten-Risiken konnten im Winter termingerecht bewältigt werden. Somit steht der Inbetriebnahme des Tunnels Engelberg per Dezember 2010 nichts mehr im Wege.
Nach der Wiederaufnahme der Bauarbeiten im letzten Herbst konnten nun die Arbeiten im Tunnelgewölbe auf der geologisch heiklen Strecke der Quintnerkalke Mitte April definitiv abgeschlossen werden. Dank dem kalten und lange anhaltenden Winter war der Wasseranfall im Tunnel mit rund 30 Litern pro Sekunde gering genug, dass ohne grosse Behinderungen jeweils an sieben Tagen pro Woche rund um die Uhr gebaut werden konnte.
Am 28. März 09 wurde der letzte Ring des Innengewölbes betoniert und vergangene Woche der Trennschacht der Entwässerung fertig gestellt. Bereits ist der Wasseranfall im Tunnel wieder massiv angestiegen und wird im Mai/Juni mit dem Abschmelzen der grossen Schneemengen in den höheren Lagen ein Maximum erreichen. Letztes Jahr betrug die maximale Bergwassermenge immerhin gegen 800 Liter pro Sekunde. Die vorgenommenen Massnahmen können nun diesem Problem entgegenwirken.
Bis im kommenden August wird der Innenausbau des Tunnels mit den seitlichen Banketten, den Entwässerungsleitungen und den Kabelblöcken fertig gestellt. Dann ist der Rohbau des Tunnels abgeschlossen. Gleichzeitig werden die beiden technischen Gebäude beim Nord- und Südportal errichtet. Somit kann im September mit dem Einbau der bahntechnischen Ausrüstung gestartet werden. Dazu gehören das Gleis mit Schienen, Zahnstangen, Schwellen und Schotter, inklusive den beiden Kreuzungsstellen, die Sicherungsanlagen mit den Signalen und Stellwerken, die elektrischen Anlagen, insbesondere die Kabel, die Tunnelbeleuchtung, die Brandnotlüftung usw. Diese Arbeiten werden im Spätsommer 2010 fertig gestellt sein, so dass die ganze Anlage anschliessend eingehend getestet und im Dezember 2010 in Betrieb genommen werden kann. Auch von der Kostenseite her steht nun fest, dass der die Endkostenprognose von maximal CHF 176.5 Mio. aus heutiger Sicht eingehalten werden kann.
Nach der langen Projektgeschichte mit drei Wassereinbrüchen, einem Projektstopp zur Überprüfung der Situation, einer Bauverzögerung von mehr als fünf Jahren und massiven Mehrkosten sind die Schwierigkeiten und grossen Risiken gemeistert. Das anfallende Bergwasser ist gefasst und wird kontrolliert in die Engelbergeraa eingeleitet. Die Sicherheit im Tunnel ist gewährleistet wie in jedem anderen Tunnel auch, so dass die Arbeiten auf die Inbetriebnahme im Dezember 2010 zielgerichtet fertig gestellt werden können.
Update Rollmaterial modernisiert und verkauft
Für das Rollmaterial gelten im Tunnel Engelberg strengere Brandschutzvorschriften, als auf dem bisherigen Streckennetz. Daher lässt die Zentralbahn in der SBB Werkstätte in Olten sämtliches Rollmaterial, welches sich aktuell im regulären Einsatz befindet – Total 11 Fahrzeugtypen, mit neuen Sitzpolstern ausrüsten.
Älteres, nicht mehr zu verwendendes Rollmaterial, durchläuft die Aufarbeitung nicht. In letzter Zeit konnten überzählige Mitteleinstieg- und Gepäck-Wagen (A 112, AB 472, AB 476, AB 478, AB 071, B 065, B 066, D 604, D 611) nach Argentinien verkauft werden, wo sie beim “Tren a las nubes” Verwendung finden (Bildung eines zweiten Zuges).
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