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Stadler liefert bis zu 504 Tram-Trains an deutsch-österreichisches Projektkonsortium [aktualisiert]

Dieser Artikel wurde ursprünglich am 17. Januar 2022 veröffentlicht.

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Visualisierung der CITYLINK von Stadler für die sechs Verkehrsunternehmen aus Deutschland und Österreich. / Quelle: Stadler

Stadler hat den Zuschlag für den grössten Auftrag in der Unternehmensgeschichte mit einem Gesamtvolumen von bis zu vier Milliarden Euro erhalten: Sechs Verkehrsunternehmen aus Deutschland und Österreich hatten im Rahmen des «VDV-Tram-Train» gemeinsam bis zu 504 Fahrzeuge international ausgeschrieben. Der Rahmenvertrag umfasst neben der Fahrzeugherstellung auch einen auf bis zu 32 Jahre angelegten Instandhaltungsvertrag. Bestandteil des Rahmenvertrags ist eine feste Bestellmenge von 246 Fahrzeugen vom Typ CITYLINK mit einem Volumen von rund 1.7 Milliarden Euro. Zudem besteht die Möglichkeit bis zu 258 weitere Fahrzeuge zu bestellen.

Mit dem Zuschlag beginnt eine langjährige Partnerschaft zwischen dem Projektkonsortium, bestehend aus den Verkehrsbetrieben Karlsruhe (VBK), der Albtal-Verkehrs-Gesellschaft (AVG), der Saarbahn Netz, Schiene Oberösterreich, dem Land Salzburg und dem Zweckverband Regional-Stadtbahn Neckar-Alb und Stadler. In den kommenden zehn Jahren wird Stadler 246 Fahrzeuge vom Typ CITYLINK für die sechs Betreiber produzieren. Die ersten vier Fahrzeuge werden 2024 an die Saarbahn geliefert.

«Wir sind stolz darauf, mit unserem bewährten Fahrzeugkonzept diese internationale Ausschreibung gewonnen zu haben. Für die Konstruktion eines Tram-Train-Fahrzeugs braucht es Erfahrung und diese besondere Ausschreibung erfordert zudem die Fähigkeit, individuelle Lösungen und Standard zu verbinden. In beiden Bereichen ist Stadler seit jeher zu Hause und ein Vorreiter der Branche. Wir freuen uns darauf, mit dem CITYLINK unseren sechs Kunden eine Mobiliätslösung zu liefern, die Stadt und Umland umstiegsfrei vernetzt und damit die Art zu reisen auf nachhaltige und komfortable Art weiterentwickelt»

, sagt Peter Spuhler, Verwaltungsratspräsident und Group CEO a.i. von Stadler.

CITYLINK – Der beste Standard für individuelle Lösungen

Alle Fahrzeuge werden in dreiteiliger Ausführung geliefert. Je nach Lieferort und Kunde variiert die Länge der Fahrzeuge, die Anzahl der Türen, Einstiegs- und Kupplungshöhe sowie die Konfiguration der CITYLINK-Ausführungen. Allen Fahrzeugen gemein ist die Ausstattung mit einer Klimaanlage für Fahrgast- und Fahrerraum sowie die flexibel gestaltbaren geräumigen Mehrzweckbereiche mit zwei Rollstuhlfahrerplätzen. Je nach Einsatzort werden die Tram-Trains individuell ausgestattet. Beispielsweise werden die Fahrzeuge für die Albtal-Verkehrs-Gesellschaft mit einer Toilette sowie einer Vorbereitung für Fahrradhalterungen versehen während sich die Schiene Oberösterreich unter anderem für Gepäckablagen als zusätzliches Ausstattungselement entschieden hat.

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Der CITYLINK von Stadler ist eine clevere Strassenbahn, die bei entsprechender Konfiguration auch als Überlandbahn eingesetzt werden kann. Mit dem VDV-Rahmenvertrag hat Stadler den CITYLINK bis heute über 650 Mal in 6 Ländern verkauft.

Ein Projekt – sechs Kunden

Ein Fahrzeugtyp für sechs Betreiber ist nicht alltäglich.

«Wir haben im Projektteam in etlichen Stunden Arbeit ein gemeinsames Lastenheft entwickelt. Dabei haben wir einen Standard definiert, zu welchem bis zu fünf weitere Varianten die betreiberspezifischen Anforderungen wie zum Beispiel Einstiegshöhe, Lackierung und Einsatzort erfüllen»

, erklärt Gesamtprojektleiter Thorsten Erlenkötter von den Verkehrsbetrieben Karlsruhe.

Die Verkehrsbetriebe Karlsruhe leiten das Gesamtprojektleitung und koordinieren nach der Ausschreibungsphase nun auch die Abwicklung.

«Wir sind sehr glücklich, dass wir mit Stadler einen zuverlässigen und erfahrenen Hersteller für dieses aussergewöhnliche Projekt gewinnen konnten. Ein Beschaffungskonzept, wie wir es hier umgesetzt haben, ist bislang weltweit einzigartig. Die sechs Betreiber eint der Glaube an das Konzept der Tram-Trains, mit denen wir nach Karlsruher Vorbild Grossstädte mit der jeweiligen Region vernetzen und die Menschen schnell und umsteigefrei direkt ins Zentrum bringen»

, sagt der technische Geschäftsführer der Verkehrsbetriebe Karlsruhe Christian Höglmeier.

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5 Kommentare

  1. Unglaublich, wie lange Europas Bahnen schon an der automatischen Kupplung herumeiern. Bereits 1907/1908 lieferte die Waggonfabrik Nesselsdorf (heute Tatra Koprivnice) grosse Serien zweiachsiger Kohlewagen mit der amerikanischen Wilson-Kupplung an die kkStB für Kohlezügen in Nordböhmen. Eine einheitliche automatische Kupplung für Güterzüge brächte die für das Verlagern des Güterverkehrs auf die Schiene in Zeiten des Klimawandels dringend notwendigen Produktivitätssteigerung.

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