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Geschäftsbericht 2021 und Ausblick 2022: SBB Historic mit versöhnlichem Abschluss im Jubiläumsjahr

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Der RAe 2/4 1001 «Roter Pfeil», Baujahr 1935, vor dem RAe TEE II 1053, Baujahr 1961, im Depot von SBB Historic in Olten. / Quelle: SBB Historic

Das vergangene Jahr stand für die Stiftung «Historisches Erbe der SBB» – SBB Historic – ganz im Zeichen des 20-jährigen Bestehens der Stiftung. Das Jubiläum wurde, als Ergänzung zum regulären Jahresprogramm, mit einem speziellen Veranstaltungsprogramm gefeiert. Allerdings wurde auch das Jahr 2021 von der Corona-Pandemie getrübt. Im Frühling mussten verschiedene Fahrten und Veranstaltungen verschoben oder abgesagt werden. Ab Mitte Jahr konnte das Jahresprogramm anschliessend, bis auf wenige Ausnahmen, durchgeführt werden. Im gleichen Zeitraum stiegen auch die Charter-Buchungen wieder erfreulich an. Diese positiven Entwicklungen halfen mit, das Geschäftsjahr 2021, nach dem negativen Jahresergebnis 2020, mit einer ausgeglichenen Rechnung abzuschliessen.

Im vergangenen Jahr feierte die Stiftung «Historisches Erbe der SBB» ihr 20-jährigens Bestehen mit einem speziellen Veranstaltungsprogramm, welches das reguläre Jahresprogramm um verschiedene Höhepunkte ergänzte.

Eröffnet und abgeschlossen wurden diese Aktivitäten mit einer öffentlich zugänglichen Erlebnisfahrt mit dem RAe TEE II 1053. Im Gegensatz zu den üblichen Erlebnisfahrten konnten für diese Fahrten Billette auch direkt auf dem Perron erworben werden. An verschiedenen Stationen im Zug wurden den Gästen zudem Besonderheiten des TEE und seiner Geschichte nähergebracht.

Schaulustige bewundern den TEE im Bahnhof Luzern anlässlich der TEE-Jubiläums-Rundfahrt vom 26. Juni 2021. / Quelle: Kaspar Grossmann:

Die acht Vereine, die im Auftrag von SBB Historic Fahrzeuge unterhalten, wurden eingeladen, im Jubiläumsjahr eine spezielle Fahrt oder Aktivität durchzuführen, welche von SBB Historic finanziell unterstützt wurden. Daraus resultierten spannende und erfolgreiche Happenings wie eine Ausstellung zu Charles Brown, dem Gründer der Schweizerischen Lokomotiv- und Maschinenfabrik, eine Krokodil-Plauschfahrt von Olten nach Basel oder eine Dampffahrt durch das Zürcher Unterland, um nur einige zu nennen.

Den Abschluss des Jubiläums-Programms bildete schliesslich ein interner Anlass im Depot Olten, mit welchem sich die Stiftung bei den Vereinsmitgliedern und den Mitarbeitenden für die wertvolle Arbeit und Unterstützung während der vergangenen Jahre bedankte.

SBB Historic nahm das Jubiläumsjahr auch zum Anlass, erstmals sämtliche Aktivitäten und Angebote in einem Veranstaltungskalender – dem «Kursbuch 21» – zusammenzufassen. Angelehnt an die früheren «Offiziellen Kursbücher» des öffentlichen Verkehrs bildete es gewissermassen den Fahrplan von SBB Historic für das Jahr. Das Kursbuch wird über das Jubiläumsjahr hinaus fortgeführt und die zweite Ausgabe, das «Kursbuch 22», ist seit Dezember verfügbar.

Herausforderungen 2021

Nach 2020 wurde auch das Geschäftsjahr 2021 von SBB Historic massgeblich durch die Corona-Pandemie beeinflusst. Allerdings waren die Auswirkungen nicht mehr ganz so einschneidend wie im vorangegangenen Jahr. Zu Beginn des Jahres musste der Lesesaal am Hauptsitz in Windisch erneut während einiger Wochen schliessen. Zudem mussten die Führungen und Veranstaltungen sowie die Fahrten mit historischem Rollmaterial bis Anfang Mai 2021 abgesagt oder verschoben werden.

Ab Mai änderte sich die Situation und die damit einhergehenden Schutzmassnahmen glücklicherweise so weit, dass sowohl Führungen und Veranstaltungen als auch Erlebnisfahrten wieder durchgeführt werden konnten, wenn auch mit Einschränkungen wie Zertifikats- und Maskentragpflicht oder reduzierten Teilnehmerzahlen.

Zu beobachten war zudem eine merkliche Erholung des Chartergeschäftes mit historischen Zügen. Die in der zweiten Jahreshälfte markant steigenden Buchungen von Charter- und Führerstandsfahrten liessen auf einen richtiggehenden Nachholbedarf auf Kundenseite schliessen.

Zusammen mit einem verantwortungsvollen Kostenmanagement während des gesamten Jahres auf sämtlichen Stufen sowie der tatkräftigen und grosszügigen Unterstützung zahlreicher Gönnerinnen und Gönner ermöglichte diese Entwicklung einen neutralen Finanzabschluss 2021, nachdem das Jahresergebnis 2020 coronabedingt negativ ausgefallen war.

Personelle Änderungen im Stiftungsrat

Der Stiftungsrat der Stiftung Historisches Erbe der SBB wählte Toni Häne, bis Ende April 2021 Leiter der Division Personenverkehr SBB, per 21. Juli zum neuen Stiftungsratspräsidenten. Er löste damit Kaspar Grossmann ab, der sich entschieden hatte, sein Stiftungsratsmandat im Jubiläumsjahr von SBB Historic abzugeben.

Als Eisenbahner mit 50 Jahren Praxiserfahrung ist Toni Häne die ideale Besetzung, um die Stiftung in ein neues Jahrzehnt zu führen, sie weiterzuentwickeln und die künftigen Herausforderungen zu meistern.

Parallel zum Wechsel im Präsidium wurde auch die Anzahl der Stiftungsräte auf sieben Mitglieder erhöht. Per 1. August 2021 wurden Markus Jordi, Leiter Human Resources und Mitglied der Konzernleitung SBB, sowie Alexander Muhm, Leiter Immobilien und Mitglied der Konzernleitung SBB, in den Stiftungsrat von SBB Historic gewählt.

Ausblick: 175 Jahre Schweizer Bahnen und weitere Highlights

Mit der Eröffnung der Bahnlinie Zürich–Baden startete die Schweiz 1847, also vor 175 Jahren, ins Eisenbahnzeitalter. Dieses Jubiläum feiert SBB Historic zusammen mit zahlreichen Transportunternehmen im ganzen Land: An insgesamt fünf Festwochenenden werden jeweils in einer anderen Region verschiedene Angebote und Attraktionen auf die Beine gestellt. SBB Historic wird an allen Festwochenenden mit Depotführungen, Fahrzeugausstellungen oder Fahrten präsent sein.

SBB Historic beleuchtet das Jubiläum «175 Jahre Schweizer Bahnen» und damit die Schweizer Eisenbahngeschichte auch abseits dieser Festwochenenden während des gesamten Jahres aus unterschiedlichen Perspektiven mit Führungen, Veranstaltungen und Erlebnisfahrten.

Für ihre Gäste hält die Stiftung im laufenden Jahr über diese Jubiläumsfestlichkeiten hinaus eine geballte Ladung Eisenbahngeschichte und -nostalgie bereit. So ist der Erlebniszug «San Gottardo» auch in diesem Jahr wieder von April bis Oktober regelmässig zwischen Erstfeld und Bodio unterwegs, finden Filmabende und Führungen in Windisch oder Olten statt und werden zahlreiche einmalige Erlebnisfahrten durchgeführt.


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