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Kanton Graubünden baut das Angebot im öffentlichen Verkehr klimaschonend aus

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Der infolge der Pandemie im Fahrplan 2022 aufgeschobene Angebotsausbau im öffentlichen Verkehr wird erfreulicherweise per Dezember 2022 auf den Fahrplan 2023 grossmehrheitlich realisiert. Der Kanton vollzieht damit einen wichtigen Schritt zur Umsetzung des aktuellen Regierungsprogramms 2021 bis 2024 im Bereich des öffentlichen Verkehrs und unterstützt damit in massgeblicher Weise gleichzeitig eine Form der klimaschonenden Mobilität im Sinne des «Aktionsplan Green Deal».

Der Kanton baut im Rahmen des neuen Fahrplans das Angebot an öffentlichem Verkehr in Graubünden gezielt aus und kann gleichzeitig von einem verbesserten Fahrplanangebot auch der Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) nach und ab Chur bzw. Landquart profitieren. Die Bevölkerung soll damit gemäss dem Regierungsprogramm 2021 bis 2024 vermehrt dazu motiviert werden, auf den öffentlichen Verkehr als klimaschonende Mobilitätsform umzusteigen. Das verbesserte Fahrplanangebot soll ausserdem die Attraktivität von Graubünden als Wohn-, Arbeits- und Tourismuskanton erhöhen.

Breite Mitwirkung im Fahrplanverfahren

Im Frühling 2022 wurden verschiedene Angebotsausbauten in einem provisorischen Fahrplanentwurf publiziert, zu welchem die Bündner Bevölkerung und verschiedene Organisationen im Rahmen einer Vernehmlassung Stellung nehmen konnten. Im Rahmen dieses Mitwirkungsverfahrens sind über 100 Rückmeldungen eingegangen, die für den neuen Fahrplan zu teils substanziellen Verbesserungen des geplanten Angebots geführt haben. Der Fahrplan mit den vorgesehenen Angebotsausbauten soll per Dezember 2022 durch die im Kanton tätigen Transportunternehmen umgesetzt werden.

Halbstundentakt auf dem Intercity Zürich – Chur an den Wochenenden

Die SBB haben bereits im Mai 2022 kommuniziert, dass auf Dezember 2022 an den Wochenenden und Feiertagen der Halbstundentakt auf dem Intercity zwischen Zürich und Chur eingeführt werden kann. Zudem werden, ebenfalls an Wochenenden und Feiertagen, jeweils zwei Intercity-Zugpaare nach Bern – Lausanne – Genève durchgebunden. Damit können Fahrgäste aus der Westschweiz umsteigefrei nach Graubünden reisen. Ebenfalls an Wochenenden wird das Angebot an ICE-Direktverbindungen von und nach Deutschland aufgrund der hohen Nachfrage im Freizeitverkehr von bisher zwei auf neu vier Verbindungen verdoppelt. Es entsteht so neu eine Direktverbindung von Kiel an der Ostsee nach Chur bzw. von Chur nach Berlin.

Neue Bahnverbindung und Buskonzepte für die Regionen und Gemeinden

Bei der Rhätischen Bahn (RhB) wurde im Rahmen des Angebotskonzepts Retica30 ein neuer Regioexpress von Chur nach Thusis bestellt. Damit wird das Angebot auf dieser Strecke zum Halbstundentakt verdoppelt und die Fahrgäste erhalten häufigere und schnellere Verbindungen. Auf der Basis dieses neuen Regioexpress wird ausserdem eine neue, verbesserte Buserschliessung der Region Albula angeboten. Im Bündner Rheintal wird das Angebot des öffentlichen Verkehrs teilweise neu strukturiert und damit ein Teil der Mobilitätsnachfrage vom Bus auf die umweltfreundlichere Bahn verlagert. Mit dem neuen Buskonzept können im Weiteren die Verbindungen in die Tourismusregion Flims/Laax beschleunigt und im Einzugsgebiet der Agglomeration Bündner Rheintal die Takte verdichtet werden. So zum Beispiel zwischen der Stadt Chur und den Gemeinden Trimmis bzw. Domat/Ems. Diese Massnahmen sollen die Bevölkerung verstärkt zu einem Umsteigen vom motorisierten Individualverkehr auf den öffentlichen Verkehr bewegen.

Elektrobusse im Bündner Rheintal

Im Frühling 2023 werden im Bündner Rheintal zwischen der Gemeinde Bad Ragaz und der Stadt Chur elf Dieselbusse durch neue Elektrobusse ersetzt. Damit wird an den erfolgreichen Test mit einem Elektrobus in Chur und im Engadin angeknüpft. Es ist beabsichtigt, in den nächsten Jahren Elektrobusse auch in weiteren Regionen einzusetzen.

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