BLS: Moderne Züge für die Lötschberg-Bergstrecke und neue Direktverbindungen [aktualisiert]

Dieser Artikel wurde ursprünglich am 15. November 2022 veröffentlicht.

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Am 9. September 2020 fand im Werk Erlen von Stadler der Rollout des neuen BLS FLIRT statt. Der Zug hat den Namen «MIKA» erhalten, MIKA steht für moderner, innovativer, kompakter Allroundzug. / Quelle: Sandro Hartmeier

Ab 11. Dezember 2022 verkehren auf der Strecke Bern – Brig/Zweisimmen die neuen MIKA-Züge. Ausserdem bringt der Fahrplanwechsel neue Direktverbindungen ins Wallis und nach Montreux.

Panoramafenster, eine Bistrozone und viel Platz für Gepäck und Velos: Auf der Lötschberg-Bergstrecke (Bern–Kandersteg–Brig) sowie im Simmental (Bern–Spiez–Zweisimmen) dürfen sich die Reisenden ab Fahrplanwechsel auf mehr Komfort freuen. Die BLS setzt auf diesen Strecken ab 11. Dezember 2022 die neuen MIKA-Züge ein. Voraussichtlich ab Sommer 2023 verkehren diese Züge weiter bis Domodossola. Die Inbetriebnahme hat sich auf dieser Strecke durch das gescheiterte Rahmenabkommen zwischen der Schweiz und der EU verzögert. Die MIKA-Züge müssen für den Einsatz in Italien ein längeres Zulassungsverfahren durchlaufen als ursprünglich vorgesehen. Bis im Sommer 2023 setzt die BLS zwischen Brig und Domodossola NINA-Züge ein. So stehen ab Fahrplanwechsel mehr Sitzplätze für Pendlerinnen und Pendler zur Verfügung. 

Die BLS beschafft die MIKAs in zwei unterschiedlichen Ausführungen. Neben den Regio Express-Zügen mit Bistrozone, die bereits im Einsatz stehen, gibt es eine S-Bahn-Version. Sie verfügt unter anderem über mehr Türen und ist damit für den raschen Fahrgastwechsel im S-Bahn-Verkehr optimiert. Die S-Bahn-MIKAs werden nun schrittweise in Betrieb genommen und ersetzen bis 2025 die in die Jahre gekommenen RBDe-Züge.

Testfahrt mit den beiden ersten MIKA-Zügen in «S-Bahn»-Ausführung, RABe 528 201 und 202, am 30. März 2022 im Emmental. / Quelle: BLS

Die ersten beiden MIKA-Züge in S-Bahn-Ausführung kommen vom 21. November bis 11. Dezember 2022 auf dem RE Spiez – Zweisimmen zum Einsatz. Gegenüber der RE-Version haben die S-Bahnzüge mehr Türen, keine Bistrozone und ein anderes Sitzmodell eingebaut:


Im neuen Panoramazug von Montreux bis Interlaken

Ohne Umsteigen von Montreux nach Interlaken: Mit dem Fahrplanwechsel geht dieser langjährige Traum in Erfüllung. Zwei verschiedene Spurweiten sowie unterschiedliche Stromsysteme machten die lange ersehnte Direktverbindung via Zweisimmen bisher unmöglich. Dank technischer Innovationen, insbesondere der speziell für diese Strecke konzipierten, umspurfähigen Züge, fährt der Golden Pass Express nun direkt von der Waadtländer Riviera über den Naturpark Pays-d’Enhaut bis ins Herzen des Berner Oberlands. Durch die Verknüpfung dieser bedeutenden Tourismusregionen wird die Panoramastrecke sowohl für nationale- wie auch internationale Fahrgäste noch attraktiver.

Ab Fahrplanwechsel bis 10. Juni 2023 verkehrt der Goldenpass Express täglich einmal in jede Richtung. Ab dem 11. Juni 2023 wird das Angebot auf vier Hin- und Rückfahrten pro Tag erhöht.

Der neue Goldenpass Express (GPX) bei einer Testfahrt am 24. August 2022 bei Rougemont. / Quelle: MOB

Direkt vom Seeland ins Wallis

Ebenfalls direkt geht es ab Fahrplanwechsel an den Wochenenden von Biel/Bienne nach Brig und zurück. Anstatt ab Bern fährt der saisonale Zusatzzug für Ausflüglerinnen und Ausflügler ab Biel/Bienne und verbindet neu ebenfalls Lyss, Zollikofen, Ostermundigen und Gümligen ohne Umsteigen mit dem Berner Oberland und dem Wallis. Weil der neue Direktzug nicht über den Bahnhof Bern fährt, sind Reisende – je nach Verbindung – bis zu 20 Minuten schneller.

BLS: MIKA hält Hof

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2 Kommentare

  1. Es ist Zeit, dass die BLS das bestehende pflegt und sich der Kundschaft widmet. In den letzten Jahren war sie ganz einfach eine gierige, agressive, Gesellschaft, die keine Skrupel hatte beim Betrügen!

  2. Sehe die Sache genauso. Konsolidieren statt alles Fressen zu wollen. Das unfreundliche Zugspersonal endlich in Senkel stellen. Vermute diese neuen Mikeri Züge sind die selben unfreundlichen Machenschaften wie die Voralpen- und Traversokupferkisten. Güterwagen mit Kaffeemaschinen. Kein Vergleich mit den EW4. Das waren noch Zeiten, keine Schüttelbecher wie die neuen Stadler Legokästen. Abstieg im Komfort.

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