Positive Entwicklung im öV im Kanton Luzern hält an

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Zugstaufe des SBB Regio-Dosto RABe 511 016 am 1. Dezember 2023 im Bahnhof Luzern durch Vincent Ducrot, CEO SBB, Fabian Peter, Regierungspräsident und Ruth Aregger, Präsidentin des Verbundrates VVL [v.l.n.r.]. / Quelle: SBB CFF FFS

Im letzten Jahr zeichnete sich im öffentlichen Verkehr im Kanton Luzern eine positive Entwicklung ab. Insgesamt waren 2023 über 116 Millionen Fahrgäste im öV unterwegs – rund 12 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Verkehrsverbund Luzern (VVL) blickt auf ein erfolgreiches Jahr zurück und erreichte wichtige Meilensteine für den fossilfreien öV, im Bereich des Mobilitätsmanagements sowie bei verschiedenen Planungsprojekten.

Im Jahr 2023 verzeichnete der öffentliche Verkehr im Kanton Luzern einen bedeutenden Zuwachs an Fahrgästen. Der VVL zählte rund 116.3 Millionen Fahrgäste in Bus und Bahn, was einem Anstieg von 12 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Damit wurde der bisherige Rekordwert aus dem Jahr 2019 um rund 2 Prozent übertroffen. Die Entwicklung der Fahrgäste ist jedoch regional unterschiedlich. Während die Nachfrage im städtischen Bereich weiterhin unter dem Niveau von 2019 liegt, zeigt sie bei längeren Strecken und im touristischen Verkehr eine positive Entwicklung. Der Kostendeckungsgrad aller bestellten Linien steigt aufgrund der hohen Nachfrage von 55.8 Prozent im Jahr 2022 auf 59.9 Prozent im Jahr 2023. Die am meisten genutzten Bahnstrecken sind die Strecken von Emmenbrücke nach Luzern mit durchschnittlich rund 37’400 sowie von Ebikon nach Luzern mit rund 36’100 Fahrgästen pro Werktag.

«Auch das Nachtnetz, welches seit Dezember 2021 im öV-System des Verkehrsverbunds Luzern integriert ist, erfreut sich zunehmender Beliebtheit»

, so Pascal Süess, VVL-Geschäftsführer.

Seit den letzten Erhebungen im Jahr 2017 hat sich die Nachfrage verdreifacht. Samstagnachts nutzen jeweils rund 3’400 Nachtschwärmerinnen und Nachtschwärmer das Angebot, in der Nacht von Freitag auf Samstag sind es rund 2’300 Personen.

Nachfrageerholung und Rückerstattungen führen zu positivem Jahresabschluss

Durch die Nachfrageerholung und die dadurch gestiegenen Einnahmen bei den Transportunternehmen sowie durch die Rückerstattung aus der aussergerichtlichen Einigung mit der VBL AG, kann der Verkehrsverbund Luzern seine Jahresrechnung mit einem Gewinn von 10.919 Millionen Franken abschliessen. Der Anstieg der Energiepreise sowie weitere kostentreibende Faktoren wie z.B. die tiefere Mitfinanzierung durch den Bund, hatten im Jahr 2023 noch keine direkten finanziellen Auswirkungen auf den VVL. Zukünftig ist jedoch mit einem Kostenanstieg zu rechnen, welcher dank des Eigenkapitals vorläufig durch den VVL gestemmt werden kann. Mittelfristig sind aufgrund der absehbaren Kostenentwicklung höhere Beiträge von Kanton und Gemeinden notwendig, um die gewohnt hohe Qualität des öffentlichen Verkehrs auch zukünftig zu gewährleisten.

Wichtige Meilensteine in der öV-Planung erreicht

Der VVL hat sich im vergangenen Jahr gemeinsam mit seinen Partnern intensiv für eine Stärkung des öV eingesetzt. Trotz ausgelasteter Bahninfrastruktur konnte beim Regionalverkehr auf der Strecke des RE24 Luzern-Olten dank Doppelstockzügen ein Kapazitätsausbau vorgenommen werden. Auf dieser Verbindung wurden im letzten Jahr 3 Millionen Fahrgäste transportiert und über 74 Millionen Personenkilometer zurückgelegt. Der VVL hat im letzten Jahr zudem zahlreiche Planungen für verschiedene Zeithorizonte durchgeführt oder begleitet. Er erarbeitete unter anderem die Studien «Bus 2040» und «Beschleunigung Bussystem». Letztere ist besonders wichtig, da die Zuverlässigkeit auch zukünftig eine wichtige Voraussetzung für einen attraktiven öV ist.

«Die Studie dient den Infrastruktureigentümern als Hilfestellung bei der Umsetzung von Busbevorzugungsmassnahmen. Wir setzen uns auch zukünftig bei den verantwortlichen Stellen dafür ein, dass die Busse trotz überlasteten Strassen ihr Fahrziel zuverlässig erreichen können»

, betont Pascal Süess.

Um einen Beitrag zu den Klimazielen zu leisten, überarbeitete der VVL im letzten Jahr zudem die Strategie für einen fossilfreien öV und definierte zusammen mit den Transportunternehmen das Umsetzungskonzept. Oberstes Ziel bleibt es, bis 2040 einen fossilfreien öV im Kanton Luzern zu erreichen. Die Ablösung von Dieselbussen durch Depotlader-Batteriebusse und Batterie Trolleybusse erfolgt schrittweise.

Wahl des richtigen Verkehrsmittels ist ausschlaggebend

Neben der klassischen Verkehrsplanung hat der VVL im letzten Jahr verstärkt auf eine ganzheitliche Sicht der nachhaltigen Mobilität gesetzt. Im Rahmen der kantonalen Mobilitätsmanagementstrategie spricht der VVL mit der Dachmarke «Luzernmobil» verschiedene Zielgruppen an und sensibilisiert diese für ein flächeneffizientes und nachhaltiges Mobilitätsverhalten. Durch Kampagnen oder Aktionen wie die Luzernmobil-Challenge sowie Beratungsangebote wurde das Thema Mobilitätsmanagement im letzten Jahr sichtbar gemacht.

Auch der Tarifverbund Passepartout erreicht erfreuliche Zahlen
Der Tarifverbund Passepartout ist ein Zusammenschluss vom Verkehrsverbund Luzern, den Kantonen Obwalden und Nidwalden sowie zwölf Transportunternehmen, mit der Vision, einen einfachen Zugang zum öV als Teil der Gesamtmobilität zu gewährleisten.

Der Tarifverbund Passepartout konnte sich im Jahr 2023 über einen Umsatz von 124.7 Millionen Franken freuen. Das entspricht einem Anstieg von 11.3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Per Fahrplanwechsel vom 10. Dezember 2023 weitete Passepartout die beliebten Sparbillette auf weitere Bahnlinien aus und führte mit dem FlexiAbo ein neues Angebot für Gelegenheitsfahrende, regelmässige Freizeitreisende sowie Personen in Teilzeit oder mit vermehrtem Home Office ein. Die Sortimentsentwicklung weist weiterhin grosse Unterschiede auf. Fahrgäste kaufen vermehrt Einzelfahrausweise und Monatsabonnemente anstelle von Jahresabonnementen. Der Trend hin zu den digitalen Verkaufskanälen hält ebenfalls an. Mehr und mehr Fahrgäste kaufen Ihr Ticket online. Der Verkauf über Ticketing-Apps stieg gegenüber dem Vorjahr um rund 5 Prozentpunkte. Ticketing-Apps generieren damit 32 Prozent aller Umsätze.

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