IGöV lehnt Forderung nach generellen Moratorium beim Bahnausbau ab

Dieser Artikel wurde ursprünglich am 21. Juni 2024 veröffentlicht. Hauptversammlung der IGöV Schweiz

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Ein Mitarbeiter der SBB bei Unterhaltsarbeiten an einer Weiche. / Quelle: SBB CFF FFS

Rechtzeitig zur Hauptversammlung der Interessengemeinschaft öffentlicher Verkehr (IGöV) Schweiz liegt das überarbeitete Angebotskonzept des BAV (Bundesamt für Verkehr) für den Bahnfernverkehr für das Jahr 2035 (AK 2035/40) vor. Die IGöV ist erfreut, dass gegenüber dem Stand vor einem Jahr erste Verbesserungen erzielt wurden. In mehreren Regionen der Schweiz bleiben jedoch Verschlechterungen für die Kundinnen und Kunden bestehen wie Anschlussbrüche und deutliche Fahrzeitverlängerungen. Die IGöV fordert vom BAV, dass der aktuelle Stand der Planungsgrundlagen öffentlich zugänglich gemacht wird, damit eine Gesamtbeurteilung möglich ist.

Die Forderungen nach einem generellen Moratorium der Ausbauprojekte, wie sie in den vergangenen Tagen in den Medien präsentiert wurde, lehnt die IGöV jedoch ab.

Das Schweizer Schienennetz steht vor grossen Herausforderungen. Es steht unter anderem durch die Ausbauwünsche der verschiedenen Regionen unter Druck, was die Umsetzung der Planungshierarchie mit internationalem, nationalem und regionalem Personen- und Güterverkehr erschwert.

Die IGöV befürchtet Verschlechterungen, die heute nicht transparent auf dem Tisch liegen. Deshalb fordert die IGöV, dass das BAV den aktuellen Stand der Planungsgrundlagen wie Netzgrafik öffentlich zugänglich macht, damit ein umfassendes Bild möglich ist. Bevor nicht eine Gesamtbeurteilung möglich ist, hält die IGöV an ihrer grundsätzlichen Kritik am Angebotskonzept 2035 (AK 35) fest.

Besonders unverständlich für die IGöV ist, dass nach wie vor die heute sehr erfolgreiche Rail-Jet Verbindung Zürich-Sargans-Innsbruck-Wien mit einer Fahrzeitverlängerung von 30 Minuten via St. Gallen umgeleitet werden soll. Die IGöV erwartet eine rasche Korrektur.


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Besonders unverständlich ist für die IGöV ebenfalls, dass die verlängerten Fahrzeiten des Fahrplans 2025 unter anderem auf den Strecken Bern – Genf und Biel – Genf im Angebotsentwurf AK 2035/40 beibehalten werden sollen. Der konsolidierte Angebotsentwurf in der Westschweiz ist somit in dieser Fassung abzulehnen. Auch hier erwartet die IGöV eine rasche Korrektur.

Im internationalen Verkehr, der heute durch viele Baustellen behindert wird, fordert die IGöV rasche Verbesserungen, insbesondere nach wichtigen Umsteigeknoten wie Lyon und München. Der Modalsplit des öffentlichen Verkehrs muss gesteigert werden und die Klimaziele des Bundes beim Verkehr erreicht werden.

Die Forderungen nach einem generellen Moratorium der Ausbauprojekte, wie sie in den vergangenen Tagen in den Medien skizziert wurden, lehnt die IGöV ab. Ein Stopp des Bahnausbaus würde dem öffentlichen Verkehr schaden und einen Scherbenhaufen provozieren.


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