Schottikon: Kollision zwischen einem Auto und zwei Zügen fordert Schwerverletzte [aktualisiert]

Dieser Artikel wurde ursprünglich am 23. Februar 2021 veröffentlicht.

Am Montagabend, 22. Februar 2021 ist in Schottikon (Gemeindegebiet Elsau) ein Auto zwischen zwei Personenzügen eingeklemmt und die Fahrerin schwer verletzt worden. Die Bahnstrecke der SBB kann zwischen Winterthur und Elgg seit Dienstag, 23. Februar, um 14:30 Uhr, wider doppelspurige befahren werden.

Kurz vor 22:30 Uhr am Montagabend fuhr eine 41-jährige Personenwagenlenkerin in der Nähe der Haltestelle Schottikon aus bislang nicht bekannten Gründen auf das Bahntrassee der SBB zwischen Schottikon und Elgg. Dort kollidierte sie zuerst mit einem IR13 aus St. Gallen und anschliessend mit einem IC1 aus Zürich. Das Fahrzeug verkeilte sich zwischen den beiden sich kreuzenden Reisezügen und die Fahrerin wurde in ihrem Auto eingeklemmt. Nach der Bergung durch die Feuerwehr wurde die schwer verletzte Frau mit einem Rettungswagen in ein Spital gefahren.

Von den rund achtzig in den Zügen sitzenden Passagieren ist niemand verletzt worden. Nach der Evakuation wurden sie mit Bussen weiter befördert. Die beiden Lokomotivführer blieben ebenfalls unverletzt.

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Endlage der beteiligten Fahrzeuge. / Quelle: Kapo ZH

Der Vorfall führte zu erheblichen Schäden an Zügen und Fahrbahn. Die unabhängige Untersuchungsstelle des Bundes (SUST) wurde aufgeboten. Noch in der Nacht hatten das Aufgleisen der Züge und die Reparatur der Fahrbahn begonnen. Aufgrund der Arbeiten blieb die Strecke zwischen Winterthur und Elgg bis am frühen Nachmittag gesperrt. Auch die St. Gallerstrasse musste während mehrerer Stunden gesperrt werden. Die Schadenhöhe allein an der Infrastruktur erreicht eine sechsstellige Summe.

Zwei Twindexx-Züge der SBB betroffen

Mit dem Auto kollidierten der IR13 3286 nach Zürich HB, geführt mit dem RABDe 502 009 «Stadt St.Gallen» und der IC1 733 nach St. Gallen, geführt mit dem RABDe 502 014 «Zürich». Neben der Infrastruktur entstand auch an den beiden betroffenen Twindexx-Zügen erheblicher Sachschaden. Weiter entgleiste beim 502 009 die führende Achse des Steuerwagens (Bt) und beim 502 014 eine Achse des Speisewagens (WRB).

Kurz nach 10 Uhr morgens wurden die beiden Züge nach Oberwinterthur überführt. Damit konnte die Untersuchung der gesamten Fahrbahn an der Schadenstelle beginnen. Beim Unfall verlor das Automobil Treibstoff, deshalb musste der Schotter grosszügig abgetragen werden. Die Arbeiten kamen gut voran, um 14:30 Uhr konnten beide Gleise wieder dem Verkehr übergeben werden.

Infolge des Unterbruchs zwischen Winterthur und Elgg, auf der Linie Zürich HB – St. Gallen, kam es zu Verspätungen, Zugausfällen und Umleitungen. Seit Betriebsbeginn fielen im Fernverkehr die Züge zwischen Zürich HB und Wil SG aus. Reisende im Fernverkehr fuhren via Weinfelden, im Regionalverkehr fielen die Züge zwischen Winterthur und Elgg aus, es fuhren Bahnersatzbusse im Shuttlebetrieb. Der Güterverkehr wurde umgeleitet. Derzeit fallen noch die IC5 und IR13 zwischen Zürich HB und St.Gallen bzw. Wil SG aus.

Neben der Kantonspolizei Zürich standen die Feuerwehr Elsau-Schlatt, die Feuerwehr von Schutz & Intervention Winterthur, diverse Einsatzkräfte mit Rettungsteams und Ambulanzfahrzeugen von Schutz & Rettung Zürich sowie des Kantonsspitals in Winterthur, Spezialisten der SBB, Vertreter der Schweizerischen Sicherheitsuntersuchungsstelle SUST, das Forensische Institut Zürich und der zuständige Staatsanwalt im Einsatz. Total waren rund 120 Einsatzkräfte verschiedenster Herkunft vor Ort.

Der genaue Unfallhergang ist Gegenstand eingeleiteter Untersuchungen, welche durch die Kantonspolizei Zürich, in Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland, eingeleitet wurden.

Zeugenaufruf: Personen, die am Montagabend (22.2.21), zwischen 22:15 und 22:25 Uhr, im Bereich der Bahnstrecke zwischen Schottikon und Elgg sachdienliche Beobachtungen machten, werden gebeten, sich mit der Kantonspolizei Zürich, Verkehrszug Winterthur, Telefon 052/208 17 00, in Verbindung zu setzen.


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Mit Inhalten vonSandro Hartmeier
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