Gegenüber dem Vorjahr stieg die Zahl der Fahrgäste und der von ihnen zurückgelegten Kilometer im öV im Kanton St. Gallen deutlich an. Vor allem der Freizeitverkehr legte zu, wie der Bericht zum öffentlichen Verkehr 2025 zeigt. Der Bericht schafft zudem einen Überblick zu geplanten Ausbauvorhaben und realisierten Projekten.
Fast 93 Millionen Fahrgäste nutzten im Kanton St.Gallen 2024 die Bahnen und Busse des öffentlichen Regionalverkehrs. Das entspricht einem Zuwachs von über sieben Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Zahl der zurückgelegten Personenkilometer ist um über zehn Prozent auf 733 Millionen gestiegen. Massgeblich hat der Freizeitverkehr zu diesem Wachstum beigetragen.
Der Anstieg der Fahrgäste und die längeren Reisewege führten zu höheren Ticketeinnahmen. Der Kostendeckungsgrad des abgeltungsberechtigten Verkehrs konnte von 56 Prozent im Jahr 2023 auf über 60 Prozent im Jahr 2024 deutlich erhöht werden. Die geleisteten Abgeltungen von Bund, Kanton und Gemeinden konnten trotz realisiertem Angebotsausbau reduziert werden.
Die Umstellung der Busflotten auf fossilfreie Antriebstechnologien im Rahmen von Ersatzbeschaffungen schreitet voran. Bis Ende 2026 ersetzen im Kanton rund 55 neue elektrisch betriebene Busse alte Dieselbusse. Die Transportunternehmen sind dabei mit verschiedenen Herausforderungen konfrontiert. Lange Lieferfristen oder die verzögerte Auslieferung von Elektrobussen sind zurzeit die Regel. Weiter muss an verschiedenen Orten die geeignete Infrastruktur für das Laden der Batterien realisiert werden.
Gemeinsam mit grossen Arbeitgebern will der Kanton St.Gallen den Pendlerverkehr umweltfreundlicher gestalten. In enger Zusammenarbeit mit den Unternehmen und basierend auf Pendlerdaten sind Konzepte in Umsetzung, die eine Alternative zum Auto bieten. Dazu gehört auch die Anpassung des Busangebots. 2024 konnten in verschiedenen Regionen des Kantons drei grosse Projekte realisiert werden. Sie führten zu einem spürbaren Rückgang des motorisierten Individualverkehrs im betreffenden Gebiet. Aktuell laufen Gespräche mit weiteren Firmen.
| Überprüfung S-Bahn-Haltestellen |
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| Der Kanton St.Gallen überprüfte im Jahr 2024 das Bahnnetz auf mögliche neue S-Bahn-Haltestellen. Die Überprüfung umfasste das Abklären der baulichen und betrieblichen Machbarkeit, einen Nutzen-Kosten-Vergleich sowie einen Vergleich der Reisendenquerschnitte mit den Potenzialen. Weiter wurden die Auswirkungen auf die übrigen öV-Leistungen untersucht. Nach erfolgter Vernehmlassung wurden die Arbeiten im Sommer 2025 abgeschlossen. Gemeinden, Regionen, Transportunternehmen und weitere Anspruchsgruppen haben Ideen für neue S-Bahn-Haltestellen an den Kanton herangetragen. Neue Bahnhaltestellen verbessern den Zugang zum öffentlichen Verkehr, was vorteilhaft ist. Gleichzeitig verlangsamen sie aber die den Halt bedienende öV-Linie. Eine Haltestelle löst Kosten für die Planung, den Bau und den Betrieb aus. Weiter kann eine neue Haltestelle unerwünschte Wirkungen auf die Siedlungsentwicklung auslösen und beispielsweise den Druck auf Fruchtfolgeflächen erhöhen. Aus diesem Grund ist eine sorgfältige und umfassende Prüfung und Priorisierung von Haltestellenwünschen zwingend. Die Regierung hat dem Kantonsrat im 7. öV-Programm (2024 bis 2028) eine strukturierte und systematische Überprüfung der zusätzlich begehrten S-Bahn-Haltestellen vorgeschlagen. Der Kantonsrat hat dem Vorgehen in der Septembersession 2023 zugestimmt. Die Überprüfung erfolgte im Jahr 2024. Anfang 2025 hatten interessierte Kreise im Rahmen einer Vernehmlassung die Möglichkeit, zu den Resultaten Stellung zu nehmen. Im Sommer 2025 wurden die Arbeiten abgeschlossen. Sie finden untenstehend den Bericht zur Vernehmlassung sowie den Schlussbericht der Überprüfung: – Vernehmlassungsbericht – Schlussbericht S-Bahn-Haltestellen |
Links
- Bericht öffentlicher Verkehr 2025 (wird jährlich aktualisiert)
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