BehiG-konformer Bahnhof Cressier (FR) mit erneuter Kreuzungsmöglichkeit

Die Freiburgischen Verkehrsbetriebe (TPF) legen das Projekt für die Neugestaltung des Bahnhofs Cressier (FR) im Amtsblatt vom 5. September 2025 öffentlich auf. Mit den geplanten Arbeiten entsteht ein Bahnhof mit zwei Gleisen und zwei Perrons, die den Anforderungen des BehiG (Bundesgesetz über die Beseitigung von Benachteiligungen von Menschen mit Behinderungen) entsprechen. Darüber hinaus sieht das Projekt die Erneuerung von etwas mehr als einem Kilometer Gleisanlagen vor. Insgesamt werden über 22 Millionen Franken investiert.

Der Bahnhof Cressier (FR) erhält wieder zwei Gleise und zwei Perrons. Der Umbau ist Teil der Erneuerung der Bahnanlagen (Infrastruktur, Oberbau und Fahrleitung) auf einem 1,1 km langen Abschnitt zwischen Cressier und Münchenwiler (Villars-les-Moines). Die Sanierung war notwendig, da die Anlage veraltet ist. Zudem ermöglichen die Arbeiten eine geringfügige Optimierung der Streckenführung und eine Geschwindigkeitssteigerung auf beiden Seiten des Bahnhofs. Die Züge können sich an dieser Stelle fortan wieder kreuzen.

Im Jahr 2021 wurde ein provisorisches Perron gebaut, um den Anforderungen des BehiG bis zur Umsetzung des umfassenden Sanierungsprojekts gerecht zu werden. Dies führte zum Verlust des Kreuzungspunkts und machte es notwendig, die Betriebsgeschwindigkeit im betroffenen Bereich auf 30 km/h zu reduzieren. Diese Faktoren verschlechterten die Flexibilität und Stabilität des Fahrplans auf der Strecke Pensier–Murten.

Die Erneuerungsarbeiten an diesem Abschnitt und am Bahnhof Cressier sind daher für die TPF von Bedeutung. Durch die wiederhergestellte Kreuzungsmöglichkeit können allfällige Verspätungen besser ausgeglichen werden. Zudem können Dienstfahrzeuge, Sondertransporte und andere nicht im Takt verkehrende Züge die Strecke erneut befahren.

Es werden zwei 200 Meter lange Perrons gebaut, die durch eine Unterführung miteinander verbunden sind. Sie entsprechend den Anforderungen des Rollmaterials und werden auch den Bedürfnissen der Reisenden, einschliesslich Personen mit eingeschränkter Mobilität, gerecht. Das Design der Überdachung und die Gestaltung des Bahnhofsbereichs wurden unter Berücksichtigung des hohen Denkmalwerts der Anlage entworfen, die im Bundesinventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz von nationaler Bedeutung ISOS aufgeführt ist. Das historische Bahnhofsgebäude, das bereits renoviert wurde und über einen BehiG-gerechten Warteraum verfügt, kann zusammen mit den ebenfalls 2020 renovierten Sicherheitseinrichtungen übernommen werden.

Sofern die Verfahren wie geplant durchgeführt werden können, sieht der Zeitplan den Baubeginn für Mitte 2027 vor. Die Inbetriebnahme soll im Dezember 2028 erfolgen. Die Arbeiten erfordern eine Verkehrsunterbrechung für insgesamt rund drei Monate. Da die SBB ebenfalls Bauarbeiten in der Broye plant, wird eine Koordination angestrebt, um gleichzeitige Unterbrechungen zu vermeiden.


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