Mit einer Anpassung an die aktuellen Rahmenbedingungen schafft Cargo sous terrain (CST) die Basis für eine erfolgreiche Weiterentwicklung des Projekts.
Die Cargo sous terrain hat den Nachweis erbracht, dass das angedachte nachhaltige und umweltfreundliche unterirdische Logistiksystem mit Feinverteilung in der Stadt technologisch und baulich umsetzbar ist. Dies bestätigt die unabhängige Überprüfung des im Frühjahr 2025 fertiggestellten Projektreviews, welche das UVEK von CST eingefordert hatte. Ziel dieses Überprüfungsauftrags war es, evidenzbasiert die in der Sachplananhörung geäusserten Fragestellungen und Bedenken aufzunehmen und die Realisierbarkeit sicherzustellen. Auf dieser Grundlage steht nun ein Entscheid der zuständigen Behörden von Bund und Kantonen an.
Politisches Commitment als Voraussetzung für nächste Umsetzungsschritte
Die Geschäftsleitung und der Verwaltungsrat haben im Frühjahr erkannt, dass die derzeitigen rechtlichen Rahmenbedingungen eine private Finanzierung der Bauphase von CST nicht verlässlich absichern. Damit CST funktionieren kann, braucht es eine stabile Partnerschaft mit Bund, Kantonen und Städten mit dem Ziel, dass alle Verkehrsträger ihren optimalen Beitrag leisten können. Diese Einbettung ins Gesamtlogistiksystem muss politisch verankert sein und gemeinsam umgesetzt werden, um das Güterverkehrswachstum aufzufangen und den Nutzen von CST voll zur Geltung zu bringen. Da diese Voraussetzungen derzeit fehlen, ist eine Umsetzung zum jetzigen Zeitpunkt betriebswirtschaftlich nicht vertretbar.
Notwendigkeit organisatorischer Anpassungen
Die CST AG passt deshalb ihren Fokus und ihre Organisation an die Gegebenheiten an. Sie wird das erarbeitete Wissen dafür nutzen, um im Bereich Citylogistik Lösungen für die Schweiz und international anzubieten, welche unmittelbar nachgefragt werden. In der Schweiz bleibt das Ziel, im Dialog mit der Politik auf geeignete Rahmenbedingungen für die Realisierung hinzuarbeiten. CST kann damit auch den Grundstein für weitere privat finanzierte Infrastrukturvorhaben legen. Unumgänglich ist in dieser Situation eine Restrukturierung der CST AG mit einer passenden Aufstellung des Teams. Dazu gehören auch Kostenreduktionen und ein Personalabbau. Da voraussichtlich mehr als 10 Stellen betroffen sein werden, startet CST das arbeitsrechtlich vorgeschriebene Konsultationsverfahren.
Alle Beteiligten sind überzeugt: Die Grundidee von CST bleibt richtig und überzeugend. Sie kann gelingen, wenn die für eine Realisierung notwendigen politischen Rahmenbedingungen geschaffen werden und anschliessend in enger Abstimmung und im Dialog mit den beteiligten Gemeinwesen konkret umgesetzt werden können. Parallel richtet CST seine Geschäftsmodelle auf die aktuell erkennbaren Anforderungen im Markt aus. Mit diesen Massnahmen handelt der Verwaltungsrat im Interesse des Aktionariats und dessen Investitionen.
Weichenstellung für eine nachhaltige Zukunft
Verwaltungsratspräsident Marco Rosso kommentiert die beschlossenen Schritte wie folgt:
«Es wird Zeit brauchen, bis CST verkehrspolitisch stabil verankert ist und langfristige Investitionen mobilisieren kann. Aktuell haben wir nicht die Mittel, um die Organisation mit dem bisherigen Fokus weiterzuführen, und passen uns darum den Realitäten an. So kann das eingebrachte Kapital im Interesse der Aktionäre optimal eingesetzt und das gewonnene Knowhow nutzbar gemacht werden.»
CEO Christian Späth ergänzt:
«Mit der notwendigen Restrukturierung stellt die Cargo sous terrain AG die Weichen für ihre nachhaltige Zukunft. Dass ein Stellenabbau damit einhergehen muss, bedauern wir ausserordentlich. Wir sind bemüht, gute Lösungen für unsere geschätzten Mitarbeitenden zu finden.»
Newsletter abonnieren
Abonnieren Sie die Bahnonline.ch-Newsletter und erhalten Sie die neuesten Beiträge direkt per E-Mail. Hier können Sie sich anmelden.
