
Die SBB ersetzt die Doppelstockzüge der ersten Generation der Zürcher S-Bahn: Sie hat heute den Auftrag für 116 neue Fahrzeuge an den Hersteller Siemens Mobility vergeben. Siemens Mobility hat das gemäss Beschaffungsrecht vorteilhafteste Angebot gemacht. Die neuen Züge kommen ab den 2030er Jahren in der Zürcher S-Bahn und in der Westschweiz zum Einsatz.

Die ersten Doppelstockzüge, welche die SBB ab 1990 auf dem Netz der Zürcher S-Bahn einsetzte, trugen zum Erfolg der Zürcher S-Bahn bei. Nach 40 Jahren im Einsatz werden diese Züge nun ersetzt. Die SBB hat den Beschaffungsauftrag im Juni 2024 öffentlich ausgeschrieben.
Heute hat die SBB den Auftrag für 116 neue Doppelstockzüge an den Hersteller Siemens Mobility vergeben. 95 Fahrzeuge kommen ab den 2030er Jahren auf dem Netz der Zürcher S-Bahn zum Einsatz. 21 Züge werden in der Romandie auf dem Netz des RER Vaud und auf der Linie RE33 Martigny–Annemasse verkehren.
Zusätzlich sollen die Fahrzeuge bei künftigen Angebotsausbauten zum Einsatz kommen. Die Beschaffung umfasst deshalb die Option auf 84 weitere Fahrzeuge.
Mehr Platz und Komfort für Reisende
- Visualisierung der 1. Klasse des neuen SBB Doppelstockzuges für die S-Bahn Zürich von Siemens. / Quelle: Siemens Mobility
- Visualisierung der 1. Klasse des neuen SBB Doppelstockzuges für die S-Bahn Zürich von Siemens. / Quelle: Siemens Mobility
Die neuen Doppelstockzüge sind speziell auf die Bedürfnisse von Pendlerinnen und Pendlern ausgelegt, bieten aber auch Freizeitreisenden viel Komfort. Dank grosszügigen Multifunktionszonen können Reisende auf den häufig sehr kurzen Strecken im städtischen Raum rasch ein- und aussteigen. Gleichzeitig wird Freizeitreisenden mit Gepäck oder Reisenden mit Kindern mehr Raum geboten.
Die neuen Züge bieten deutlich mehr Platz. Ein Zug ist rund 150 Meter lang und verfügt über rund 540 Sitzplätze und acht geräumige Multifunktionszonen zum Stehen oder Abstellen von Velos, Gepäck und Kinderwagen. In den Hauptverkehrszeiten verkehren die Züge in Doppeltraktion (300 Meter) und bieten 45 zusätzliche Sitzplätze sowie über 30 Prozent mehr Stehplätze als die Doppelstock-Pendelzüge (DPZ) der ersten Generation in gleicher Länge.
Zusätzlich bieten die neuen Züge:
- niederflurige Einstiege an allen Türen, die den Zugang für alle Reisenden erleichtern
- mehr Komfort in der 1. Klasse durch verstellbare Sitze, Klapptische und einen grösseren Sitzabstand
- Steckdosen an den Sitzplätzen in 1. und 2. Klasse, damit Reisende ihre Geräte unterwegs laden können; die Multifunktionszonen bieten Steckdosen für das Aufladen von E-Bikes
- eine bessere Kundeninformation im Fahrgastraum durch mehr und grössere Bildschirme; zusätzlich zeigt ein Lichtband über den Türen jeweils die richtige Ausstiegsseite an
- zusätzliche Notsprechstellen, damit Fahrgäste im Bedarfsfall schnell Hilfe anfordern können
- zwei Toiletten pro Zug, davon eine barrierefrei
So können Reisende ihre Zeit im Zug flexibel nutzen – ob zum Arbeiten, Entspannen oder für Ausflüge.
- Visualisierung der 2. Klasse des neuen SBB Doppelstockzuges für die S-Bahn Zürich von Siemens. / Quelle: Siemens Mobility
- Visualisierung der 2. Klasse des neuen SBB Doppelstockzuges für die S-Bahn Zürich von Siemens. / Quelle: Siemens Mobility
Klare Kriterien für den Grossauftrag
Die SBB hat den Grossauftrag gemäss den Bestimmungen des öffentlichen Beschaffungsrechts (BöB/VöB) vergeben. Die klaren, messbaren Zuschlagskriterien waren die Investitionskosten, der Betriebsaufwand, die Erfüllung der Lastenhefte, die Qualität sowie die Serviceverträge.
Siemens Mobility hat das gemäss Beschaffungsrecht vorteilhafteste Angebot eingereicht und bei den Investitionskosten, dem Betriebsaufwand (Energie/Instandhaltung) sowie im Bereich der Nachhaltigkeitskriterien am besten abgeschnitten. Das Investitionsvolumen beträgt rund 2 Milliarden Franken.
Mit dieser Investition stärkt die SBB die Attraktivität des Bahnverkehrs und trägt zu einer modernen, leistungsfähigen und nachhaltigen Mobilität bei.
Bewährter Lieferant mit Erfahrung im Segment
Siemens Mobility hat bereits die bewährten Doppelstockzüge der zweiten Generation der Zürcher S-Bahn gebaut, welche seit Mitte der 2000er Jahre zuverlässig für die Kundinnen und Kunden im Einsatz sind; Siemens ist einer der schweizweit grössten Industriearbeitgeber. Der Hersteller bringt umfangreiche Erfahrung in der Produktion und Zulassung von Personenzügen mit und hat in Europa in jüngster Vergangenheit zahlreiche Aufträge unter anderem in Deutschland, Österreich, Belgien, Dänemark und Grossbritannien erfolgreich abgewickelt.
Die Eckdaten der Züge

| Sitzplätze | rund 540, rund 20 Prozent in 1. Klasse |
| Veloplätze | 16 verteilt auf 8 Multifunktionszonen |
| Toiletten | 2, davon 1 rollstuhlgängig |
| Einstiegshöhe | ausschliesslich Niederflureinstiege |
| Einstiegstüren | 24 insgesamt, 12 pro Seite 2 Einstiegsplattformen pro Wagen |
| Führerstandstür | separate Türen für Lokpersonal in die Führerstände |
| Länge | rund 150 Meter |
| Maximalgeschwindigkeit | 160 km/h |

| Was erlaubt das Beschaffungsrecht? Was nicht? |
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| Die Vergabe neuer Doppelstockzüge an Siemens Mobility und damit einen ausländischen Hersteller hat Fragen und Kritik ausgelöst. Warum hat die SBB nicht einen inländischen Hersteller berücksichtigt? Die Antwort ist einfach: Die SBB muss den Auftrag zwingend an das Unternehmen mit dem vorteilhaftesten Angebot erteilen. «Swissness» ist gemäss Beschaffungsgesetz weder vorgesehen noch erlaubt. 1. Warum eine öffentliche Ausschreibung? Die SBB als Unternehmen im Bundesbesitz und als Vergabestelle muss unter Wahrung der Gleichbehandlung und Nichtdiskriminierung möglichst kostengünstige und gute Produkte beschaffen. Das öffentliche Beschaffungsrecht (BöB / VöB) gilt für die Beschaffung von Zügen im Regionalverkehr, Fernverkehr und im internationalen Personenverkehr. Die öffentliche Ausschreibung stellt sicher, dass die Angebote transparent, fair und im Wettbewerb vergeben werden. Es wird also verhindert, dass Steuergelder verschwendet werden. Kundinnen und Kunden profitieren vom besten Angebot. 2. Wie erfolgte die Ausschreibung? Die Vorbereitung der öffentlichen Ausschreibung für die neuen Doppelstückzüge ist in mehreren Schritten erfolgt. Zunächst hatte die SBB den Bedarf identifiziert und die Anforderungen an die neuen Züge festgelegt. Anschliessend sind die detaillierten Ausschreibungsunterlagen erarbeitet worden, welche die konkreten Anforderungen und Kriterien für die Vergabe enthalten. Für die Beschaffung der neuen Doppelstockzüge erfolgte eine Ausschreibung im offenen Verfahren gemäss öffentlichem Beschaffungsrecht (BöB / VöB). Das heisst, jeder Rollmaterialhersteller konnte für den Auftrag eine Offerte einreichen. 3. Konnten sich die Teilnehmenden zu den Kriterien äussern? Ja, die Kriterien und Anforderungen an die Ausschreibung wurden transparent dargelegt und auf der Plattform simap.ch veröffentlicht. Auf Simap sind öffentliche Ausschreibungen von den Vergabestellen zu publizieren. Gegen diese Anforderungen und Kriterien ist keine Einsprache eingegangen. Alle Anbieter haben die Kriterien akzeptiert. Für die Beschaffung der neuen Züge gab es folgende Kategorien von Kriterien: Investitionskosten, Betriebsaufwand, Erfüllung der Lastenhefte, Qualität und Serviceverträge. Es ist vergaberechtlich nicht zulässig, Kriterien während der laufenden Ausschreibung neu zu gewichten oder abzuändern Nach Eingang der Offerten ist eine umfassende und sorgfältige Prüfung und Bewertung der Angebote vorgenommen worden; die Angebote sind auch mit den Anbietern bereinigt worden. Der Zuschlag ist anschliessend gemäss den veröffentlichten Eignungs- und Zuschlagskriterien an das „vorteilhafteste Angebot“ erfolgt. 4. Wie genau läuft die Bewertung der Offerten ab? Die Kriterien der Ausschreibung werden von internen Fachexpert:innen sachlich und unabhängig bewertet. Die jeweiligen internen Fachexpert:innen bewerten die spezifischen Anforderungskriterien und sehen die Bewertungen der anderen Fachexpertenteams nicht – um subjektive Einschätzungen und Einflussnahmen zu verhindern. Eine Beeinflussung der Gesamtoffertbewertung ist daher nicht möglich. Die interne Revision der SBB hat bestätigt, dass die Kriterien korrekt angewendet worden sind. 5. Was hat die SBB bewogen, den Auftrag an Siemens Mobility zu vergeben? Die SBB hat auf ihre Ausschreibung mehrere konkurrenzfähige Angebote erhalten. Siemens Mobility hat das gemäss BöB / VöB «vorteilhafteste» Angebot eingereicht, d.h. das wirtschaftlich und qualitativ beste Angebot. Der Anbieter Siemens Mobility hat über alle Kriterien insgesamt am meisten Punkte erreicht. Den Unterschied haben die besseren Bewertungen insbesondere in den Bereichen Investitionskosten, Betriebsaufwand (Energiekosten/Trassenpreis und Instandhaltungskosten) und Nachhaltigkeit gemacht. Entsprechend hat die SBB Siemens Mobility den Zuschlag für den Auftrag erteilt. 6. Warum hat die SBB «Swissness» nicht höher bewertet? Die SBB wissen um die hohe Bedeutung der Schweizer Industrie und vergeben eine klare Mehrheit ihrer Aufträge in die Schweiz. Investitionen in Rollmaterial des Regionalverkehrs muss die SBB wie unter Punkt 1 erläutert gemäss öffentlichem Beschaffungsrecht BöB/VöB ausschreiben. Dieses schreibt klar eine Gleichbehandlung und Nichtdiskriminierung der Anbieterinnen und Anbieter vor. Nicht zulässig sind die Bevorzugung inländischer Unternehmen oder die Schaffung von Wettbewerbsvorteilen für inländische Unternehmen – auch wenn nun teilweise das Gegenteil behauptet wird. Die SBB darf das Kriterium der Nationalität gemäss öffentlichem Beschaffungsrecht nicht zusätzlich positiv bewerten. Sie muss die Prinzipien gemäss dem öffentlichen Beschaffungsrecht einhalten. 7. Kauft die SBB ihre Züge immer im Ausland? Nein. In den vergangenen 25 Jahren hat die SBB 14 Mia. Franken in neues Rollmaterial investiert. Dabei gingen 72 Prozent an Stadler Rail, 21 Prozent an Bombardier / Alstom und 7 Prozent an Siemens. Alle Ausschreibungen unterlagen dem öffentlichen Beschaffungsrecht und wurden mit dem gleichen strengen Massstab bewertet, wie die aktuelle Ausschreibung. 8. Handelt es sich beim Siemens-Zug um einen ganz neuen Zug? Es handelt sich beim bestellten Zug um eine Weiterentwicklung des bewährten Zugs Desiro HC (High Capacity) von Siemens. Siemens hat die Anforderungen der SBB gemäss Pflichtenheft erfüllt. Alle drei Angebote beinhalteten Anpassungen der bestehenden Plattform-Fahrzeuge der jeweiligen Anbietern. Die SBB beschafft ihre neuen Züge gemäss folgender Strategie: Bei den neuen Fahrzeugen soll eine grosse Anzahl erprobter und standardisierter Komponenten zum Einsatz kommen. Anders gesagt: Der neue Zug wird ein weiterentwickeltes Standardprodukt mit vielen bewährten Komponenten sein. 9. Warum hat die SBB trotz offenbar geringer Unterschiede beim Preis an Siemens Mobility vergeben? Es war – im Unterschied zu früheren öffentlichen Ausschreibungen – kein Kopf-an-Kopf-Rennen: Der beste Anbieter hat in Summe klar am meisten Punkte erzielt bei den Kriterien, mit denen alle einverstanden waren (siehe Punkt 3). 10. Geht nun die gesamte Auftragssumme ins Ausland? Nein, auch bei diesem Projekt erfolgt ein Teil der Wertschöpfung in der Schweiz – etwa in Form von Projektabwicklungsaufgaben, Test-, Zulassungs- und Inbetriebsetzungsaktivitäten oder Instandhaltungsarbeiten während der Gewährleistungsfrist. Zudem arbeiten zahlreiche Schweizer Zulieferfirmen an diesen Projekten mit. Siemens hat in der Schweiz rund 6000 Mitarbeitende, einen Umsatz von rund 3 Mia. Euro und ist damit einer der grössten Industriearbeitgeber in der Schweiz. Die Instandhaltung der neuen Fahrzeuge wird wie gewohnt durch die SBB selber in den Serviceanlagen im Raum Zürich und in der Romandie erfolgen. 11. Wie geht es nun weiter? Die Unternehmen, die an der Ausschreibung teilgenommen haben, haben die Möglichkeit, innerhalb von 20 Tagen beim Bundesverwaltungsgericht (BVGer) Beschwerde gegen den Vergabeentscheid einzureichen. 12. Ab wann kommen die neuen Züge zum Einsatz? Die neuen Züge sollen ab den 2030er-Jahren auf dem Netz der Zürcher S-Bahn zum Einsatz kommen und in der Romandie auf dem Netz des RER Vaud und auf der Linie RE33 Martigny–Annemasse verkehren. Damit stärkt die SBB die Attraktivität des Bahnverkehrs und trägt zu einer modernen, leistungsfähigen, kosteneffizienten und nachhaltigen Mobilität bei. |
| Stellungnahme Stadler: Entscheid der SBB wird bedauert |
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| Stadler nimmt den Entscheid der Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) zur Vergabe eines Rahmenvertrages über 200 Doppelstockzüge für die Zürcher S-Bahn und die Westschweiz mit grossem Bedauern zur Kenntnis. Stadler wollte die Züge in der Schweiz bauen, gemeinsam mit über 200 Zuliefer-Betrieben aus dem ganzen Land. Am 7. November 2025 haben die Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) darüber informiert, wer den Rahmenvertrag über 200 Doppelstockzüge (116 Züge im Erstabruf sowie 84 zusätzlich als Option) für die Zürcher S-Bahn und die Westschweiz herstellen wird. Stadler nimmt mit grossem Bedauern zur Kenntnis, dass der Zuschlag nicht an Stadler als bewährter Schweizer Hersteller der Doppelstock-Technologie geht. Stadler-Doppelstockzüge mit 99 Prozent Verfügbarkeit bei der SBB Als Schweizer Unternehmen mit ausgewiesener Kompetenz im Bau von Doppelstockzügen mit höchster Zuverlässigkeit hätte Stadler eine wirtschaftlich und technologisch überzeugende Lösung geliefert. Die bekannten KISS-Doppelstockzüge von Stadler verkehren seit 2012 erfolgreich im Netz der S-Bahn Zürich. Zudem stehen die Stadler-Doppelstockzüge in 14 Ländern mit hoher Zuverlässigkeit im tagtäglichen Einsatz: von Aserbaidschan über Deutschland bis in die USA. Stadler konnte bisher weltweit rund 700 KISS-Doppelstockzüge verkaufen – davon 192 in die Schweiz. Stadler-CEO Markus Bernsteiner: «Grosse Enttäuschung» Stadler-CEO Markus Bernsteiner: «Die Doppelstock-Züge von Stadler zählen mit einer Verfügbarkeit von 99 Prozent zu den zuverlässigsten Zügen der SBB. Dass wir trotz unseren im täglichen Einsatz der SBB bewährten und beliebten Fahrzeugen die SBB nicht mit der neuesten Technologie beliefern dürfen, ist für Stadler und unsere rund 6000 Mitarbeitenden in der Schweiz eine grosse Enttäuschung.» Stadler produziert in der Schweiz Stadler baut Züge für die Schweiz jeweils in seinen Werken in Bussnang im Thurgau und St. Margrethen im St. Galler Rheintal. Dadurch bleiben jeweils bis zu 80 Prozent der Wertschöpfung in der Schweiz. Weit über 200 KMUs aus der ganzen Schweiz beliefern Stadler mit Komponenten für die Züge. Stadler bleibt auch nach diesem Entscheid der SBB stark verbunden mit dem Heimmarkt. Das Unternehmen beschäftigt weltweit über 16’600 Mitarbeitende – davon gegen 6’000 Mitarbeitende in der Schweiz. Stadler investiert kontinuierlich in neue Bahntechnologien, Ausbildung und Infrastruktur. Dies wird Stadler auch weiterhin tun. Aufgrund der Bepunktung der SBB kann Stadler bestätigen, dass die effektive Preisdifferenz 0,6 Prozentpunkte beträgt – berechnet auf 176 Doppelstockzüge. Stadler mit 6000 Mitarbeitern im Land, ist der einzige Anbieter mit vollständiger Herstellung der Züge in der Schweiz und nur 0,6 Prozent teuer als Siemens. Die anderen Bewertungspunkte und die Begründung der SBB wird Stadler vertieft analysieren. |
| Stellungnahme SEV: Vergabe der neuen S-Bahnzüge für SBB an Siemens |
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| Die Gewerkschaft des Verkehrspersonals SEV verfolgt die Diskussion um die Vergabe des Grossauftrags der SBB für die Beschaffung von 116 neuen Doppelstockzügen (rund 2 Milliarden Franken) an Siemens Mobility und hat dazu eine differenzierte Haltung. Die neuen Züge sollen ab etwa 2030 im Raum Zürich sowie in der Romandie eingesetzt werden. «Natürlich wäre es wichtig gewesen, wäre dieser bedeutende Auftrag an ein Schweizer Unternehmen gegangen – das wäre ein starkes Signal für den Werkplatz Schweiz gewesen», sagt Patrick Kummer, Vizepräsident des SEV. Eine starke inländische Produktion und solide Arbeitsplätze im Werkplatz Schweiz sind entscheidend, um die Zukunft der Bahnindustrie nachhaltig zu sichern. Der SEV setzt sich weiterhin dafür ein, dass Wertschöpfung und Know-how in der Schweiz erhalten bleiben. «Wir gehen aber davon aus, dass die SBB bei der Vergabe des Auftrags sämtliche Vorgaben des öffentlichen Beschaffungsrechts eingehalten hat», erklärt Patrick Kummer. Dem SEV sind keine Hinweise darauf bekannt, dass das Verfahren nicht korrekt, transparent oder rechtmässig abgelaufen wäre. In der Öffentlichkeit werde die Vergabe teils sehr kritisch kommentiert. Der SEV anerkennt, dass bei Beschaffungen dieser Grössenordnung unterschiedliche Einschätzungen und Interessen aufeinandertreffen und es ein grosses Interesse gibt, solche Aufträge an inländische Unternehmen zu vergeben. Entscheidend sei aber, dass das Verfahren korrekt abläuft und die gesetzlichen Vorgaben konsequent eingehalten werden. So riskiert man keine Vergeltungsmassnahmen gegenüber Schweizer Unternehmen, die sehr oft Aufträge aus dem europäischen Ausland erhalten und so viel zu verlieren haben. «Die geäusserte Kritik an der Vergabe teilen wir nicht», so Kummer. «Die Unternehmen, die an der Ausschreibung teilgenommen haben, können nun natürlich gegen den Vergabeentscheid Beschwerde einreichen.» |
Links
- Präsentation
- Blick: Auftrag für Siemens statt Stadler: Morddrohungen gegen SBB-Ducrot
- 20 Minuten: Asbest-Kontrolle: SBB muss über 400 Züge überprüfen
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Schön, mal wieder etwas Abwechslung bei neuen Zügen
Mir wären die Arbeitsplätze und der Industrieplatz in der CH wichtiger. Zur ‚Abwechlung‘:
Die modernen Doppelstock-Züge sehen sowieso fast alle gleich aus, und das Frontdesign wird vom Kunden gestaltet (-> SBB).
Dem ist wirklich und gut so.
Mir wäre die Erhaltung von Arbeitsplätzen in der Schweiz wichtiger, nun gehen die Arbeitsplätze nach Deutschland. Das macht mich schon nachdenklich. Schade! Herr Ducrot hat, soviel ich mich richtig erinnere, schon bei Bombardier TWINDEXX keinen guten Job gemacht. Schweizer Manager sollten eher Arbeitsplätze in der Schweiz bevorzugen, aber wir Schweizer sollten nicht in Deutschland einkaufen..
Das Gemööge von „Arbeitsplätzen“ muss ja kommen. In anderen Nationen kann gleichermassen Argumentiert werden wenn bei Spuhler gekauft wird. Empfehle bei Orell Füssli ein Buch „Oekonomie & Handel für Primarschulen“ zu ordern.
Bussnang muss sich halt etwas mehr anstrengen. Besser ist besser. Deren triste und magere Güterwagenbauart wartet auf neuen Wind.
Vielleicht kann sich ja SVP-Präsident Dettling mit einer seiner peinlichen Hellebarden-Schmierenkomödien für seinen SVP-Parteikollegen Spuhler einsetzen und damit die Schweizer Satiriker-Szene inspirieren.
Ja, also z.B. die kupferfarbenen Traversos der SOB empfinde ich jetzt nicht unbedingt als triste und magere Güterwagenbauart.
Umgekehrt erhalten die ÖBB gerade KISS von Stadler aus der Schweiz.
Die Doppelstockzüge werden in Uerdingen gefertigt mit fahrwerken aus Graz.
Es ist ein geben und nehmen. Immerhin ein europäisches produkt, die Westbahn nimmt gerade vier doppelstockzüge von CRRC in betrieb.
Bei dem ganzen politischen Wirbel um die neuen Doppelstockzüge der SBB von Siemens ist auch viel populistisches SVP-Gekläffe dabei. Spuhlers StadlerRail konnte in letzter Zeit etliche fette Aufträge der SBB an Land ziehen. Ganz zu schweigen von den zahlreichen Aufträgen Schweizerischer Schmalspur- und Zahnradbahnen. In diesem Bereich ist StadlerRail de facto sogar ein Monopolist, was nicht unproblematisch ist.
Letzter Satz ist absolut richtig. Ich kenne einen leitenden Mitarbeiter einer Meterspurbahn. Dort ist man ziemlich unzufrieden mit Stadler sowohl bei Neufahrzeugen wie bei Refit. Man sucht nach Alternativen. Logischerweise im Ausland
So etwas ist mir auch zu Ohren gekommen. Monopole sind nur für die Monopolisten gut, sonst für niemanden.
Ist bekannt welche anderen Hersteller, neben Siemens und Stadler, ein Angebot eingereicht haben?
Öffentlich ist dies nicht bekannt gegeben worden.
Ich denke, es kämen Alsthom und Hitachi in Frage. Beide haben Dosto Züge im Angebot.
Ich denke dies auch.
Gemäss CH Media sei es Hitachi gewesen: «Im Fall der S-Bahn-Züge der SBB gab es drei Angebote. Wie CH Media weiss, dürfte es sich beim dritten Anbieter um den japanischen Konzern Hitachi handeln, der in Italien Züge baut. Hitachi will das nicht kommentieren. Auch Siemens bleibt stumm, solange der Zuschlag nicht rechtskräftig ist.»
ist schon etwas über die leistung und anzahl angetriebener achsen bekannt?
Nein, dazu gab es keine Angaben.
Mir erscheinen die Veloabstellplätze sehr mager. steht ein Koffer oder Kinderwagen dort, reicht es kaum für ein Velo. (Ähnlich eng wie in den Schüttelzügen) Was wir bräuchten, wäre eine Art Belegungsanzeige. Denn es ist nicht machbar, dem Zug entlang zu rennen mit dem Velo und überall hineingucken, wo es frei sein könnte.
Ja, das ist ein Problem. Mit dem Velo sollte man die Pendlerverkehr-Spitzenzeiten unbedingt meiden und sich die Züge sorgfältig aussuchen. Aber eine zusätzliche Belegungsanzeige für die Veloabstellplätze dürfte sehr schwierig umzusetzen sein. Ich geriet am frühen Freitagnachmittag von Muttenz nach Olten in den Beginn des Feierabendverkehrs, hatte aber Glück und fand samt Velo noch einen guten Platz. Hätte es nicht geklappt, wäre ich mit dem Velo weiter nach Sissach und von dort mit dem Läufelfingerli nach Olten gefahren. Den Hauenstein mit dem Velo zu befahren grenzt angesichts der armseligen Veloinfrastruktur und des motorisierten Verkehrs an russisch Roulette spielen.
Schade, aber verständlich. Die SBB kann nicht ausschliesslich bei StadlerRail bestellen, schon allein wegen des Klumpenrisikos. Zudem ist StadlerRail auf Jahre hinaus gut ausgelastet und die Siemes-Züge der Zürcher S-Bahn funktionieren seit Jahren.