Nachtzug nach Kopenhagen-Malmö soll fahren

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Petitionsübergabe am 2. Dezember 2025 auf der Bundesterrasse, vor dem Kanzlei-Eingang im Bundeshaus, in Bern. / Quelle: umverkehR

Am 2. Dezember 2025 haben umverkehR, IGöV, VöV, Back-on-Track, Pro Bahn, VCS, Läbigi Stadt, KLUG, Grüne und SP zwei Petitionen mit total über 50’000 Unterschriften für Nachtzüge eingereicht. Die Unterzeichnenden fordern die Politik auf, die geplante Förderung der Nachtzugverbindung von Basel nach Kopenhagen und Malmö zu sprechen und auf Kürzungen beim öffentlichen Verkehr zu verzichten.

Die Petition «Jetzt Nachtzug nach Malmö retten!» wurde von IGöV, VöV, Back-on-Track, Pro Bahn, umverkehR, VCS, Läbigi Stadt, den Grünen und der SP mit über 24’500 Unterschriften in nur 20 Tagen gesammelt. Sie fordert das Parlament auf, die geplante Subvention für die Nachtzugverbindung von Basel nach Kopenhagen und Malmö zu sprechen. Die Förderung des Nachtzugs leistet einen wesentlichen Beitrag zum Klimaschutz. Der Umstieg vom Flugzeug auf den Nachtzug reduziert die CO₂-Belastung der Reise auf einen Achtel. Zwischen Zürich bzw. Basel und Kopenhagen gibt es wöchentlich etwa 50 Direktflüge, das Umstiegspotenzial ist somit gross.

«Der internationale Personenverkehr auf der Schiene hat ein grosses Potential, hauptsächlich am Tag, aber für gewisse Destinationen braucht es Nachtzüge»

, betont VöV-Direktor Ueli Stückelberger.

Die rund 9,2 Millionen Franken pro Jahr für die Nachtzugverbindung nach Kopenhagen und Malmö sind ein Bruchteil der Subvention des Flugverkehrs. Allein die Kerosinsteuerbefreiung in der Schweiz entspricht rund 1,5 Milliarden Franken jährlich. Zudem hat das Parlament vor einem Jahr mehr internationale Verbindungen bestellt und konkrete Destinationen gefordert.

«Die SBB hat Investitionen getätigt und alles aufgegleist für den Start des Nachtzuges Kopenhagen/Malmö im April 2026. Die Subventionen jetzt wieder zu streichen, gleicht einer Hüst und Hott-Politik»

, kritisiert Florence Brenzikofer, Präsidentin IGöV Schweiz und Nationalrätin.

Volkswillen respektieren, Klimapolitik umsetzen

Zusammen mit der Petition für den Nachtzug nach Malmö hat die verkehrspolitische Umweltorganisation umverkehR die umfassendere Petition «Volkswillen respektieren: Mobilitätswende statt Autobahnausbau» eingereicht. Die über 27’500 Unterzeichnenden fordern die Politik auf, den klaren Willen der Bevölkerung zu respektieren und die schweizerischen Klimaziele umzusetzen. Die Petition wehrt sich gegen die im Entlastungspaket 27 vorgesehenen Kürzungen bei Nachtzügen, Regionalverkehr und Bahninfrastruktur. Das Geld für die Mobilitätswende ist vorhanden. Die mit dem Volksentscheid vom 24. November 2024 gegen den Autobahnausbau frei gewordenen Mittel aus dem Nationalstrassen- und Agglomerationsverkehrs-Fonds (NAF) müssen in den öffentlichen Verkehr sowie in Fuss- und Velowege investiert werden.

Franziska Ryser, Co-Präsidentin von umverkehR und Nationalrätin, wird deutlich:

«Nachtzüge sind ideal als Alternative zum klimaschädlichen Flugverkehr. Wir brauchen jetzt Investitionen in die klimafreundliche Mobilität und sicher keinen Sparhammer beim ÖV.»


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7 Kommentare

  1. Die Politik und dem Volk muss mal klar gesagt werden eine Petition oder sonstige Unterschriften die Gesammelt werden ist mal schnell gemacht,das letzte Wort hat immer noch das Volk.Wenn ich das Foto anschaue, so sind die Rund 30000 Unterschriften ein kleiner %satz den diesen Zug wollen. Ich bin nicht gegen den öffentlichen Verkehr, aber man sollte das Geld dort einsetzen wo es etwas bringt,und für die wenigen Reisenden die von der Schweiz nach Malmö Reisen ist so ein Zug nicht nötig, da er zu 99% im Ausland verkehrt und der Schweiz gar nichts bringt. Darum finde ich es OK das der Zug vom Bund nicht unterstüztwird, wäre herausgeworfenes Geld.

    • Der Zug bringt auch neue Verbindungen nach Hamburg, Kopenhagen und ab Malmö weiter nach Skandinavien. Ab ZRH starten pro Tag mindestens rund 4 Direktflüge zu jedem dieser Ziele! Die Nachfrage ist also durchaus gegeben. Die Flugzeuge verkehren im übrigen auch „zu 99% im Ausland“.

  2. Dieser unnötige Nachtzug auf alleinige Kosten des CH-Steuerzahlers ist eine Totgeburt!
    Wer um Gottes willen (ausser ein paar ‚Nord-Freaks‘) will schon ins periphere und sekundäre Kaff Malmö?
    Es geht nicht, dass wir einen Zug finanzieren, der später zu 90% den Deutschen, den Dänen und Schweden dient.
    Wir sind nicht dee reiche ‚Uncle Sam‘ der EU!
    Wenn schon subventionieren, dann alle beteiligten Länder proportional.
    Und zuerst Linien mit besserem Potential, und das liegt in Süd- und Westeuropa, das in der Nachbarschaft liegt.
    Wo sind die traditionellen Nachtzüge nach Roma und Barcelona?

    • Vorallem gibt es bereits einen Nachtzug nach Hamburg, von dort nimmt man dann den Tageszug nach Malmö. Zeit: 2h länger, sonst gleich lang.

    • Hier bin ich mit Herrn Bauer sehr einverstanden. Wieder eine Schnapsidee von SBB mit Support von ein paar weiss nicht was Touristchen.
      Bund und Kantone leisten weiss Gott prächtig Subventionen bis Basel Badbhf. Mehr brauchts nicht.
      Dort gehts dann weiter nach ausländischen Tarifen, nicht mit Schweizer Steuergeld.

      Der Nächste wird kommen:
      „Ich will ein Gemüsegarten in Wellingrad mit einer Direktverbindung Sursee – Sofia“

    • Man sollte halt lesen können. Die Beiträge an den Nachtzug werden aus den im CO₂-Gesetz (Art. 37a und 53a) vorgesehenen Fördermittel von bis zu 30 Millionen Franken jährlich finanziert und stammen nicht aus dem Bundeshaushalt und nicht aus dem Budget des Regionalverkehrs, sondern aus dem Emissionshandelssystem (EHS) der Luftfahrt. D.h. das Eine hat mit dem Anderen nichts zu tun! Die Putin verehrenden und Trump bewundernden SVPler bringen das gerne bewusst durcheinander, um auch damit ihr Allerweltsthema, ihre wahnhafte EU-Phobie, zu bewirtschaften.

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