SBB baut FV-Dosto um: Besserer Komfort, Kosten mehr als gedeckt

Dieser Artikel wurde ursprünglich am 5. Dezember 2025 veröffentlicht.

8
SBB Fahrplanwechsel 2019 3_Sandro Hartmeier_9 12 18
Zwei FV-Dosto-Züge der SBB am 9. Dezember 2018, im planmässigen Einsatz, in der Halle des HB Zürich. / Quelle: Sandro Hartmeier

Die SBB hat beschlossen, die Drehgestelle aller FV-Dosto-Züge umzubauen. Umfangreiche Tests zeigen: Der Fahrkomfort wird spürbar besser, die Zuverlässigkeit weiter erhöht. Die Investition von rund 90 Millionen Franken wird durch tiefere Unterhaltskosten mehr als kompensiert. Unter dem Strich spart die SBB 40 Millionen Franken. Der Umbau ist ab Ende 2026 geplant und dauert bis Anfang der 2030er Jahre.

Die SBB hat beschlossen, sämtliche FV-Dosto-Züge umzubauen und die vorhandene Wankkompensation zu entfernen. Damit wird der Fahrkomfort spürbar verbessert. Der FV Dosto zählt bereits heute zu den zuverlässigsten Zügen der Flotte und weist im Vergleich zu anderen Zügen sehr wenige Störungen auf. Mit dem Umbau wird die Zuverlässigkeit weiter erhöht.

Der Umbau der FV-Dosto-Züge wird 90 Millionen Franken kosten. Diese Investition lohnt sich: Unter dem Strich spart die SBB über die gesamte Lebensdauer der Flotte hinweg rund 40 Millionen Franken. Ein Drittel der Kosten wird direkt durch den Wegfall von Revisionen der Wankkompensation eingespart. Zusätzlich sinken die Instandhaltungskosten um jährlich rund 5 Millionen Franken, da die neuen Drehgestelle einfacher zu warten sind. Der Umbau ist also wirtschaftlich positiv.

Resultate mit Messgeräten und Testpersonen eindeutig

SBB RABe 502 217 Drehgestell nach Umbau_Edwin Dutler_13 1 26
Der SBB FV-Dosto RABe 502 217 am 13. Januar 2026 mit umgebauten Drehgestellen. / Quelle: Edwin Dutler

Die SBB hat in den letzten Monaten umfangreiche Tests mit einem FV-Dosto mit umgebauten Drehgestellen ohne Wankkompensation durchgeführt. Bei zahlreichen Testfahrten mit Messgeräten und auch mit Testpersonen, darunter Kundenbegleitende, wurden Fahrkomfort, Betrieb und Sicherheit geprüft. Die Resultate sind klar: Messungen haben die positiven Empfindungen der Testpersonen bestätigt. Schwingungen und Stösse werden erheblich besser abgefedert. Dadurch sind insbesondere Fahrten in Kurven und Einfahrten in Bahnhöfe für die Fahrgäste deutlich angenehmer.

Am 13. Januar 2026 konnten sich Medienschaffende selbst vom Fahrkomfort des umgebauten Zuges, RABe 502 217, überzeugen. Der Fahrkomfort ist spürbar besser und erreicht fast das Niveau der IC2000-Flotte. Arbeiten ist nun problemlos möglich. Das umgebaute Fahrzeug hat derzeit noch keine Betriebsbewilligung. Sobald das Bundesamt für Verkehr (BAV) diese erteilt, wird voraussichtlich Mitte 2026 ein zweiter Zug umgebaut werden.

Endlicher guter Fahrkomfort? Wir haben getestet, was der Millionen-Umbau des FV-Dosto bringt

Umbau von Ende 2026 bis Anfang 2030er Jahre

Die innovative technische Lösung wurde von Alstom entwickelt und gemeinsam in sehr guter und enger Zusammenarbeit mit der SBB umgesetzt. Bei allen FV-Dosto-Zügen wird die Wankkompensation entfernt und einige Komponenten werden ersetzt oder angepasst. Nach Erhalt der Betriebsbewilligung durch das Bundesamt für Verkehr wird der Umbau der Flotte durch die SBB und Alstom, anlässlich regulärer Revisionen, im Industriewerk Yverdon voraussichtlich Ende 2026 starten; er soll bis Anfang der 2030er Jahre abgeschlossen sein. Die Beschaffung der Komponenten für die Drehgestelle schreibt die SBB demnächst auf der Beschaffungsplattform SIMAP aus.

Komfortablere Züge für die nächsten 20 Jahre

Der Umbau wird in der Schweiz im Rahmen der regulären Revisionen durchgeführt, unterstützt durch Alstom und weitere Partner. Die Arbeiten werden so koordiniert, dass der reguläre Fahrbetrieb wie üblich weiterläuft. Die SBB investiert damit in die Zukunft des Zuges, der mindestens noch 20 Jahre im Einsatz bleibt.

Umbau Drehgestell FV Dosto_SBB CFF FFS_01 26
Quelle: SBB CFF FFS

Links


Newsletter abonnieren

Abonnieren Sie die Bahnonline.ch-Newsletter und erhalten Sie die neuesten Beiträge direkt per E-Mail. Hier können Sie sich anmelden.

8 Kommentare

  1. Wenn die FV Dostos bereits Ende der 40er Jahren ersetzt werden könnten, würden diese dann mit der nächsten FV Generation ersetzt oder erst mit der darauffolgenden? Beim neuen FV Zug hiess es bis jetzt nur, dass die EC, EW IV und IC2000 Wagen gemeinsam ca. Ende 30er / Anfang 40er Jahre ersetzt werden sollen. 

      • Oh, dann habe ich die Medienmitteilung falsch verstanden (20 Jahre ab heute). Ducrot liess 2022 bei der Medienkonferenz zum Verzicht des bogenschnellen Fahrens noch verlauten, dass man die FV-Dostos und alle neuen Beschaffungen bereits nach 25 Jahren ausrangieren wolle. Aber die FV-Dostos wurden ja ursprünglich für 40 Jahre bestellt und es macht sicher Sinn diese auch so lange zu nutzen.

    • Finde es auch ein bisschen stossend von ‚Sparen‘ zu sprechen. Der Zug bzw. die WAKO wurde doch unter anderem für die Beschleunigung der Strecke Bern-Lausanne (schnelles Bogenfahren) bestellt. Jetzt muss das über die Infrastruktur oder andere Züge gelöst werden, da reichen die 40mio vermutlich nicht weit.

      @ueli baur: nur etwas für buchhalter typen. An der Situation ändert sich nichts. Aber es werden Hintergrund Information ‚bewusst‘ weggelassen.

  2. Ich schreibe da aus Wien. Die Weiner Stadtwerke hat vor Jahren viele Fahrzeuge der Strassenbahn Type E1 nicht nur in die Niederlande verkauft sondern auch zu Vekehrsbetrieben auf dem Balkan die Normalspur hatten. Und unsere E1 – und spaetere E2 – waren sehr robust im Wiener Betrieb, allerdingsbei diesen Laendern sehr schnell untauglich. Die sind offenbar gefahren wie die …

Kommentar schreiben

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein

Die mobile Version verlassen