Die internen Abklärungen der Appenzeller Bahnen (AB) zur Entgleisung vom 7. Dezember 2025 auf der Linie Altstätten-Gais sind abgeschlossen. Ein Fahrfehler bei der Kreuzung der Züge führte zum Unfall. Die Höhe des Schadens lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht beziffern. Die Reparaturarbeiten werden am Mittwoch abgeschlossen. Der Bahnbetrieb wird am Donnerstag, 11. Dezember 2025, wieder aufgenommen.
Am Sonntagabend entgleiste kurz vor 18:00 Uhr der talwärtsfahrende Fahrplanzug von Gais nach Altstätten bei der Wegfahrt von der Haltestelle Alter Zoll. Die internen Untersuchungen zeigen, dass ein Fahrfehler zu diesem Unfall führte. Der Lokführer setzte den Zug in Bewegung, bevor die Weiche von der Ausweichstelle zurück ins reguläre Gleis in die richtige Position gebracht worden war. Die Umstellung der Weichen erfolgt an dieser Kreuzungsstelle manuell. Bei der Wegfahrt reagierte die örtliche Sicherheitsvorrichtung der Weiche wie vorgesehen: sie hob den Zug aus dem Gleis ins Schotterbett. Diese Sicherheitsvorrichtung verhindert mögliche Kollisionen auf der Strecke oder Flankenfahrten im Weichenbereich. Der Lokführer bemerkte die Position der Sicherheitsvorrichtung zu spät. Der Zug kam im Schotter zum Stillstand und geriet dabei in Schräglage. Es gab keine verletzten Personen. An der Infrastruktur entstand Sachschaden.
Besondere Betriebssituation
Der Unfall ereignete sich in einer besonderen Betriebssituation. Im regulären Fahrplanbetrieb verkehren auf der Linie Altstätten–Gais Einzelkompositionen im Stundentakt, weshalb auf der Strecke im Normalfall keine Zugkreuzungen notwendig sind. Aufgrund einer Veranstaltung im Rietli waren am Unfalltag zeitweise zwei Kompositionen auf der Linie Altstätten-Gais unterwegs. Dabei wurde die Kreuzungsstelle bei der Haltestelle Alter Zoll genutzt. Bei dieser Kreuzungsstelle unterscheiden sich die technischen Vorrichtungen von jenen Strecken, auf denen fahrplanmässige Kreuzungen zum Alltag gehören. Auf dem übrigen AB-Netz verhindern die Sicherungsanlagen eine ungewollte Zugsabfahrt. Weichen sind überwacht und Signale zeigen die Fahrerlaubnis. Bei der Haltestelle Alter Zoll werden die Weichen manuell durch Personal vor Ort umgestellt und der Vorgang zur Erteilung der Fahrerlaubnis erfolgt über Funk. Dieses Zusammenspiel betrieblicher Faktoren beeinflusste den Unfallhergang. Die AB bedauern den Vorfall sehr. Sie definieren derzeit zusätzliche Massnahmen, um vergleichbare Fehlhandlungen künftig auszuschliessen.
Rasche Wiederherstellung der Infrastruktur
Unmittelbar nach dem Unfall starteten die Bergungs- und Instandsetzungsarbeiten. Mitarbeitende der Appenzeller Bahnen haben gemeinsam mit externen Spezialisten den 44 Tonnen schweren Triebwagen geborgen und wieder auf das Gleis gestellt. Anschliessend ersetzten sie die beschädigten Schwellen und die Fundamente der beschädigten Fahrleitungsmasten und montierten neue Fahrleitungsmasten samt den Fahrleitungen. Weiter nahmen die Fachdienste der AB eine umfassende Kontrolle und Instandsetzung des betroffenen Gleisabschnitts vor. Dank dem unverzüglichen Einsatz aller Beteiligten kann die Linie Altstätten-Gais bereits am Donnerstag, 11. Dezember 2025, wieder geöffnet werden. Der Bahnersatz endet mit Betriebsbeginn. Die AB danken allen Reisenden für ihre Geduld in dieser ausserordentlichen Situation.
Links
- Fotos von der Unfallstelle: 20 Minuten: Zahnradbahn entgleist – und kommt gefährlich nahe an den Abgrund
Newsletter abonnieren
Abonnieren Sie die Bahnonline.ch-Newsletter und erhalten Sie die neuesten Beiträge direkt per E-Mail. Hier können Sie sich anmelden.






