Wegen unerwartet vieler Einschränkungen auf dem Schienennetz stellt das Unternehmen RAlpin die Rollende Autobahn (Rola), und somit den Bahnverlad von ganzen Lastwagen für die Fahrt durch die Alpen, am 11. Dezember 2025 ein. In der fast 25-jährigen Unternehmensgeschichte wurden über 2 Millionen Lastwagen auf die Schiene verladen. RAlpin bedankt sich bei den Kunden für die langjährige Treue und den Mitarbeitenden für den unermüdlichen Einsatz bis zum Betriebsende.
Das eidgenössische Parlament hatte vor gut zwei Jahren beschlossen, die finanzielle Förderung der Rola durch den Bund ein letztes Mal zu verlängern und den Betrieb per Ende 2028 einzustellen. Die RAlpin kam im Frühjahr 2025 zum Schluss, dass die Rola unter den aktuell unerwartet vielen nicht geplanten und kurzfristig angeordneten Baustellen nicht mehr wirtschaftlich betrieben werden kann. Eine Normalisierung der Situation ist nicht in Sicht. Im Gegenteil hat sich die Situation im Laufe des Jahres weiter verschärft. Trotz einer guten Auslastung der Züge ist ein Weiterbetrieb deshalb nicht mehr vertretbar. In Abstimmung mit dem Bund hat sie deshalb beschlossen, den Betrieb bereits auf den Fahrplanwechsel im Dezember 2025 einzustellen. Die drei Aktionäre der RAlpin (BLS, Hupac und SBB) haben bis dahin die Finanzierung der Rola sichergestellt, um eine geordnete Betriebseinstellung zu ermöglichen und die geschäftlichen Verpflichtungen zu erfüllen. Der Bund erhöhte seinerseits bis zur Einstellung der Rola die durchschnittliche Abgeltung je verlagertem Lastwagen.
Infolge eines angekündigten Streiks in Italien am 12. Dezember 2025 verkehren die letzten Züge bereits am Donnerstag, 11. Dezember 2025:
- Zug 43623 Freiburg ab: 13:03 Uhr – Novara an: 21:28 Uhr
- Zug 43626 Novara ab: 15:38 Uhr – Freiburg an: 23:48 Uhr
Vorbehalten bleiben kurzfristige Änderungen.
RAlpin konnte in der knapp 25-jährigen Unternehmensgeschichte über 2 Millionen Lastwagen umweltfreundlich auf der Schiene durch die Schweiz transportieren und leistete damit einen wesentlichen, spürbaren Beitrag zur schweizerischen Verlagerungspolitik. Sie bedankt sich bei den Kunden, die bis zuletzt auf den Service der Rola setzten, für die langjährige, loyale Treue. Den eigenen Mitarbeitenden sowie denjenigen ihrer Dienstleister dankt RAlpin für ihren engagierten, unermüdlichen Einsatz über alle Betriebsjahre, insbesondere auch in den letzten, herausfordernden Monaten vor der Einstellung des Betriebes.
Unbegleiteter kombinierter Verkehr soll Rola-Verkehre möglichst übernehmen
Die Rollende Landstrasse (Rola), heute von der RAlpin als Rollende Autobahn bezeichnet, war seit den späten 1960er-Jahren das erste Angebot, um den Schwerverkehr durch die Alpen von der Strasse auf die Schiene zu verlagern. Dabei werden ganze Lastwagen oder Sattelschlepper auf die Schiene verladen und die LKW-Chauffeure reisen in einem Begleitwagen im Zug mit. Daher ist die Rola auch als begleiteter kombinierter Verkehr bekannt.
Im Zuge des Ausbaus der Alpentransitstrecken wurde die Rola 2001 mit der neu gegründeten RAlpin AG, einem Gemeinschaftsunternehmen von SBB, BLS und Hupac, modernisiert. Die Betreiberin transportierte Lastwagen auf der Strecke zwischen Freiburg im Breisgau und Novara. Das Angebot war von Beginn weg als Übergangslösung konzipiert, bis die Fertigstellung der NEAT einen effizienten Bahntransport von Sattelaufliegern (Sattelschlepper ohne Zugfahrzeug und Chauffeur) und Containern im Unbegleiteten Kombinierten Verkehr (UKV) über lange Distanzen erlaubt. Entsprechend unterstützt RAlpin sämtliche Bestrebungen des Bundesamtes für Verkehr (BAV) und der Operateure im UKV, die bisherigen Rola Verkehre in den UKV zu verlagern.
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