European Sleeper startet neuen Nachtzug durch die Schweiz

Erster Abfahrten ab Brüssel und Amsterdam am Donnerstag, 18. Juni 2026

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Karte der neuen Nachtzugverbindung von European Sleeper durch die Schweiz. / Quelle: European Sleeper

European Sleeper baut sein Nachtzugnetz stetig aus. Nach der Einführung der Strecke Paris–Berlin am 26. März 2026 ist nun für Juni 2026 ein neuer Nachtzug nach Mailand geplant. Der Zug wird dreimal pro Woche verkehren und voraussichtlich Direktverbindungen von Brüssel und Amsterdam anbieten. Geplante Zwischenstopps sind unter anderem Köln, Bern, Brig und Stresa am Lago Maggiore.

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Karte der neuen Nachtzugverbindung von European Sleeper durch die Schweiz. / Quelle: European Sleeper

European Sleeper ist ein zu 100 % als Genossenschaft organisiertes niederländisch-belgisches Eisenbahnunternehmen, das sich vollständig auf den Nachtzugverkehr zwischen wichtigen europäischen Zielen konzentriert. Das Unternehmen reagiert auf die wachsende Nachfrage nach internationalen Bahnreisen und hat sich seit seiner Gründung im Jahr 2023 einen vertrauenswürdigen Ruf als einer der wenigen unabhängigen internationalen Bahnbetreiber Europas aufgebaut.

Der European Sleeper verbindet derzeit dreimal pro Woche Brüssel, Amsterdam, Berlin, Dresden und Prag und hat bereits fast 240.000 Passagiere in mehr als 750 Nachtzügen befördert. Ein zweiter European Sleeper-Nachtzugverkehr wird Ende März 2026 auf der Strecke zwischen Paris und Berlin aufgenommen und übernimmt damit den Verkehr, den die ÖBB und die SNCF am 15. Dezember 2025 einstellen werden.

Eine neue Nord-Süd-Verbindung für Bahnreisende in Europa

Die neue Strecke von Amsterdam und Brüssel in die Schweiz und nach Mailand schafft eine wichtige Nord-Süd-Verbindung auf europäischer Ebene. Sie dient sowohl Freizeit- als auch Geschäftsreisenden und verbindet wichtige Wirtschafts- und Kulturregionen über Nacht. Effiziente Verbindungen in Brüssel (nach und von London), Köln (nach und von Hamburg und Berlin), Bern (nach und von Zürich und Genf) und Mailand (nach und von Venedig, Florenz und Rom) erweitern die Reichweite und Wirkung dieses neuen Nachtzugangebots zusätzlich.

Die Schweiz und Norditalien bieten auf dieser Route wichtige Ziele für Bergsteigen, Städtereisen, Wasser- und Wintersport.

Getrennte Zugteile von Amsterdam und Brüssel

Um geeignete Abfahrts- und Ankunftszeiten sowohl von Amsterdam und Brüssel als auch von Köln anzubieten, hat European Sleeper beschlossen, den Zug von/nach Amsterdam und Brüssel in Deutschland zu teilen bzw. vereinen. Das Unternehmen ist der festen Überzeugung, dass alle drei Städtereiseziele für einen tragfähigen Business Case wichtig sind, auch aufgrund ihrer grossen Bevölkerungszahlen und ihres Reisepotenzials.

Die Abfahrten von Amsterdam und Brüssel sind für Montag-, Donnerstag- und Samstagabend geplant, die Ankunft in der Schweiz und in Mailand erfolgt am nächsten Morgen. Die Rückfahrt von Mailand erfolgt am Mittwoch-, Freitag- und Sonntagabend. European Sleeper koordiniert derzeit den endgültigen Fahrplan mit den Infrastrukturbetreibern in den einzelnen Ländern.

Der Ticketverkauf für die Strecke Amsterdam/Brüssel–Mailand soll im Januar oder Februar 2026 beginnen. Der Zug wird die üblichen Nachtzug-Reiseklassen anbieten, wobei die Preise denen der aktuellen European Sleeper-Verbindungen ähneln werden. Damit wird die Reise für ein breites Spektrum von Reisenden zugänglich, von preisbewussten Passagieren bis hin zu denen, die zusätzlichen Komfort suchen.

Die Einführung des neuen Nachtzugs nach Mailand bedeutet, dass European Sleeper die Strecke nach Barcelona nicht bereits 2026 in Betrieb nehmen wird. Dennoch bereitet sich das Unternehmen weiterhin auf diese Strecke als nächsten Schritt vor, wobei der Betrieb voraussichtlich 2027 oder 2028 aufgenommen wird.


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7 Kommentare

  1. Offenbar können Private was die SBB nicht fertig bringt. Ich sehe bei European Sleeper Ideen, und unternehmerisches Denken. Die SBB bzw. Ducrot dagegen beschränkt sich auf seine Rolle als Subventionsschnorrer. Ich warte nur darauf, das er für weitere Auslandabenteuer (London, HGV Züge) wieder die hohle Hand am Subventionstopf macht.

    • Die SBB kann als Unternehmen in staatlichen Besitz auch nicht einfach so entscheiden, das sie jetzt neue Nachtzüge anbieten will. Es muss ja zuerst noch alles beim Bund vorbei und bei der rechten Merheit haben die neuen Verbindungen eh keine Chance (Beispiel Nachtzug Malmö). Privatbahnen können (wenn das Geld, das Rollmaterial und die Bewilligungen da sind) eigentlich in solchen Fällen machen was sie wollen.

      • Das muss doch nur beim Bund vorbei, falls Subventionen benötigt werden. Ansonsten kann die SBB auch unternehmerische Entscheidungen treffen und macht das ja auch oft. Das ist ja auch ein Grund, weshalb die SBB als AG organisiert wurde. Aber ja klar, wenn die SBB denkt, das geht nur mit Subventionen, dann muss man logischerweise auch die Bürgerlichen überzeugen.

        • Aber als ’spezialgesetzliche
          AG‘ und nicht als freies Unernehmen nach Obligationenrecht.
          Die SBB CFF FFS unterstehen strategisch der Oberaufsicht des Bundes (Bundesrat, Parlament).
          Nur ins Tagesgrschäft mischt sich der Bund im Gegensatz zu den Zeiten als unselbständiger Eidg. Regiebetrieb nicht mehr ein.
          Verselbständigung ist nicht = Privatisierung.

    • Ich frage mich nur, auf welchen Umwegen die Milano erreichen wollen, sind doch im Sommer diverse mehrwöchige bzw. mehrmonatige Totalsperren am Simplon sowie Domo-Milano vorgesehen.

    • ‚Schnorrer‘ kennä i nid!🤷🏻‍♂️
      Die SBB CFF FFS sind ein 100%-Staatsunternehmen und unverkäuflich, weil sie seit 1898 dem CH-Volk gehören (vgl. Spezialgesetz über die SBB CFF FFS). Sie haben mit dem Bund eine Leistungsvereinbarung, die klar stipuliert, dass sie zuerst und vor allem dem CH-Volk zu dienen haben. Jegliche Auslandsaktivitäten – abgesehen von grenzüberquerenden S-Bahn-Netzen via Filialen (Kantone GE, BS/BL, AG, SH, SG, TI) – sind verboten bzw. hängen vom Bund (BR, Parlament) ab. Als die SBB CFF FFS vor > 20 Jahren die britischen ‚Chiltern Railways‘ übernehmen wollten, wurden sie von Bundesbern – zu Recht – zurückgepfiffen.
      Sie sind hochsubventioniert vom
      CH-Volk und es ist nicht ihre Aufgabe, Nachtzüge verkehren zu lassen, die zu 99% dem
      Ausland dienen. Schon gar nicht, wenn die vor allem profitierenden Länder nichts beitragen.
      ‚European Sleeper‘ ist ein im
      ‚free access‘ operierendes Privatunternehmen. Sollen sie fahren bis sie in 2-3 Jahren Konkurs gehen.
      Denn Nachtzüge bleiben, auch wenn sie gerade ’sexy‘ sind, höchst unrentabel.
      PS:
      Auch die innerfranzösischen und -italienischen Nachtzüge sind staatlich bestellte und finanzierte Leistungen. FS und SNCF würden diese nie auf eigenes Risiko führen.
      Eisenbahn bzw. öV generell und EU-Neoliberalismus passen nie zusammen.

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