ABB hat am 29. Januar 2026 Pläne für den Bau einer neuen globalen Konzernzentrale an ihrem historischen Standort in Zürich Oerlikon bekannt gegeben. Das Bauvorhaben wird auf rund 80 Millionen Schweizer Franken geschätzt, wobei das Volumen von den endgültigen Baukosten abhängt. Die Investition spiegelt das starke Bekenntnis von ABB zur Stadt Zürich und das Ziel des Unternehmens wider, ein modernes, zukunftsfähiges Arbeitsumfeld für seine rund 500 Mitarbeitenden in Zürich zu schaffen.
Der neue Hauptsitz wird aus einem bestehenden historischen Gebäude und einem neuen Erweiterungsbau bestehen. Das Gestaltungskonzept für das Vorhaben stammt von dem renommierten Architekturbüro Christ & Gantenbein, das umfassende Erfahrung in der Sanierung denkmalgeschützter Objekte mitbringt. Das derzeit vermietete markante Historic Building von ABB wird unter Einhaltung von Denkmalschutzauflagen vollständig renoviert und modernisiert und an heutige Nutzungsanforderungen angepasst. Dabei wird sichergestellt, dass der Charakter des Gebäudes erhalten bleibt. Neben der Tatsache, dass ABB das Gebäude selbst nutzen kann, war die Modernisierung und Weiternutzung auch aus Gründen der Nachhaltigkeit entscheidend.
Das Historic Building wird im Innenhof um ein neues fünfstöckiges Gebäude erweitert, das eine nicht denkmalgeschützte Veranstaltungsstätte – die so genannte «Chicago Hall» – ersetzen soll. Beim Bau der Erweiterung kommt eine rohstoffeffiziente Holzverbundkonstruktion zum Einsatz, während bei der Sichtbacksteinfassade die Materialität des bestehenden Gebäudes fortgeführt wird. Ziel ist es, zusammen mit intelligenten technischen Lösungen von ABB einen möglichst geringen Energiebedarf zu erreichen und dies mit Stromerzeugung aus Photovoltaik zu unterstützen.
Der neue Hauptsitz wird eine Bruttogeschossfläche von rund 10’800 Quadratmetern aufweisen. Vorgesehen sind auch Einrichtungen wie eine 200 Quadratmeter grosse Lounge und Cafeteria, ein Foyer- und Ausstellungsbereich von 280 Quadratmetern, ein Auditorium von 450 Quadratmetern und ein 80 Quadratmeter grosser Erholungsbereich inklusive Fitnesscenter. In der neuen Zentrale werden Mitarbeitende aus den Konzernfunktionen sowie aus den Geschäftsbereichen und Divisionen von ABB tätig sein.
«Mit der Investition in diesen einzigartigen, zentralen Standort würdigen wir unsere Geschichte und bauen gleichzeitig für die Zukunft»
, sagte Morten Wierod, CEO von ABB.
«Zudem unterstreichen wir mit diesem Projekt unser starkes Bekenntnis zur Schweiz und zur Stadt Zürich, wo sich seit der Fusion von BBC und Asea im Jahr 1988 unser globaler Hauptsitz befindet. Auch eines unserer Vorgängerunternehmen – die Maschinenfabrik Oerlikon (MFO) – war hier viele Jahrzehnte lang beheimatet. Die Kombination aus historischem Gebäude und hochmodernen Einrichtungen wird ein inspirierendes Umfeld für Kooperation und Innovation schaffen.»
«Der Entscheid von ABB, weiter in unserer Stadt zu investieren, freut mich ausserordentlich. Die Geschichte von ABB ist eng mit der Industriegeschichte Zürichs verbunden. Die gemeinsame Geschichte wird mit diesem Bekenntnis zum Standort Zürich in die Zukunft geführt»
, sagte Corine Mauch, Stadtpräsident von Zürich.
«Im Norden des Bahnhofs Oerlikon wird in den nächsten Jahren ein noch farbigeres und lebendigeres Arbeits-, Wohn- und Freizeitquartier entstehen – geprägt durch den Mix aus historischen Industriebauten, modernen Gebäuden und Grün- und Erholungsräumen. Der Beitrag von ABB und die gute Zusammenarbeit mit ABB tragen wesentlich zu dieser zukunftsweisenden Entwicklung bei.»
Die Planung des Projekts erfolgt in den nächsten Jahren, wobei Detailpläne für 2026/2027 erwartet werden und anschliessend mit dem Bau begonnen werden soll. Der Einzug in die neue Zentrale ist für 2031 geplant. Bis zu ihrer Fertigstellung nutzt ABB weiterhin den nahe gelegenen Cityport in Zürich Oerlikon, für den bis 2031 ein Mietvertrag besteht.
ABB verkauft Grundstück in Oerlikon an Pensimo und ermöglicht Bau von rund 500 Wohnungen
ABB hat den Verkauf eines rund 7000 Quadratmeter grossen Grundstücks auf einem ehemaligen Industrieareal in Zürich Oerlikon an die Immobiliendienstleisterin Pensimo erfolgreich abgeschlossen. Die in Zürich ansässige Pensimo investiert für Schweizer Pensionskassen in Immobilien.
Mit dem Verkauf des Grundstücks, das ABB nicht mehr als strategische Landreserve benötigt, ermöglicht ABB die Weiterentwicklung des Quartiers Neu-Oerlikon. Das Grundstück am Max-Frisch-Platz an zentraler Lage bietet im Rahmen der 2022 von der Stadt Zürich teilrevidierten Sonderbauvorschriften grosses Entwicklungspotenzial. Das ehemalige Industriegebiet soll in den nächsten Jahren zu einem Quartier mit einer Mischung aus Wohnen, Dienstleistung, Arbeitsplätzen sowie kulturellen und kommerziellen Angeboten entwickelt werden. Die neue Eigentümerin Pensimo plant, auf dem Areal in den nächsten Jahren eine Überbauung mit rund 500 Wohnungen inklusive eines Hochhauses sowie Geschäftsflächen zu realisieren.
Aufgrund des Verkaufs wird ABB im ersten Quartal 2026 einen operativen Veräusserungsgewinn von rund 290 Millionen Schweizer Franken vor Steuern ausweisen.
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